Incense of Music 70
Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 27. Februar 2026, 20 Uhr
Sophie Notte: Violoncello, Stimme, Performance
Georg Nussbaumer: Komposition, Performance
Incense: Propolis, Pfingstrose
PANDA Platforma in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin
Eine Kollaboration der in Berlin lebenden Cellistin Sophie Notte (Cello/Performance) und des österreichischen Künstlers Georg Nussbaumer (Komposition/Performance/Installation): Über die Entstehung und den Zerfall von Harmonie – Fliegen und Haar – Echos verklungener Musik – winzige Küche und einen Drachen. Ei – Raupe (Larve) – Puppe – Schmetterling (Imago) – Paar – Herde – Schwarm... und zurück zum Ei. Ein Diptychon (mit Nebentafeln) aus zwei kammermusikalischen Kompositionen für Violoncello und andere Klangquellen, die auf großer Musik aus dem 19. Jahrhundert basieren. Es handelt sich jedoch nicht um Arrangements – die Originale werden vielmehr eingeschmolzen und so zu formlosem Material für neue Gestaltgebung und behalten dabei doch ihre Färbung, ihren „Geruch". In beiden Stücken ist das Cello zentraler Träger sich entfaltender Bögen und Gewölbe; dimensionserweitert durch umhüllende, klingende und installative Elemente öffnen sich weitere Assoziationsräume. Ein alchemistischer Prozess mit offenem Ausgang. Goldlos flüchtig.
Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird der Besuch dieser Veranstaltung nicht empfohlen.
Künstler:innen
Sophie Notte — Violoncello, Stimme, Performance
Sophie Notte (*1991) ist Cellistin und Performerin. Aufgewachsen in Trier, studierte sie Cello in Saarbrücken, Berlin und Rostock. Sie lebt in Berlin und ist seit 2020 festes Mitglied im Solistenensemble Kaleidoskop, mit dem sie sich eng verbunden fühlt. In den letzten Jahren arbeitete sie mit Künstlern und Komponisten wie Achim Freyer, Georg Nussbaumer, Pol Pi, Wojciech Blecharz, François Sarhan und Stefan Streich zusammen und trat unter anderem bei Festivals wie den Musiktheatertagen Wien, MAERZ Musik, Musikinstallationen Nürnberg, dem Donaufestival, dem Athens Epidaurus Festival, sowie an Häusern wie dem Burgtheater Wien, Kampnagel, der Berlinischen Galerie, dem Auditorio de Tenerife und dem Centre Pompidou auf. Parallel zu ihrem Wirken im Ensemble Kaleidoskop ist sie derzeit an einer Produktion von Schuberts „Winterreise" in einer Fassung für drei Performerinnen unter der Regie von Achim Freyer beteiligt. Zudem konzentriert sie sich im Celloduo mit Mathis Mayr auf zeitgenössisches Repertoire.
Georg Nussbaumer — Komposition, Performance
Georg Nussbaumer (*1964) lebt in Wien und gilt als virtuoser Gesamtkunstwerker, dessen Arbeiten sich zwischen Komposition, Installationskunst, Performance und Theater bewegen. Großformatigen szenischen Arbeiten, die vielschichtige Bildklangräume konstituieren und thematische sowie motivische Stilmittel zu einem großen Ganzen zusammenbinden, stehen reduzierte Klanginstallationen oder auch nichtklingende Vorgänge gegenüber, die sich immer mit Musik, ihrer Geschichte und Wirkung und schließlich mit ihrer Hervorbringung auseinander setzen. Nussbaumer arbeitet mit hochspezialisierten Performer*innen und Musiker*innen ebenso selbstverständlich wie mit Bogenschützen, Apnoetauchern, einem Motorradclub oder Hundertschaften von Sänger*innen ländlicher Laienchöre. Seine Arbeiten werden international auf Festivals, in Theatern und Ausstellungen gezeigt, u.a.: Donaueschinger Musiktage, Steirischer Herbst, Maerzmusik, soundscape Vilnius, Ring Festival Los Angeles, Opera Dagen Rotterdam, Teatr-e Shahr Teheran, Beethovenfest Bonn. Für die Europäische Kulturhauptstadt Bad Ischl 2024 realisierte er Projekte mit Chören, Schützen, Blaskapellen und einem mit Glocken bestückten Eisenbahnwaggon.
Die Kompositionen wurden gefördert von: Österreichisches Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport · Stadt Wien Kultur · SKE-Fonds
Räucherpflanzen
Propolis, oft als „Bienenkittharz" bezeichnet, ist eine bemerkenswerte natürliche Substanz mit einer langen Geschichte, die über den Bienenstock hinausreicht. Es ist ein komplexes harziges Gemisch, das Honigbienen erzeugen, indem sie gesammelte Pflanzenharze und -säfte – vor allem von Baumknospen wie Pappel und Nadelbäumen – mit eigenen Enzymen und Bienenwachs kombinieren. Diese klebrige, antimikrobielle Verbindung dient zum Abdichten von Rissen, zur Sterilisierung des Stockinneren und zur Einbalsamierung von Eindringlingen und fungiert somit als chemisches Immunsystem des Volkes.
Der Duft von brennendem Propolis ist tiefgründig, komplex und eindringlich. Sein Hauptcharakter ist reich harzig, balsamisch und holzig, mit einer grundlegenden Note, die an Pappelknospen, Storax und warmen Honig erinnert. Beim Erhitzen entfaltet es eine rauchige, leicht beißende Qualität, durchzogen von subtilen Anklängen von Vanille, Zimt und einer dezent medizinischen Schärfe. Zum Verräuchern eignet sich am besten eine Räucherkohletablette oder ein elektrisches Räucherstövchen; es wird nur ein kleines Stück benötigt, da das Aroma sehr intensiv ist.
Die Pfingstrose (Paeonia) ist eine eindrucksvolle, langlebige Staude, die vor allem für ihre großen, opulenten und oft duftenden Blüten bekannt ist. Sie gilt seit Jahrtausenden in vielen Kulturen als Symbol für Reichtum, Ehre, weibliche Schönheit und Heilung. Als Räucherwerk wird traditionell meist die getrocknete und zerkleinerte Wurzel oder seltener die Blütenblätter verwendet.
Der Rauch entfaltet ein blumig-würziges, erdiges und leicht süßliches Duftprofil mit dezent pfeffrigen oder minzigen Nuancen und einer holzigen Tiefe. Dieser meditative und warme Duft gilt als ausgleichend, beruhigend und schützend. In der Volksmagie Europas wurde Pfingstrose zum Fernhalten böser Geister und zum Schutz verräuchert, während sie gleichzeitig mit Heilung, Selbstliebe und sinnlicher Öffnung in Verbindung gebracht wird.

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