Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens)

Weihrauchzeder

Die Weihrauchzeder (Calocedrus decurrens), auch Kalifornische Flusszeder genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum, beheimatet in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Oregon sowie im mexikanischen Baja California. Sie fällt durch ihren mächtigen, säulenartigen Stamm, thujenähnliche, schuppige Zweige und die orangefarbene, längsrissige Borke älterer Bäume auf. Freistehende Exemplare bilden zudem schmale, dichte Kronen, die bis zum Boden reichen. Die Bäume erreichen Wuchshöhen von über 60 Metern – im Extremfall bis zu 69 Meter – und können ein Alter von 300 bis 500, mitunter sogar bis zu 1.000 Jahren erreichen, wachsen dabei jedoch vergleichsweise langsam. Ihr Artname „decurrens" bezieht sich auf die charakteristisch am Zweig herablaufenden Nadelschuppen. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, den Gebirgswäldern der Sierra Nevada, wächst sie oft gemeinsam mit Mammutbäumen und Douglasien. Die charakteristische, leicht süßliche Rinde alter Bäume kann bis zu 15 Zentimeter dick werden und schützt den Stamm wirksam vor den in der Region häufigen Waldbränden.

In den USA ist die Weihrauchzeder der wichtigste Holzlieferant für die Herstellung von Bleistiften, geschätzt für ihre weiche, gerade Maserung, die sich leicht anspitzen lässt, ohne zu splittern. Ihr aromatisches Holz wurde historisch auch von indigenen Völkern Kaliforniens genutzt und geschätzt, etwa für Werkzeuggriffe und im Bauwesen. Trotz ihres englischen Namens „incense cedar" gehört sie botanisch nicht zu den echten Zedern, sondern zur Familie der Zypressengewächse – der Name verweist allein auf ihren charakteristisch würzigen, weihrauchähnlichen Duft, den vor allem frisch geschnittenes Holz verströmt. Neben Bleistiften wurde ihr Holz historisch auch für Zaunpfähle und Dachschindeln geschätzt, da es außergewöhnlich witterungsbeständig ist. Der markante, an Räucherwerk erinnernde Duft frisch gesägten Holzes gab dem Baum sowohl seinen englischen als auch seinen deutschen Namen. Auch als Zierbaum in Parks und Gärten außerhalb Nordamerikas erfreut sich die Weihrauchzeder wachsender Beliebtheit, geschätzt für ihre markante Säulenform.

Als Räucherwerk entfaltet die Weihrauchzeder einen warmen, holzig-harzigen Duft mit einer feinen, würzigen Note, die an Zeder und Kiefer zugleich erinnert. Sie wird, wie andere Zedernarten, mit Erdung, Schutz und Reinigung assoziiert und ruft die frische Atmosphäre des kalifornischen Nadelwaldes hervor. Manche Räuchertraditionen der amerikanischen Westküste verwenden Zweige der Weihrauchzeder zudem in Reinigungsritualen, ähnlich der Verwendung von Weißem Salbei, wenngleich diese Praxis weit jünger ist als die jahrtausendealten Räuchertraditionen anderer Kulturen.

Verwendet in folgenden Konzerten

Incense of Music 21
Incense of Music 21
13. Oktober 2017
James Wylie, Fausto Sierakowski, Alexandros Rizopoulos, Evi Filippou (People of the Wind) — Amerikanische Zeder, Sandelholz
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