Incense of Music 42

SUGAR play Slow, feat. Yannick Rafalimanana

Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 7. November 2019, 20 Uhr

Grégoire Simon: Violine, Synthesizer

Yannick Rafalimanana: Klavier

Ole Brolin: Sound Design, Elektronik

Incense: Petitgrain, Oud

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Teil 1 — Musik für Violine/Viola und Klavier: G. Ligeti – Hora Lunga für Viola solo; B. Bartók – Sonate für Violine und Klavier Nr. 2, Molto Moderato; F. Schubert – Fantasie für Violine und Klavier (Auszüge); J. S. Bach – Sonate für Viola da Gamba und Klavier in G-Dur; I. Strawinsky – Élégie für Viola solo; A. Webern – Stücke für Violine und Klavier; M. Feldman – Viola in My Life für Viola und Klavier

Teil 2 — Musik für Klavier und Synthesizer: O. Messiaen – Regard de la Vierge für Klavier; C. Debussy – Des pas sur la neige; O. Messiaen – Le Banquet Céleste; C. Debussy – La Cathédrale engloutie; O. Messiaen – Louange à l'éternité de Jésus

Künstler:innen

Grégoire Simon — Violine, Synthesizer

Grégoire Simon arbeitet zwischen Berlin und Paris als Performer (Bratsche und Violine), Produzent und Komponist. Nach seinem Studium der Violine und Bratsche wurde er 2012 von Pierre Boulez auf die Position des Solobratschisten im renommierten Ensemble Intercontemporain (Paris) berufen, wo er vier Spielzeiten lang spielte, unter anderem als Solist in der Pariser Philharmonie. Seit 2015 ist er regelmäßiger Gast als Solobratschist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Als eine Hälfte des Duos Yes Sœur! (mit Alexandre Bouvier) produziert er elektronische Kompositionen für Bühnenproduktionen, insbesondere für zeitgenössischen Tanz. Mit seinem hybriden, in Berlin beheimateten Projekt SUGAR baut Grégoire Simon Brücken zwischen Kammermusik und Popmusik, mit eigenen Kreationen, die beim Wien Modern Festival und im Rotersalon der Volksbühne Berlin präsentiert wurden.

Yannick Rafalimanana — Klavier

Der französische Pianist Yannick Rafalimanana hat eine internationale Konzertkarriere als Solist und Kammermusiker entwickelt. Jüngste Auftritte führten ihn in Säle auf der ganzen Welt, darunter die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, die Wigmore Hall, das Konzerthaus Berlin, die Kölner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus, die Shanghai Symphony Orchestra Chamber Hall und das Kennedy Center in Washington. Er hat mit unzähligen Künstlern Kammermusik gemacht, darunter Kim Kashkashian, Steven Isserlis, Noah Bendix-Balgley, Arnold Steinhardt und Itzhak Perlman. Geboren in Lille, studierte er am dortigen Konservatorium sowie am Pariser Conservatoire, bevor er am New England Conservatory in Boston bei Vivian Weilerstein seinen Abschluss machte. Von 2015 bis 2018 lehrte er Kammermusik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2022 gründete er in seinem Berliner Viertel die Konzertreihe „Yannick's Salon".

yannickrafalimanana.com

Ole Brolin — Sound Design, Elektronik

Ole Brolin ist ein schwedischer Musiker und Klangkünstler mit Sitz in Berlin. Er ist Sound Designer für verschiedene Projekte des Solistenensemble Kaleidoskop und erforscht experimentelle Musik und Volkslieder mit selbstgebauter Elektronik, Sinuswellen und weißem Rauschen. Er war an verschiedenen Konstellationen, Performances und Installationen an Orten wie dem Schinkel Pavillon, der Ruhrtriennale und der Sammlung Hoffmann beteiligt. 2018 komponierte er die Musik für „Erschlägt die Armen" am Residenztheater München.

Räucherpflanzen

Petitgrain
Petitgrain

Petitgrain ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und grünen Zweigen des Bitterorangenbaums (Citrus aurantium ssp. amara) gewonnen wird. Anders als Neroliöl, das aus den Blüten desselben Baumes destilliert wird, oder Bitterorangenöl, das aus der Schale der Früchte gepresst wird, stammt Petitgrain ausschließlich aus dem grünen Blattwerk. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen heute in Paraguay und Frankreich.

Der Name geht auf das französische „petit grain" – „kleines Korn" – zurück und bezieht sich auf eine ältere Destillationsmethode, bei der die kleinen, noch unreifen Früchte des Baumes verwendet wurden, bevor man zur heutigen Praxis überging, stattdessen Blätter und Zweige zu destillieren. In der Parfümerie der südfranzösischen Stadt Grasse wurde Petitgrain seit langem als ökonomischere Alternative zum kostbaren Neroliöl geschätzt, mit einem verwandten, aber eigenständigen Charakter.

Als Räucherwerk entfaltet Petitgrain einen grünen, holzig-orangenen Duft mit einer feinen, leicht bitteren Frische – zurückhaltender und weniger süß-blumig als Neroli, dafür erdender. Er wird geschätzt für sein ausgewogenes Zusammenspiel von Ruhe und Klarheit und in der modernen Aromatherapie zur Stressreduktion eingesetzt, ohne dabei einschläfernd zu wirken.

Oud
Adlerholz (Oud)

Adlerholz stammt nicht von einer bestimmten Baumart, sondern von der Gattung Aquilaria, die in den Regenwäldern Südostasiens wächst. Das Besondere ist nicht der Baum selbst, sondern ein rätselhafter Abwehrprozess in seinem Kernholz: Wird der Baum durch einen bestimmten Schimmelpilz, Verletzung oder Insektenbefall gestresst, produziert er als Reaktion ein dunkles, dichtes, harzdurchtränktes Holz – genau dieses veränderte Holz ist das begehrte Adlerholz. Da der Prozess Jahrzehnte dauern kann und die Wildbestände vieler Aquilaria-Arten heute gefährdet sind, gehört natürlich gereiftes Adlerholz zu den seltensten und teuersten Naturmaterialien der Welt.

Seit Jahrtausenden wird Adlerholz in religiösen Zeremonien des Buddhismus, Hinduismus und Islam verräuchert – man glaubte, sein Rauch reinige die Luft, beruhige den Geist und öffne den Zugang zur spirituellen Welt. Zugleich ist es seit langem eng mit Reichtum und Status verknüpft: als kostbares Geschenk zwischen Herrschern, als Bestandteil höfischer Duftkultur im Nahen Osten und als Basisnote der bis heute begehrten „Oud"-Parfums.

Verbrannt entfaltet Adlerholz ein außergewöhnlich vielschichtiges Aroma – tief, holzig und gereift, mit Nuancen von Honig, Amber und Leder sowie einem feinen, fast animalischen Unterton. Es wird meist in kleinen Holzspänen auf Räucherkohle verbrannt, wobei sich sein Duft nur langsam und in wechselnden Facetten entfaltet.