Incense of Music 17
Ekurhuleni
Ein olfaktorisches Konzert – Freitag, 26. Mai 2017, 13 Uhr
Gareth Lubbe: Viola, Obertongesang
Evi Filippou: Perkussion
Incense: Lorbeer, Weißer Salbei
St. Elisabethkirche, Berlin Mitte — im Rahmen von „Zeig Dich!", Evangelischer Kirchentag 2017
Als Teil des Programms „Zeig Dich!" beim Evangelischen Kirchentag 2017 gastiert Incense of Music mit einem besonderen Doppel-Duo-Programm in der St. Elisabethkirche in Berlin Mitte. Den Auftakt bildet „Ekurhuleni": Afrikanische Obertöne, klassische Viola und griechische Rhythmen. Der Folkwang-Professor, Multistilist und Soundwanderer Gareth Lubbe führt seine Viola durch alle Fährnisse und Hasardeurien heim auf die Höhen von Ekurhuleni, einem südafrikanischen „Ort des Friedens". Unterstützt wird er dabei von der griechischen Perkussionistin Evi Filippou. Dazu verräuchern wir Lorbeer und Weißen Salbei.
Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.
Künstler:innen
Gareth Lubbe — Viola, Obertongesang
Gareth Lubbe, geboren in Johannesburg, Südafrika, begann seine musikalische Ausbildung an Klavier und Geige im Alter von vier Jahren. Fünf Jahre später gab er in Johannesburg als Geiger sein Debüt mit Orchester, gefolgt von zahlreichen Preisen bei regionalen und nationalen Wettbewerben. Noch während seiner Jugendzeit in Südafrika erlernte Gareth zudem das virtuose Spiel auf etlichen Instrumenten und schuf damit die Basis für seine unglaublichen Fähigkeiten als Obertonsänger und Improvisator. Von 1995 bis 2001 absolvierte er ein Violinstudium an der Musikhochschule Köln sowie Kammermusikstudien beim Alban Berg Quartett, bevor er ein Viola-Studium bei Barbara Westphal an der Musikhochschule Lübeck anschloss. 2006 und 2007 war Gareth Lubbe Solobratscher in der Königlich Flämischen Philharmonie in Antwerpen unter Philippe Herreweghe, bevor er nach Leipzig ging, wo er als Solobratscher an das Gewandhaus berufen wurde. Im April 2013 wurde Gareth als Professor für Viola an die Folkwang Universität der Künste in Essen berufen. Darüber hinaus gastiert er weiterhin solistisch und tritt als Kammermusiker und gefeierter Obertonsänger weltweit auf.
Evi Filippou — Perkussion
Evi Filippou (GR, *1993) begann im Alter von sieben Jahren mit dem Schlagzeugunterricht. 2009 gab sie mit einem Stipendium der Friends of Music ihre ersten Recitals in Athen. Zwei Jahre später schloss sie mit dem ersten Preis ab und zog nach Berlin, um ihr Bachelorstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler zu beginnen. Sie trat u.a. mit dem Bolschoi-Ballett-Orchester, dem Cyprus Symphony Orchestra und dem Orchester des Konzerthauses Berlin auf. Evi ist Gründungsmitglied des Opera Lab Berlin, eines unabhängigen, auf Musiktheater spezialisierten Ensembles, mit dem sie ein Stück von Salvatore Sciarrino an der Staatsoper Berlin uraufführte. 2015 spielte sie ein Solokonzert in der Reihe „Welcome Young Artists!" in Athen. Gemeinsam mit dem Saxophonisten Hayden Chisholm gründete sie ein Duo, das zeitgenössische sowie eigene Kompositionen spielt; sie touren weltweit und veröffentlichten ihr gemeinsames Album „Blowslap". Evi ist zudem in zahlreichen Pop-, Jazz- und Theaterprojekten aktiv.
Räucherpflanzen
Der Echte Lorbeer ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus dem Mittelmeerraum, der Wuchshöhen von bis zu zehn Metern erreichen kann. Seine ledrigen, glänzend dunkelgrünen Blätter tragen einen kräftigen, würzigen Duft und enthalten ätherische Öle mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
Im antiken Griechenland war der Lorbeer dem Gott Apollo geweiht. Der Legende nach wurde die Nymphe Daphne von ihrem Vater, dem Flussgott Peneios, in einen Lorbeerstrauch verwandelt, um den Nachstellungen Apollos zu entkommen – dieser trug fortan aus Kummer über die unerwiderte Liebe einen Kranz aus Lorbeerzweigen. Aus seinen Zweigen geflochtene Kränze krönten später die Sieger sportlicher und dichterischer Wettkämpfe, und siegreiche römische Feldherren zogen mit einem Lorbeerkranz (Corona triumphalis) in Rom ein; später übernahmen auch die römischen Kaiser dieses Zeichen. Die Tradition wirkt bis heute nach – im englischen Titel des „poet laureate", im Silbernen Lorbeerblatt, Deutschlands höchster Sportauszeichnung, und in den Laureus World Sports Awards. In der Bibel gilt Lorbeer als Sinnbild von Wohlstand und Ruhm, in der christlichen Tradition symbolisiert er die Auferstehung Christi.
Als Räucherwerk entfaltet Lorbeer einen warmen, würzig-harzigen Duft mit einer feinen, leicht süßlichen Schärfe. Die getrockneten Blätter werden traditionell verbrannt, um Räume energetisch zu klären und eine feierliche, konzentrierte Atmosphäre zu schaffen – ein Duft, der Klarheit und einen Hauch von Erhabenheit vermittelt.
Weißer Salbei (Salvia apiana), auch Bienensalbei oder heiliger Salbei genannt, ist ein immergrüner, mehrjähriger Strauch, der im Südwesten der USA und im Nordwesten Mexikos beheimatet ist, insbesondere in den Küstengebüschen Südkaliforniens und Baja Californias am Rand der Wüsten Mojave und Sonora. Er erreicht typischerweise Wuchshöhen von 1,3 bis 1,5 Metern und hat weißlich-grüne, immergrüne Blätter, die dicht mit Härchen bedeckt sind und aromatische Öle enthalten – eine Anpassung an die Trockenheit seines Lebensraums. Im Frühling wachsen über dem Laub mehrere, mitunter rosafarbene Blütenstängel mit weißen bis blasslavendelfarbenen Blüten, die Bienen stark anziehen – daher der Artname „apiana". Die Pflanze wächst auf trockenen Hängen in Küstengebüsch, Chaparral und Gelbkiefernwäldern bis in etwa 1.500 Meter Höhe.
Für zahlreiche indigene Völker Kaliforniens ist Weißer Salbei seit Generationen eine heilige Pflanze mit eigenen Namen in den jeweiligen Sprachen, etwa qaashil (Luiseño), shlhtaay (Kumeyaay), kasiile (Tongva), we'wey (Chumash) und qas'ily (Cahuilla). Die Samen waren ein Hauptbestandteil von Pinole, einem traditionellen Grundnahrungsmittel; die Cahuilla ernteten sie in großen Mengen und mischten sie mit Weizenmehl und Zucker zu Brei oder Gebäck, während Chumash und andere Völker auch Blätter und Stängel verzehrten. Einige Stämme nutzten die Samen, um Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen, andere brauten aus der Wurzel einen Tee, den Cahuilla-Frauen zur Stärkung nach der Geburt tranken. Die Blätter werden von zahlreichen indigenen Völkern zudem seit langem in Reinigungszeremonien und spirituellen Praktiken verräuchert. In den letzten Jahrzehnten führte die wachsende kommerzielle Nachfrage zu Übererntung wilder Bestände, weshalb viele indigene Gemeinschaften und Naturschützer inzwischen darum bitten, ausschließlich kultivierte statt wild gesammelte Pflanzen zu verwenden und die Pflanze respektvoll zu behandeln.
Die getrockneten Blätter werden traditionell zu Räucherbündeln gebunden und verbrannt, wobei sie einen stark aromatischen, krautigen und kampferartigen Duft mit einer leicht süßlichen Note entwickeln. Dem Rauch werden reinigende Eigenschaften zugeschrieben, die negative Energien aus Räumen vertreiben und geistige Klarheit sowie Entspannung fördern sollen.

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