Mastix (Pistacia lentiscus)

Mastix

Mastix, auch als Mastiha bekannt, ist ein Harz des Mastixbaums (Pistacia lentiscus), eines immergrünen Strauchs, der im gesamten Mittelmeerraum wächst, besonders bekannt ist jedoch das Harz von der griechischen Insel Chios. Aus Einschnitten in die Rinde tritt ein klarer Saft aus, der an der Luft zu spröden, blassgelben Tränen erhärtet – ausschließlich im milden Mikroklima der Südhälfte der Insel gedeiht der Baum in ausreichender Harzqualität. Chios trägt bis heute den Beinamen „Mastixinsel“, und das griechische Verb „mastichan“, zum Kauen, das im Zusammenhang mit dem gehärteten Harz entstand, lebt im englischen Wort „to masticate“ fort.

Auf Chios wird Mastix seit der Antike geerntet; bereits der griechische Arzt Dioskurides erwähnte im 1. Jahrhundert n. Chr. seine Heilwirkung, und im antiken Griechenland und Rom war das Harz als Kaugummi und Würzmittel bekannt. Im Mittelalter kontrollierte die genuesische Handelsgesellschaft Maona di Chio das Mastixmonopol der Insel und machte es zu einem der wertvollsten Handelsgüter des östlichen Mittelmeers. Die zwanzig „Mastixdörfer“ (Mastichochoria) im Süden von Chios samt ihrer traditionellen Erntetechnik wurden 2014 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt; die traditionelle Chios-Mastixernte genießt zudem als geschütztes Ursprungsprodukt der EU besonderen Schutz. Über Jahrhunderte fand das Harz breite Anwendung in der traditionellen Medizin, unter anderem zur Unterstützung der Verdauung, und ist bis heute Zutat griechischer Süßspeisen wie dem Eis „Kaimaki“. Die Ernte findet traditionell von Sommer bis in den Herbst statt: Unter jedem Baum wird eigens weißer Ton oder Tuch ausgelegt, um die tropfenden Harztränen aufzufangen, sobald sie erstarrt sind. Mittelalterliche Kreuzfahrer und Pilger brachten Mastix aus dem östlichen Mittelmeerraum mit nach Europa, wo es lange als kostbares Handelsgut galt, und bis heute ist es eine klassische Zutat des türkischen Lokum sowie mancher griechischer Liköre.

Als Räucherwerk verströmt Mastix einen süßen, holzigen Duft mit feinen Anklängen von Kiefer und Zitrus – oft als erfrischend und aufmunternd beschrieben. Er wird traditionell in religiösen Zeremonien, bei der Meditation und in der Aromatherapie eingesetzt und soll Entspannung fördern, Stress abbauen und die Konzentration verbessern. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird Mastix bis heute gelegentlich eigenen Weihrauchmischungen beigefügt, um ihnen eine zusätzliche harzig-süße Nuance zu verleihen. Gerade seine milde Süße macht ihn auch für Einsteiger in die Welt des Räucherns gut zugänglich.

Verwendet in folgenden Konzerten

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