Incense of Music 39
Solos and Mixtures — Erster Abend
Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 10. Oktober 2019, 20 Uhr
Erstes Set:
Dina Bolshakova: Cello
Bakr Khleifi: Oud
Zweites Set:
Daniel Schröteler: Schlagzeug
Mevan Younes: Buzuq
PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin
Der erste von drei Abenden eines ganz besonderen Musik- und Räucherfestivals: „Solos and Mixtures", vom 10. bis 12. Oktober im PANDA Theater in Berlin-Prenzlauer Berg. An drei Abenden erleben wir zwölf großartige Künstler:innen aus aller Welt in überwiegend solistischen Konzerten unterschiedlichster Art und Stilrichtung – europäische und arabische Klassik, Jazz, experimentelle und frei improvisierte Musik. Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.
Künstler:innen
Dina Bolshakova — Cello
Dina Bolshakova wurde in Tomsk, Russland, geboren. 1992 erhielt sie ihren ersten Cellounterricht an einer Musikschule, von 2001 bis 2005 studierte sie am Musikkolleg St. Petersburg. Ihre Ausbildung setzte sie an der UdK Berlin fort, zunächst bei Prof. Catalin Ilea und seit 2008 bei Prof. Konstantin Heidrich. Im Februar 2014 schloss sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Sie besuchte Meisterkurse bei Frank Helmerson, Wolfgang Boettcher, David Geringas, Ivan Monighetti, Ralph Kirschbaum, Jens-Peter Maintz und Bernard Greenhouse und nahm an zahlreichen Musikfestivals teil, u.a. beim HARMOS Festival in Porto (2010), Encuentro Santander (2011), IMS Prussia Cove (2013), ISA 2014 und der Lucerne Festival Academy (2016). Als Solistin und Kammermusikerin wurde sie wiederholt bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, u.a. mit dem 3. Preis beim Domenico-Gabrielli-Violoncellowettbewerb Berlin (2007) und dem Sonderpreis beim Internationalen Bucchi-Wettbewerb (2011, Rom). Als Solistin spielte sie u.a. das Cellokonzert von A. Dvořák mit den Philharmonikern Baden-Baden und der Philharmonie Samara sowie Emil Hartmanns Cellokonzert mit den Havel Symphonikern (2014, Berlin). Während ihres Studiums war Dina Stipendiatin der Paul-Hindemith-Gesellschaft, der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz und der Ottilie-Selbach-Redslob-Stiftung. 2012/13 hatte sie eine befristete Stelle als stellvertretende Solocellistin beim Tampere Philharmonic Orchestra inne.
Bakr Khleifi — Oud
Bakr Khleifi studierte Oud bei Prof. Ahmad El Khatib in Schweden. Kontrabass studierte er bei Nabil Shehata, dem ersten Kontrabassisten der Berliner Philharmoniker. Bakr Khleifi schloss sein Studium 2012 an der Universität Göteborg ab. Bereits im Alter von zwölf Jahren wurde er eingeladen, mit dem von Edward Said und Daniel Barenboim gegründeten West-Eastern Divan Orchestra aufzutreten. 2008 wurde er festes Mitglied des Orchesters. Im Mai 2012 gab er sein erstes Solo-Oud-Konzert an der Universität Göteborg.
Daniel Schröteler — Schlagzeug
Daniel Schröteler (geboren am 17. August 1974 in Düren) ist ein deutscher Jazzschlagzeuger. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt er sein erstes Schlagzeug und studierte von 1990 bis 1997 Jazz an der Hogeschool voor de Kunsten (ArtEZ) in Arnheim. Ab 2000 unterrichtete er Schlagzeug und Rhythmik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, von 2002 bis 2003 auch in Arnheim. Seit 2003 arbeitet er als freischaffender Musiker. Schröteler ist Mitglied verschiedener Bands, darunter das Christian-Weidner-Trio, das Henning-Berg-Quartett, das Werner-Neumann-Quartett, die Matthias-Haus-Ensembles sowie die Gruppen Supdiver (mit Niels Klein, Frank Wingold und Dietmar Fuhr), TITZ (von Christoph Titz) und Talking Jazz (mit Till Brönner, Dieter Ilg, Charlie Mariano und Martin Sasse). Zudem arbeitete er im Duo mit Antonis Anissegos, mit Hayden Chisholms The Inflictor und mit Marla Glen. Mit Philipp Gropper, Philip Zoubek und Petter Eldh gründete er die Band Tau. Seit 2016 gehört er zu Tobias Christls Wilderern. Er trat bei Jazzfestivals in Deutschland auf, u.a. beim Leverkusener Jazztage und dem Moers Festival, sowie in Maastricht, Bilbao und Benoni (Südafrika), und tourte im Auftrag des Goethe-Instituts durch die Niederlande, Spanien und Afrika.
Mevan Younes — Buzuq
Der in der multikulturellen Stadt Al-Hasaka im Norden Syriens geborene Musiker Mevan Younes hat sich auf ein traditionelles orientalisches Instrument spezialisiert: den Buzuq. Bereits im Alter von sieben Jahren begann seine musikalische Ausbildung bei seinem Vater, bei der er zunächst vorwiegend kurdische Musik erlernte. Später setzte Mevan seine musikalische Ausbildung am Hochinstitut für Musik in Damaskus fort und schloss sein Studium 2011 unter der Leitung von Professor Askar Ali Akbar ab. Während dieser Zeit begann er auch mit der Arbeit als Buzuq-Lehrer. Mevan ist Mitglied des Syrian Arab National Orchestra und war bereits Gast bei zahlreichen Veranstaltungen wie dem Morgenland Festival in Osnabrück oder dem Roskilde Festival in Dänemark. Engagements bei internationalen Events führten Mevan in verschiedene Länder wie die Türkei, Tunesien, Ghana, Kurdistan, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Seit 2015 lebt Mevan Younes in der Region Berlin, wo er seine musikalische Ausbildung weiterverfolgte und in verschiedenen Bands und Ensembles aktiv ist, u.a. im Ugarit Trio und im Berlin Orient Ensemble.
Räucherpflanzen
Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, beheimatet im östlichen Mittelmeerraum und in Südwestasien. Sie trägt kleine weiße Blütendolden, aus denen sich die gerippten, ovalen Samen – die eigentlichen Anissamen – entwickeln, die den charakteristischen Duft der Pflanze tragen.
Anis wird seit dem alten Ägypten für kulinarische und medizinische Zwecke angebaut. Im antiken Griechenland und Rom galt er als verdauungsförderndes Mittel und wurde in gewürzten Kuchen serviert, die traditionell am Ende üppiger Festmähler gereicht wurden. Bis heute prägt Anis zahlreiche Küchen und Spirituosen des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens – von Ouzo und Raki bis Sambuca und Pastis.
Als Räucherwerk entfaltet Anis einen süßen, warmen, an Lakritz erinnernden Duft. Er wird traditionell mit Verdauungswohl und innerer Beruhigung assoziiert und galt in verschiedenen Volkstraditionen zudem als schützend – ein Zweig unter dem Kopfkissen sollte einst vor Albträumen bewahren.
Bernstein ist streng genommen keine Pflanze, sondern fossiles Baumharz – hauptsächlich von ausgestorbenen, mit der Kiefer verwandten Nadelbaumarten –, das über Jahrmillionen zu einem festen, glasartigen Material aushärtete. Baltischer Bernstein, der bedeutendste der Welt, wird vor allem entlang der Ostseeküste gefunden, von Polen und Litauen bis in die Kaliningrader Region.
Bernstein wurde seit prähistorischer Zeit entlang der legendären „Bernsteinstraße" gehandelt, die das Baltikum mit dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten verband. Die alten Griechen nannten ihn „Elektron" – ein Wort, das später zur Grundlage unseres Begriffs „Elektrizität" wurde, aufgrund seiner statischen Eigenschaften. In Nord- und Osteuropa wurde er über Jahrhunderte in der Volksmedizin verwendet und als Schutzsymbol geschätzt, insbesondere als Amulett für Kinder.
Verbrannt entfaltet Bernstein einen warmen, süßen, harzig-balsamischen Duft mit einer feinen, fast rauchigen, honigartigen Note. Er wird mit Schutz, Wärme und einer tiefen Verbindung zu uralten Wäldern assoziiert.

English