Sandarak (Tetraclinis articulata)
Sandarak stammt von Tetraclinis articulata, einem kleinen, immergrünen, zypressenähnlichen Nadelbaum aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) und der einzigen Art seiner Gattung. Der bis zu 15 Meter hohe Baum, im Arabischen als „Araar" bekannt, wächst überwiegend in den trockenen Bergregionen Nordwestafrikas, vor allem im Atlasgebirge Südmarokkos und Algeriens, sowie in kleineren Beständen auf Malta und im südlichen Spanien – dort das einzige natürliche Vorkommen eines Nadelbaums dieser Familie auf europäischem Boden. Wegen seiner Trockenheitsresistenz wird er in Nordafrika seit einigen Jahrzehnten gezielt zur Wiederaufforstung erosionsgefährdeter Hänge gepflanzt. Verletzt man die Rinde, tritt ein klares, klebriges Harz aus, das an der Luft zu kleinen, durchscheinenden, gelblichen Tränen erhärtet und traditionell von Hand gesammelt wird. Die schuppige, rötlich-braune Borke und die schlanke, oft säulenförmige Wuchsform machen den Baum in seiner nordafrikanischen Heimat unverwechselbar.
Das dichte, harzreiche Wurzelholz des Baumes, im alten Rom als „citrus"- oder Thujaholz gehandelt, zählte zu den kostbarsten Materialien der Antike: Aus seiner charakteristischen Maserung fertigten wohlhabende Römer Tischplatten, die „mensae citreae", die mitunter höhere Preise erzielten als vergleichbare Stücke aus Silber oder Gold, und die auch in der Bibel als „Thyinholz" unter den Luxusgütern Babylons genannt werden. Das Harz selbst gewann ab dem späten Mittelalter unter dem Namen Sandarak-Firnis wachsende Bedeutung für die Lackherstellung und wurde über den marokkanischen Hafen Mogador, das heutige Essaouira, nach Europa exportiert, wo es bis zur Verbreitung von Schellack zu den wichtigsten Rohstoffen für Möbel- und Instrumentenlacke zählte. Nicht zu verwechseln ist dieses Baumharz mit dem gleichnamigen „Sandaracha" der Antike – einem giftigen, leuchtend roten Arsensulfid-Mineral, dem heutigen Realgar, das trotz des identischen Namens nichts mit dem Nadelbaumharz zu tun hat.
Als Räucherwerk entwickelt Sandarak einen hellen, warmen, leicht harzig-fruchtigen Duft mit einer feinen Nähe zu Weihrauch, jedoch spürbar frischer und weniger schwer. Er eignet sich gut als Basisnote in holzigen oder orientalisch geprägten Duftkompositionen und wird traditionell mit anderen Harzen kombiniert, um deren Duft zu verlängern und abzurunden. In Nordafrika wird er bis heute auch in einfacherer Form direkt auf Kohle verräuchert, gerade in ländlichen Regionen Marokkos, wo der Baum nach wie vor wild wächst. Im englischsprachigen Handel wird das Harz häufig als „gum sandarac" bezeichnet, im marokkanischen Alltag dient es bis heute, gemeinsam mit Zedernholz und anderen lokalen Harzen, als Bestandteil traditioneller Räuchermischungen, den sogenannten Bkhour.
Verwendet in folgenden Konzerten


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