Journal — Sprache
Jahai!
Feldnotizen · 2. März 2018
Ein Dutzend Wörter für Gerüche, die es im Deutschen nicht gibt — über die Sprache der Jahai, Jäger und Sammler auf der Malaiischen Halbinsel.

Taman Negara, Malaysia — Foto: Vyacheslav Argenberg, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
„Es gilt weithin als ausgemacht, dass Menschen schlecht darin sind, Gerüche zu benennen. Das hat Forschende dazu veranlasst anzunehmen, dass Geruchsvorstellungen den Sprachzentren des Gehirns schlicht nicht zugänglich seien. Aber stimmt das wirklich? Die Psychologin Asifa Majid von der Radboud-Universität Nijmegen und der Linguist Niclas Burenhult von der Universität Lund, Schweden, haben auf der Malaiischen Halbinsel neue Belege für eine eigene Geruchssprache gefunden.“
Radboud University Nijmegen, „Odors Expressible in Language, as Long as You Speak the Right Language“, ScienceDaily, 3. Januar 2014.
„Im Jahai gibt es rund ein Dutzend verschiedener Wörter, um unterschiedliche Geruchsqualitäten zu beschreiben. Ltpɪt etwa bezeichnet den Duft verschiedener Blüten und reifer Früchte, von Durian, Parfüm, Seife, Adlerholz und Binturong (Marderbär), unter anderem. Cŋɛs, ein weiteres Geruchswort, steht für den Geruch von Benzin, Rauch, Fledermauskot und Fledermaushöhlen, bestimmter Tausendfüßler-Arten, der Wurzel von wildem Ingwer und mehr. Diese Begriffe beziehen sich auf unterschiedliche Geruchsqualitäten und sind abstrakt — auf dieselbe Weise, wie Blau und Violett abstrakt sind.“
Asian Scientist Magazine, „Odors Expressible In Malay Hunter-Gatherer Language“, Januar 2014.
Siehe auch: Süddeutsche Zeitung, „Explosion der Düfte“.

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