Incense of Music 45
Card Castle Trio
Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 12. Dezember 2019, 20 Uhr
Incense: Grapefruit, Rosmarin
PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin
Wir freuen uns, am 12. Dezember ein ganz besonderes Konzert mit experimenteller Musik zu präsentieren: Card Castle ist ein Klaviertrio, das kurz nach dem Ende des Maya-Kalenders entstand. Der Name des Trios ist ein Anagramm von Kurt Vonneguts Romantitel „Cat's Cradle" (1963), der das Ende unserer Zivilisation durch den Abwurf der Bombe „Eis-Neun" beschreibt. Begleitet wird der Abend vom Duft aus Grapefruit und Rosmarin.
Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Konzert nicht empfohlen.
Künstler:innen
Antonis Anissegos — Klavier
Antonis Anissegos lebt seit 1998 in Berlin und arbeitet als Komponist, Pianist (Interpret/Improvisator) und Elektronikmusiker (alias „unu"). Zu seinen aktuellen Projekten zählen Trio IAMA, ΣΩΜΑ und Card Castle (mit Mike Majkowski und Christian Marien). Er arbeitete mit dem Berliner Ensemble, der Neuköllner Oper und Novoflot zusammen und ist seit 2015 häufiger Gast des Ensembles Adapter. Seit 2006 tritt er zusammen mit der Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki als Duo KAYA auf. Er begann im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen, studierte am Staatlichen Konservatorium Thessaloniki, an der Ferenc Liszt Akademie Budapest sowie in Wien und Köln Komposition, bevor er seinen Abschluss an der Berliner Akademie der Künste (UdK) machte. Seine Kompositionen wurden u.a. vom Ensemble Modern und Ensemble Mosaik aufgeführt, und er erschien auf über 60 Aufnahmen im Bereich der zeitgenössischen kreativen Musik.
Christian Marien — Schlagzeug
Christian Marien (*1975 in Münster) ist zu Hause in einem breiten Spektrum musikalischer Umfelder und verbindet melodische Phrasierung mit einem klugen Sinn für Abstraktion, formales Bewusstsein mit improvisatorischem Instinkt sowie klangliche Expertise mit tief verwurzelten Grooves. Präparationen und Objekte an seinem Schlagzeug erweitern die musikalische Situation organisch. Marien studierte Musik in Amsterdam und Berlin, wo er seit 2000 lebt. Als zentrale Figur der Berliner Jazz- und Improvisationsszene leitet er u.a. gemeinsam Projekte wie Superimpose, The Astronomical Unit und I Am Three. Zudem ist er festes Mitglied zahlreicher weiterer Gruppen wie Z-Country Paradise und das Hannes Zerbe Jazz Orchester und teilt sich häufig die Bühne mit Musiker:innen wie Frank Gratkowski, Sofia Jernberg und Gebhard Ullmann.
Mike Majkowski — Bass
Mike Majkowski (*1983) ist ein Kontrabassist aus Sydney, Australien. Er begann seine musikalische Laufbahn als Jazzbassist und spielte u.a. mit Mike Nock, Bob Mintzer und Vince Jones. Seither hat er ein aktives Interesse an explorativer und experimenteller Musik entwickelt und ist seit langem Teil der Sydneyer Improvisationsszene, wo er regelmäßig mit Jim Denley, Jon Rose und Chris Abrahams zusammenarbeitet. Er ist Gründungsmitglied des Splinter Orchestra, eines großformatigen elektroakustischen Improvisationsensembles, das 2002 entstand. Zu seinen aktuellen Projekten zählt das Klavier-Bass-Schlagzeug-Trio ROIL (mit Chris Abrahams und James Waples) sowie seine eigene Arbeit als Solist. Sein Solodebütalbum „Ink On Paper" erschien Ende 2009 beim portugiesischen Label Creative Sources.
Räucherpflanzen
Die Grapefruit (Citrus × paradisi) ist ein subtropischer Zitrusbaum, der für seine großen, säuerlichen bis halbsüßen Früchte bekannt ist. Sie ist eine immergrüne Hybride mit glänzenden, dunkelgrünen Blättern und großen, duftenden weißen Blüten. Die Schale der Frucht, deren Farbe von Gelb bis Rötlich-Rosa reicht, ist reich an ätherischen Ölen, aus denen ihr charakteristischer Duft gewonnen wird.
Anders als viele andere Räucherpflanzen blickt die Grapefruit nicht auf Jahrtausende ritueller Tradition zurück: Sie entstand erst im 18. Jahrhundert als zufällige Kreuzung zwischen Pampelmuse und Orange auf Barbados und verbreitete sich von dort über die Karibik und Florida zu einer der wichtigsten Zitrusfrüchte weltweit. Ihre Verwendung als Räucherwerk und in der Aromatherapie ist entsprechend jung – ein Kind der modernen Wellness- und Selbstfürsorgekultur, die auf der Suche nach frischen, energetisierenden Düften war.
Als Räucherwerk wirkt Grapefruit stark erhebend und klärend. Ihr lebendiges, spritziges Aroma verbindet eine intensive, herbe Süße mit einer leicht bitteren, grünen Note der Schale. Sie eignet sich hervorragend, um die Atmosphäre zu reinigen, schwere oder stagnierende Energie zu vertreiben und den Geist zu schärfen – ideal für die Arbeit, kreative Phasen oder um den Tag mit Fokus und Positivität zu beginnen.
Rosmarin ist ein immergrüner, ausdauernder Strauch, der in den trockenen, felsigen Küstengebieten des Mittelmeerraums beheimatet ist. Er ist wissenschaftlich unter dem Namen Salvia rosmarinus bekannt, was übersetzt „Tau des Meeres" bedeutet – ein poetischer Name, der seinen Lebensraum widerspiegelt. Seine nadelförmigen Blätter sind oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits silbrig-weiß und filzig, und entfalten beim Berühren einen intensiven Duft.
Schon in der Antike galt Rosmarin als Symbol des Erinnerns – im antiken Griechenland trugen Studierende Rosmarinkränze, um das Gedächtnis zu stärken, ein Glaube, der sich bis in Shakespeares „Hamlet" hält, wo Ophelia sagt: „Rosmarin, das ist zum Andenken." Im Mittelalter wurde er bei Hochzeiten als Zeichen der Treue und bei Beerdigungen als Zeichen des Gedenkens verwendet, und in vielen europäischen Haushalten hing ein Zweig über der Tür, um Krankheit und Unheil fernzuhalten.
Als Räucherwerk wird Rosmarin für seine kraftvollen reinigenden und belebenden Eigenschaften geschätzt. Beim Verglimmen entwickelt er einen robusten, klaren, kampferartigen Duft mit harzigen, an Kiefern erinnernden Noten und einem leicht pfeffrigen Unterton. Traditionell wird er verwendet, um einen Raum von negativer Energie zu befreien, die geistige Klarheit zu fördern und dem Geist neue Wachheit zu schenken.

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