Vanille (Vanilla planifolia)
Vanille (Vanilla planifolia) ist eine kletternde Orchideenliane, die ursprünglich aus Mexiko stammt – die einzige Orchideengattung, die weltweit für den Verzehr kultiviert wird. Der Name geht auf das spanische „vainilla" zurück, die Verkleinerungsform von „vaina", „Schote". Ihre langen Schoten, die Vanilleschoten, entstehen nur nach aufwendiger Handbestäubung der Blüten – jede einzelne Blüte öffnet sich nur für wenige Stunden – und durchlaufen anschließend einen wochenlangen Reifungs- und Trocknungsprozess, bevor sich ihr charakteristisches Aroma voll entfaltet. Die Gattung Vanilla zählt über 100 Arten, doch nur wenige liefern die aromatischen Schoten, die für die kommerzielle Vanilleproduktion verwendet werden; Vanilla planifolia stellt dabei weltweit den weitaus größten Anteil der gehandelten Ware.
Erstmals kultiviert wurde Vanille vom Volk der Totonaken an der mexikanischen Golfküste, die ihre Herkunft einer Legende zufolge der Prinzessin Xanat zuschreiben; später übernahmen die Azteken die Pflanze, um ihr Kakaogetränk zu aromatisieren. Spanische Eroberer brachten Vanille nach Europa, wo sie schnell zu einer begehrten Kostbarkeit wurde, jedoch außerhalb Mexikos kaum Früchte trug, da die spezialisierten Bestäuberinsekten fehlten. Die Lösung fand 1841 der zwölfjährige Edmond Albius, ein versklavter Junge auf der französischen Kolonialinsel Réunion, mit einer bis heute angewandten Methode der Handbestäubung. Als arbeitsintensivste aller Gewürzpflanzen ist Vanille nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt; heute stammt der Großteil der weltweiten Produktion aus Madagaskar. Frische Vanilleschoten sind zunächst geruchlos; erst der wochenlange Prozess des Blanchierens, Schwitzens und Trocknens setzt Hunderte von Aromastoffen frei, allen voran das für den typischen Duft verantwortliche Vanillin. Diese aufwendige Nachbereitung, gepaart mit der Anfälligkeit der Pflanze für Wetterextreme und Marktschwankungen, erklärt bis heute die Preisspitzen, die Vanille zeitweise teurer als Silber gemacht haben. Bis heute wird ein Großteil der Vanille weltweit in Handarbeit bestäubt, meist von kleinbäuerlichen Betrieben auf Madagaskar und den umliegenden Inseln, was Vanille zu einem der wenigen Gewürze macht, dessen weltweiter Anbau fast vollständig von einem einzigen, arbeitsintensiven Handgriff abhängt.
Verbrannt verströmt Vanille einen süßen, warmen Duft mit cremigen Untertönen. Ihr wird eine beruhigende, tröstende Wirkung zugeschrieben – ein Duft, der Stress lindern und eine behagliche, einladende Atmosphäre schaffen soll. In der Aromatherapie gilt ihr Duft zudem als appetitanregend und stimmungsaufhellend, weshalb Vanille häufig sanfteren, blumigen oder holzigen Räuchermischungen als wärmende Basisnote beigemischt wird.
Verwendet in folgenden Konzerten


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