Hayden Chisholm
Saxophon, Obertongesang, Komposition
Kaum ein anderer Künstler hat die Reihe Incense of Music so geprägt wie Hayden Chisholm – von Konzert Nr. 4 im Jahr 2015 bis Konzert Nr. 54 im Jahr 2024 war er in insgesamt neun Konzerten zu erleben, als Solist, Komponist und Kollaborateur.
Hayden Chisholm wuchs in New Plymouth, Neuseeland, bei seinen Eltern Heather und Doug Chisholm auf. Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er in lokalen Dixieland-Bands. Mit neun Jahren begann er Klarinette zu spielen, bevor er zwei Jahre später zu seinem späteren Hauptinstrument, dem Altsaxophon, wechselte. Früh prägten ihn Johnny Hodges, Sun Ra und Eric Dolphy, seine ersten Jazzplatten. Er war Mitglied der preisgekrönten Jazzband der New Plymouth Boys' High School und gewann 1991 beim National Jazz Festival in Tauranga den Preis als herausragendster Jazzmusiker. Mit einem DAAD-Stipendium ging Chisholm an die Musikhochschule Köln, wo er bei Frank Gratkowski Saxophon studierte. 1997 erhielt er den New Zealand Young Achievers Award, der ihm ein weiterführendes Auslandsstudium ermöglichte. In diesen Jahren studierte er zudem karnatische Musik in Chennai und bereiste ausgiebig den Balkan, um dortige Musiktraditionen kennenzulernen.
Während seines Studiums in Köln entwickelte Chisholm ein System mikrotonaler Griffe für Saxophon sowie sogenannte „Split-Scales", die er 1996 auf seiner Solo-Debüt-CD „Circe" (Jazzhaus Musik) vorstellte – diese Skalen teilen reine Intervalle mittels Vierteltönen. Seine mikrotonale Arbeit fand später Eingang in das Root-70-Album „Root70 on 52nd 1/4 Street", das mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Während seiner Kölner Zeit lernte er zahlreiche Musiker:innen kennen, mit denen er bis heute zusammenarbeitet, darunter Marcus Schmickler, Nils Wogram, John Taylor, Felix Fan, Adrian Brendel, Burnt Friedman, Jochen Rückert, Antonis Anissegos, Jaki Liebezeit und Claudio Bohórquez. Zudem studierte er bei Mauricio Kagel, der damals Kompositionsprofessor war.
Ab 1995 unternahm Chisholm Konzertreisen durch Indien, Europa, Afrika und Lateinamerika, unter anderem mit dem Pianisten John Taylor. Seit 2000 arbeitet er mit der Aktionskünstlerin Rebecca Horn zusammen und komponierte die Musik zum Dokumentarfilm „Moon Mirror Journey". 2008 war er als Regieassistent bei den Salzburger Festspielen für die Oper „Luci mie traditrici" von Salvatore Sciarrino tätig. 2012 war er Protagonist im Dokumentarfilm „Sound of Heimat – Deutschland singt" von Arne Birkenstock und Jan Tengeler, in dem er durch Deutschland reist und dortige authentische Volksmusiktraditionen erkundet. 2013 wurde ihm für seine „einzigartige Klangästhetik" der SWR-Jazzpreis verliehen; im selben Jahr veröffentlichte er die 13-CD-Box „13 Views of the Heart's Cargo" mit seinen wichtigsten Aufnahmen seit 2001 – die erste CD dieser Box, „Love in Numbers", widmet sich Werken für Saxophon, in denen Chisholm die Fibonacci-Folge erforscht, wie sie sich in der Obertonreihe manifestiert. 2015 wirkte Hayden Chisholm an „Waywords and Meansigns" mit, einem Gemeinschaftsprojekt, das James Joyces „Finnegans Wake" vertont. Sein Kurs „The G-string of Pythagoras" verbindet Saxophon, reine Stimmung, antike Musiktheorie und Improvisation.
Vertreten in folgenden Konzerten










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