Copal

Unsere gesellige schamanische Zusammenkunft am morgigen Abend steht unter peruanisch-argentinischen Vorzeichen. Wir verräuchern dazu Copal Oro aus Guatemala ergänzt durch zwei Unzen Copal Negro aus Peru und Copal Pom aus Mexiko. Wir sind sehr gespannt auf die Interaktion unserer Melange mit den kammermusikalischen Mischfertigkeiten des Tango…

Das Wort „Copal“ entstammt dem Klassischen Nahuatl, einer Sprache, die sich als Verkehrssprache im 15. und 16. Jahrhundert in Zentralmexiko etablierte. Es bezeichnet verschiedene subfossile Harze von verschiedenen Pflanzenarten, die schon seit Jahrhunderten in den vorspanischen Kulturen Mittel- und Südamerikas bei Opferritualen, zu Reinigungszwecken, in geselligen Zusammenkünften und religiösen Zeremonien sowie bis zum heutigen Tag als Weihrauchersatz in der Kirche verräuchert werden.

Herzlich Willkommen im Roten Salon!

Copalräucherung auf einem Marktstand am Tag der Toten in Santiago Tianguistenco, Mexico

 

 

 

Incense of Music Nr. 19: Beytelmann, Bohórquez & Bohórquez

Incense of Music Nr. 19
Ein olfaktorisches Konzert – 18. Juni 2017, 20 Uhr, Einlass 19 Uhr
TANGO ARGENTINO: Gustavo Beytelmann: Klavier; Oscar Bohórquez: Geige; Claudio Bohórquez: Cello – Musik von Astor Piazolla und Gustavo Beytelmann – Fabio Dondero und Dominik Breider (Incense burning): Palo Santo und Copal Oro. Roter Salon in der Volksbuehne, LINK VOLKSBUEHNE

„Wenn der Tango sich nicht verändert,
verkommt er zu einem Musikmuseum
und hört auf, Volksmusik zu sein.“

Zum Konzert verräuchern wir Copal Oro aus Guatemala und Palo Santo aus Peru. „Incense of Music Nr. 19: Beytelmann, Bohórquez & Bohórquez“ weiterlesen

Palo Santo

Palo Santo, Heiliges Holz, ist ein Sammelbegriff für verschiedene harzreiche Hölzer Mittel- und Südamerikas, die für Räucherungen verwendet werden. Besonders begehrt sind von altersher die in Peru und Ecuador gewachsenen Hölzer der Art Bursera graveolens. Diese Pflanze gehört zu den Balsambaumgewächsen und ist ein Verwandter von Weihrauch und Myrrhe. Wir verräuchern sie durch einfaches Anglühen eines größeren Holzstücks mit der Flamme.

Palo Santo dient zur Reinigung von Körper und Haus. Die Inka setzten es gegen Atemwegs- und Ohrenentzündungen ein und mischten es mit Mate und den Federn des Nandu.

Bursera graveolens wirkt psychisch stimulierend und leicht euphorisierend, gewährt Schutz vor Zauberei und bösen Geistern. Neben ihren ohren- und atemwegsbefreienden Qualitäten wird die Pflanze traditionell zur Reinigung von der mala energia eingesetzt. Die Naporuna im Amazonastiefland von Ecuador verwenden sie bis heute als Mittel gegen mal aire, die Krankheit des springenden Bauchnabels.

Incense of Music Nr. 18: Damaskus Berlin, Ugarit Trio bei Zeig Dich!

Ein olfaktorisches Konzert – 27. Mai 2017, 13 Uhr – „Ugarit“ – Syrische Klassik trifft auf barockes Cello: Damaskus-Berlin: Nabil Hilaneh: Oud, Maria Magdalena Wiesmaier: Cello; Ugarit Trio: Nabil Hilaneh: Oud, Mevan Younes: Buzuq, Mohamad Fityan: Nay, Kawala, George Saade: Perkussionen – Fabio Dondero und Dominik Breider (Incense burning): Wacholder und WeihrauchZeig Dich!, Evangelischer Kirchentag 2017, St. Elisabeth Kirche, Berlin Mitte

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Incense of Music No. 17 – Lubbe, Filippou bei Zeig Dich!

Ein olfaktorisches Konzert, 26. Mai 2017, 13 Uhr „Ekurhuleni“: Afrikanische Obertöne, klassische Viola und griechische Rhythmen.  Gareth Lubbe (Viola, Obertongesang), Evi Filippou (Perkussion) – Fabio Dondero und Dominik Breider (Incense burning): Lorbeer und Weißer Salbei, Zeig Dich!, Evangelischer Kirchentag 2017, St. Elisabethkirche, Berlin Mitte „Incense of Music No. 17 – Lubbe, Filippou bei Zeig Dich!“ weiterlesen

Incense of Music No. 16 – Elemi Quartett bei Zeig Dich!

Ein olfaktorisches Konzert, 25. Mai 2017, 16 Uhr – „Love in Numbers“ – Das Elemi-Quartett spielt Werke von Hayden ChisholmChristian Weidner (Altsaxophon); Philip Gerschlauer (Altsaxophon); Moritz Köther (Altsaxophon); Bastian Duncker (Altsaxophon) – Fabio Dondero und Dominik Breider (Incense Burning): Elemi und Myrrhe – Zeig Dich! – Evangelischer Kirchentag 2017, Elisabethkirche Berlin „Incense of Music No. 16 – Elemi Quartett bei Zeig Dich!“ weiterlesen

Cedrus libani (Libanonzeder)

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) wächst vor allem entlang der Mittelmeerküste Süd- und Südwestanatoliens, im Libanon, dessen Wahrzeichen sie ist, und auf den Höhenlagen des Dschebel Aansariye in Syrien. Sie ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 30 bis 50 Meter erreicht und über 1.000 Jahre alt werden kann.

Die größte und älteste Zeder Deutschlands (gepflanzt ca. 1720, Stammumfang 5,20 Meter) steht in Weinheim. Auf der Pfaueninsel wachsen übrigens eine berühmte Libanonzeder (ein Mitbringsel Wilhelm II. aus dem Osmanischen Reich) und eine alte Winterlinde (die sogenannte „Doppellinde“) unweit voneinander.

Schon das frisch geschnittene Holz der Libanonzeder duftet aromatisch. In Babylonien unter Hammurabi und in Ägypten kannte man Verfahren, um das ätherische Öl aus dem Kernholz des Baumes zu gewinnen. Herodot und Diodor zufolge wurde es u. a. zur Einbalsamierung der Toten verwendet.

Wie der Löwe in der Welt der Tiere so war die Zeder der „Prinz der Bäume“. Das Kopfende des Kreuzes, an dem Jesus Christus gehängt wurde, bestand nach der biblischen Symbolik aus Zedernholz (Quer- und Fußbalken aus Zypresse und Olive). In der Ikonographie des christlichen Mittelalters ist die Zeder der Mutter Gottes zugeordnet. Den Propheten galt sie als Symbol der Unvergänglichkeit. Und im Libanon sollen in der Tat noch uralte Exemplare aus der Zeitenwende stehen.

Das ursprünglich natürliche Verbreitungsareal ist im Libanon heute durch Übernutzung nur noch 2.000 Hektar groß. Für die Erzgewinnung im jordanischen Fenan kam es schon in vorbiblischer Zeit zu einer maßlosen Rodung der Zedernwälder. Hesekiel warnt vor dem Raubbau. Zum Bau seines Tempels schickte König Salomo angeblich zehntausende Israeliten in den Libanon, um König Hiram von Tyrsos beim Holzfällen zu unterstützen. Phönizier, Ägypter und später Griechen benutzen die Zeder zum Flottenbau.

Das 67m lange Opferschiff Ramses III. ist ebenfalls aus Libanonzeder gebaut. Legendär ist auch die Reise Wen-Amons nach Byblos, um dort Zedernholz für die Barke des Amon-Re zu organisieren. Thutmosis III. importierte aus der Region Syrien-Palestina (Retenu genannt) die Duftessenz „Khor“, die auf vielen Inschriften genannt wird und hinter der sich (u.a.) auch der Duft der Libanonzeder verbergen könnte. Und ismaelitische Kaufleute brachten verschiedene Duft- und Räucheressenzen aus Gilead nach Ägypten.

Der mythische Vogel Benu, der sich zur Dämmerung in Gestalt eines Falken niederläßt, um in der Morgenröthe als Reiher wiedergeboren zu werden, steht in Verbindung mit der Zeder. In hellenistischer Zeit erschien dieser Vogel wieder als Phönix, der, wenn er das Alter fühlt, aus Balsam und Weihrauch sein Nest zusammenträgt, um sich dort zu verbrennen.

Opoponax!

Opoponax chironium