Dammar (Shorea spp.)
Dammar-Harz wird von großen tropischen Regenwaldbäumen gewonnen, vor allem aus den Gattungen Shorea, Hopea und Canarium, die in Südostasien beheimatet sind, insbesondere in Indien, Indonesien, Malaysia, auf den Philippinen und in Papua-Neuguinea. Als wichtigste Quelle gilt der Baum Shorea wiesneri, doch auch zahlreiche weitere Arten liefern das Harz, das je nach Herkunft von klar-hell und gelblich bis hin zu dunklem, schwarzgrauem Sumatra-Dammar reicht. Das Harz tritt als Schutzreaktion auf Verletzungen aus der Rinde aus und erstarrt zu Tränen oder Klumpen mit einem charakteristisch glasigen, muscheligen Bruch – anders als viele andere Harze dunkelt es dabei kaum nach, was ihm vermutlich auch seinen Namen gab, der aus dem Malaiischen für „Träne", „Licht" oder „Fackel" stammen könnte. Die harzliefernden Bäume gehören überwiegend den Gattungen Shorea, Hopea und Canarium an und zählen zu den charakteristischen Riesen der südostasiatischen Regenwälder, wo manche Exemplare Höhen von über 60 Metern erreichen. Das Harz tritt entweder spontan aus Rindenverletzungen aus oder wird durch gezielte Einschnitte gewonnen und härtet an der Luft zu klaren bis leicht trüben, oft zitronengelben Klumpen aus.
Neben seiner Verwendung als Räucherwerk diente Dammar historisch als Rohstoff für Lacke und Firnisse und wird bis heute in der Kunstrestaurierung geschätzt, wo seine Klarheit und Schutzwirkung beim Versiegeln von Gemälden und Holzobjekten zum Einsatz kommt – ein seltener Fall, in dem ein traditionelles Räucherharz zugleich zu einem festen Bestandteil westlicher Museumswerkstätten wurde. In Südostasien gehört das Verräuchern von Dammar seit langem zu Reinigungsritualen, die die Atmosphäre klären und positive Energie einladen sollen, und findet sich traditionell auch bei Tempelzeremonien, wo es oft neben Weihrauch oder Sandelholz verbrannt wird. Über Jahrhunderte war Dammar zudem ein wichtiger Grundstoff für Firnisse und Lacke in der westlichen Kunstrestaurierung, geschätzt für seine Transparenz und leichte Reversibilität beim erneuten Abnehmen alter Farbschichten. In vielen Dörfern Borneos und Sumatras bleibt die Harzernte bis heute eine wichtige Einkommensquelle für indigene Gemeinschaften, die traditionelle Wanderpfade zu bekannten Sammelbäumen über Generationen weitergeben.
Verbrannt entfaltet Dammar einen hellen, zitrusartigen Duft mit Noten von Zitrone und Limette, unterlegt von einer warmen, leicht vanilleartigen Süße und einem sauberen, harzigen Unterton, der eher an frischen Baumsaft als an tiefes, altes Holz erinnert. Es gilt als „leichteres" Harz im Vergleich zu Weihrauch oder Myrrhe und wird gerne mit anderen Harzen gemischt, um komplexeren Kompositionen eine helle Kopfnote zu verleihen. In Indonesien und Malaysia zählt das Verräuchern von Dammar zu den ältesten, ununterbrochen praktizierten Räuchertraditionen Südostasiens. Seine helle, fast spritzige Duftnote mit Anklängen an Limette und Vanille unterscheidet Dammar deutlich von den schwereren, dunkleren Harzen wie Copal oder Myrrhe.
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