Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana)

Nordmann-Tanne

Die Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) ist ein mächtiger, geradstämmiger, immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse, der Wuchshöhen von 40 bis 60 Metern und ein Höchstalter von bis zu 500 Jahren erreichen kann. Sie ist im westlichen Kaukasus und im Ostpontischen Gebirge heimisch – in Georgien, Russland, der nordöstlichen Türkei und Aserbaidschan – und wurde 1842 nach dem finnischen Biologen Alexander von Nordmann benannt, der sie 1835 im Kaukasus entdeckte. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gilt sie heute aufgrund von Übernutzung und Lebensraumverlust als gefährdet.

Nach Europa gelangte die Art im 19. Jahrhundert zunächst über botanische Gärten, bevor sie im 20. Jahrhundert ihren Siegeszug als Weihnachtsbaum antrat. Heute ist die Nordmann-Tanne weltweit die meistgenutzte Baumart als Weihnachtsbaum – vor allem, weil sie ihre weichen, dunkelgrünen Nadeln auch nach dem Fällen wochenlang kaum verliert, anders als die traditionell verwendete Fichte. Wichtigster Produzent ist Dänemark mit einem Bestand von rund 100 Millionen Bäumen, von denen jährlich etwa 5 Millionen exportiert werden, viele davon auf die Weihnachtsmärkte Mittel- und Westeuropas. Als Symbol des Fests und zugleich, nach dessen Ende achtlos auf die Straße gestellt, als Sinnbild der Schattenseiten unserer Konsumkultur, verkörpert die Tanne beide Seiten der winterlichen Feierlichkeiten. Ihre flachen, an der Unterseite silbrig schimmernden Nadeln sind zudem angenehm weich und kaum pieksend, was sie im Vergleich zu stacheligeren Nadelbäumen besonders beliebt für den Innenraum macht. Zur dominierenden Weihnachtsbaumart Westeuropas wurde die Nordmann-Tanne allerdings erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts; zuvor hatte seit der Popularisierung des Weihnachtsbaumbrauchs durch Prinz Albert im Großbritannien der 1840er Jahre meist die Fichte diese Rolle innegehabt. Neben Dänemark zählen auch Deutschland, die Niederlande und Großbritannien zu bedeutenden Anbauländern; in ihrer Heimat wird die Art gelegentlich auch als Kaukasus-Tanne bezeichnet.

Als Räucherwerk entfaltet Tannenharz einen frischen, harzig-grünen, nadelartigen Duft. Er wird mit Erneuerung, dem Jahreswechsel und der unmittelbaren Gegenwart des Waldes assoziiert und ruft eine klare, winterlich-waldige Atmosphäre hervor. Auch nach dem Schneiden bleibt der typische Tannenduft noch wochenlang im Raum erhalten, weshalb Zweige und Kränze aus Nordmann-Tanne traditionell die gesamte Adventszeit über verwendet werden. Manche Gärtnereien bieten die Nadeln inzwischen sogar getrennt als Räucherware an. Er erinnert viele Menschen unmittelbar an die eigene Kindheit und den weihnachtlichen Festkreis.

Verwendet in folgenden Konzerten

Incense of Music 23
Incense of Music 23
13. Januar 2018
Arkady Shilkloper, Butterbrot — Nordtanne, Fichtenharz
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