Incense of Music Nr. 52 - Shilkloper, Minami

Incense of Music 52

Ein multisensorisches Konzert (Stream) – Samstag, 27. November 2021, 18 Uhr

Arkady Shilkloper: Waldhorn, Didgeridoo

Kenji Minami: Schlagzeug

Incense: Weißer Salbei

Private Location, Lychener Straße, Berlin

Aufgrund der Corona-Problematik bietet Incense of Music in diesen schwierigen Zeiten Konzerte eher privater Natur per Stream an. Kenji Minami, Schlagzeuger aus Japan, traf den russischen Hornvirtuosen Arkady Shilkloper zu einer improvisierten Jam-Session. Wir haben den Raum mit Weißem Salbei vorbereitet.


Kenji Minami, Arkady Shilkloper

Künstler:innen

Arkady Shilkloper — Waldhorn, Didgeridoo

Arkady Shilkloper (geboren am 17. Oktober 1956) ist ein russischer Multiinstrumentalist – Horn, Alphorn, Flügelhorn – und Komponist, der heute in Deutschland lebt. Geboren in Moskau, begann er im Alter von sechs Jahren mit dem Althorn. Nach zwei Jahren Militärdienst studierte er von 1976 bis 1981 am Moskauer Gnessin-Institut, wo er zugleich seine Laufbahn im Orchester des Bolschoi-Theaters begann. Seit 1988 arbeitet er mit dem Pianisten Michail Alperin zusammen, seit 1990 gemeinsam mit Sergej Starostin als Moscow Art Trio. Er spielte u.a. mit Lionel Hampton, Lew Soloff und dem Vienna Art Orchestra und veröffentlichte fünf Soloalben. Seit 1994 ist er Mitglied des Ensembles „Pago Libre". Shilkloper gilt als einer der Musiker, die die erweiterten Spieltechniken für Waldhorn und Alphorn maßgeblich geprägt haben.

shilkloper.com

Kenji Minami — Schlagzeug

Kenji Minami ist ein in Berlin lebender japanischer Schlagzeuger, der die Grenzen musikalischen Ausdrucks als Improvisationsmusiker neu auslotet. Sein Spiel folgt keinem regelmäßigen Rhythmus und keinen festen Mustern, sondern vereint Schwingungen, die Geist und Körper der Hörenden ansprechen sollen – ein Ansatz, den er selbst als „Zen-Drumming" bezeichnet. Minami trat u.a. im artloft.berlin auf, wo er 2019 im Rahmen einer Vernissage eine musikalische Performance gab. Seine Praxis erforscht das Verhältnis von Klang und Stille sowie die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments.

Räucherpflanzen

Weißer Salbei
Weißer Salbei

Weißer Salbei ist ein immergrüner, mehrjähriger Strauch, der im Südwesten der USA und im Nordwesten Mexikos beheimatet ist, insbesondere in den Küstengebüschen Südkaliforniens und Baja Californias. Er erreicht typischerweise Wuchshöhen von 1,3 bis 1,5 Metern und hat weißlich-grüne, immergrüne Blätter, die dicht mit Härchen bedeckt sind und aromatische Öle enthalten – eine Anpassung an die Trockenheit seines Lebensraums.

Für zahlreiche indigene Völker Kaliforniens, darunter die Chumash, Cahuilla und Tongva, ist Weißer Salbei seit Generationen eine heilige Pflanze, die in Reinigungszeremonien und spirituellen Praktiken verwendet wird. In den letzten Jahrzehnten führte die wachsende kommerzielle Nachfrage zu Übererntung wilder Bestände, weshalb viele indigene Gemeinschaften und Naturschützer inzwischen darum bitten, ausschließlich kultivierte statt wild gesammelte Pflanzen zu verwenden und die Pflanze respektvoll zu behandeln.

Die getrockneten Blätter werden traditionell zu Räucherbündeln gebunden und verbrannt, wobei sie einen stark aromatischen, krautigen und kampferartigen Duft mit einer leicht süßlichen Note entwickeln. Dem Rauch werden reinigende Eigenschaften zugeschrieben, die negative Energien aus Räumen vertreiben und geistige Klarheit sowie Entspannung fördern sollen.


Incense of Music 51, Rafalimanana: Debussy

Incense of Music 51

Yannick and Friends — Folge 4

Ein multisensorisches Livestream-Konzert – Samstag, 26. Juni 2021, 20 Uhr

Yannick Rafalimanana: Klavier

Incense: Palo Santo

Livestream-Konzert

Willkommen zur vierten Folge der Reihe „Yannick and Friends". Für diese Ausgabe freute sich Yannick Rafalimanana, das in Berlin ansässige Projekt „Incense of Music" als Co-Gastgeber vorzustellen – die erste digitale Zusammenarbeit der beiden. Für diesen besonderen Anlass wählte Yannick Klavierwerke von Debussy, jene impressionistischen Meisterwerke, die in die entlegensten Winkel der Vorstellungskraft entführen. Gespielt wurde das Programm auf einem historischen Bechstein-Flügel aus dem Jahr 1896, während der Raum von Fabio Dondero und Dominik Breider mit Palo Santo geräuchert wurde. Das Konzert wurde professionell aufgezeichnet, um ein audiovisuelles Erlebnis auch zuhause zu ermöglichen.

Yannick Rafalimanana

Foto: Fabio Dondero

Künstler:innen

Yannick Rafalimanana — Klavier

Der französische Pianist Yannick Rafalimanana hat eine internationale Konzertkarriere als Solist und Kammermusiker entwickelt. Jüngste Auftritte führten ihn in Säle auf der ganzen Welt, darunter die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, die Wigmore Hall, das Konzerthaus Berlin, die Kölner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus, die Shanghai Symphony Orchestra Chamber Hall und das Kennedy Center in Washington. Er hat mit unzähligen Künstlern Kammermusik gemacht, darunter Kim Kashkashian, Steven Isserlis, Noah Bendix-Balgley, Arnold Steinhardt und Itzhak Perlman. Geboren in Lille, studierte er am dortigen Konservatorium sowie am Pariser Conservatoire, bevor er am New England Conservatory in Boston bei Vivian Weilerstein seinen Abschluss machte. Von 2015 bis 2018 lehrte er Kammermusik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2022 gründete er in seinem Berliner Viertel die Konzertreihe „Yannick's Salon".

Räucherpflanzen

Palo Santo
Palo Santo

Palo Santo – spanisch für „heiliges Holz" – stammt vom Baum Bursera graveolens, der in den trockenen Küstenwäldern Ecuadors, Perus und angrenzender Regionen Südamerikas beheimatet ist. Sein aromatisches Holz wird traditionell nicht vom lebenden Baum geschlagen, sondern erst Jahre nach dessen natürlichem Absterben gesammelt, wenn sich das Harz im Holz vollständig entwickelt hat.

Bereits die Inka und andere vorspanische Kulturen Südamerikas nutzten Palo Santo für spirituelle Reinigungsrituale, zur Vertreibung negativer Energien und in der traditionellen Medizin. In den vergangenen Jahren hat die weltweit gestiegene Nachfrage – befeuert durch die globale Verbreitung in Wellness- und Räucherpraxen – zu Bedenken hinsichtlich einer nachhaltigen Ernte geführt, ganz ähnlich wie beim Weißen Salbei.

Verbrannt entfaltet Palo Santo einen warmen, süßlich-holzigen Duft mit Noten von Kiefer, Minze und Zitrus. Es wird traditionell in Stäbchenform oder als Späne verräuchert und soll negative Energie vertreiben sowie Ruhe, Klarheit und Kreativität fördern.


Incense of Music 49- Dhalgren in Duo STREAMING

Incense of Music 49

Dhalgren in Duo — Songs from a Dystopian Utopia

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 30. Mai 2020, 20 Uhr

Chris Dahlgren: Gesang, Gitarre, Viola da Gamba, Komposition

Evi Filippou: Gesang, Vibraphon, Schlagzeug

Incense: Lorbeer

Streaming aus dem PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Der Virus bringt neue Herausforderungen mit sich: kein Publikum bei den Konzerten, Video- und Audio-Streaming statt Live-Erlebnis. Aber wie funktioniert es mit Räucherungen und Düften in der virtuellen Welt? Wir sind dabei, es herauszufinden.

Chris Dahlgren (Stimme, Gitarre, Viola da Gamba, Baglama) und Evi Filippou (Stimme, Vibraphon, Schlagzeug) führten Songs vom neuen Album „Songs From A Dystopian Utopia" in einem Live-Simulcast aus dem PANDA Theater auf. Normalerweise tritt die Band Dhalgren zu viert oder fünft auf; in dieser reduzierten Duo-Besetzung tauchen Dahlgren und Filippou in die intimen Ecken und Landschaften von Dahlgrens Songs ein, die sich wirklich jeder Genre-Einordnung entziehen.

Das Album ist eine Suite über Dystopien und Utopien, über Abgründe und unerforschte Winkel des Selbst – und zugleich ein Album über Berlin. Dahlgren ließ sich dabei von älteren Science-Fiction-Werken wie Aldous Huxleys „Brave New World" und den Romanen der Brüder Arkadi und Boris Strugatzki beeinflussen. Der Musikjournalist Wolf Kampmann beschrieb das Album als eine Reise von der nächtlichen Oberfläche Berlins hinab in eine dunklere, unterirdische Welt voller Spinnweben und verborgener Schönheit – am Ende mehr Utopie als Dystopie.

Chris Dahlgren, Evi Filippou

Künstler:innen

Chris Dahlgren — Gesang, Gitarre, Viola da Gamba, Komposition

Chris Dahlgren (*1961 in New York City) ist ein US-amerikanischer Jazzbassist und Polyinstrumentalist. Dahlgren, der in Denver aufwuchs, spielte als Kind Cello, bevor er zum Bass wechselte. Er studierte bis 1986 am Musikkonservatorium der University of Cincinnati Jazz und bis 2003 Komposition und experimentelle Musik an der Wesleyan University bei Anthony Braxton, Alvin Lucier und Christian Wolff. Er trat als Sideman mit Musikern wie Joe Lovano, Charles Tolliver und Herb Ellis auf. In Berlin wurde er schnell zur kreativen Szene-Triebkraft, u.a. in den Bands Johnny La Marama und Lexicon sowie an der Seite von Gebhard Ullmann. Später verlegte er sich zunehmend aufs Songschreiben, Singen und Gitarrespielen und gründete die Band Dhalgren, benannt nach Samuel Delanys gleichnamigem dystopischem Roman. Seit 2003 unterrichtet er Ensemblespiel an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin.

Evi Filippou — Gesang, Vibraphon, Schlagzeug

Evi Filippou ist eine Vibraphonistin und Perkussionistin mit Erfahrung auch im Bereich der Kammermusik. Als Mitglied der Band Dhalgren wirkte sie an deren zweitem Album „Songs From A Dystopian Utopia" (2020) mit, das bei Boomslang Records erschien.

Räucherpflanzen

Lorbeer
Lorbeer (Laurus Nobilis)

Der Echte Lorbeer ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus dem Mittelmeerraum, der Wuchshöhen von bis zu zehn Metern erreichen kann. Seine ledrigen, glänzend dunkelgrünen Blätter tragen einen kräftigen, würzigen Duft und enthalten ätherische Öle mit entzündungshemmenden Eigenschaften.

Im antiken Griechenland war der Lorbeer dem Gott Apollo geweiht, und aus seinen Zweigen geflochtene Kränze krönten die Sieger sportlicher und dichterischer Wettkämpfe – eine Tradition, die bis heute im Wort „Baccalaureus" (Bakkalaureus, wörtlich „Lorbeerbeere") nachklingt. In der Bibel gilt Lorbeer als Sinnbild von Wohlstand und Ruhm, in der christlichen Tradition symbolisiert er die Auferstehung Christi.

Als Räucherwerk entfaltet Lorbeer einen warmen, würzig-harzigen Duft mit einer feinen, leicht süßlichen Schärfe. Die getrockneten Blätter werden traditionell verbrannt, um Räume energetisch zu klären und eine feierliche, konzentrierte Atmosphäre zu schaffen – ein Duft, der Klarheit und einen Hauch von Erhabenheit vermittelt.

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Incense of Music 48 - Chisholm, Tschabaschwili

Incense of Music Nr. 48

A multisensorial concert – Thursday, 5th March 2020, 8 p.m.

Hayden Chisholm, saxophone. Meri Tschabaschwili, piano  – Fabio Dondero and Dominik Breider (Incense burning): eucalyptus and lemongrass.

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

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INCENSE OF MUSIC 47 - Joolaee, Uskov

Incense of Music 47

Ein multisensorisches Konzert – Samstag, 8. Februar 2020, 20 Uhr

Misagh Joolaee: Kamancheh

Andrei Uskov: Gitarre

Incense: Kakao, Vanille

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Wir freuen uns auf die zweite Veranstaltung im Jahr, ein Doppelkonzert zweier Virtuosen auf sehr unterschiedlichen Instrumenten: Misagh Joolaee, Kamancheh, und Andrei Uskov, Gitarre. Ein kontrastreicher Abend, harmonisch in der Zusammensetzung. Begleitet wird er von den warmen, süßen Düften von Kakao und Vanille – zwei Pflanzen mit gemeinsamen Wurzeln in Mesoamerika, deren erdig-süßer Duft dem Abend eine einhüllende, behagliche Tiefe verleiht.

Incense of Music 47

Künstler:innen

Misagh Joolaee

Misagh Joolaee — Kamancheh

Geboren 1983 in Mashhad, aufgewachsen in der nordiranischen Provinz Mazandaran, begann Misagh Joolaee im Alter von acht Jahren, Geige zu spielen. Innerhalb von fünf Jahren vollendete er das Erlernen des persisch-klassischen Repertoires „Radif". Mit 13 gewann er den Fadjr-Musikwettbewerb im Iran und lernte bei diversen iranischen Meistern Setar, Tar und besonders intensiv Kamancheh, gefolgt von einer Ausbildung an Klavier und Geige in europäischer klassischer Musik. 2009 gründete er das Ensemble „AAVAAN", mit dem er seine eigenen Kompositionen aufführte und 2010 den Wettbewerb „Creole – Globale Musik" in Deutschland gewann. 2015 gründete er zusammen mit spanischen Musikern aus Andalusien das Flamenco-persische Ensemble „Chachipen". 2011 gründete er zudem das anatolisch-persische Duo mit dem türkischen Baglama-Meister Levent Özdemir. 2014 trat er als Kamancheh-Solist bei der Aufführung der 5. Sinfonie von Awet Terterjan mit dem Staatsorchester Braunschweig auf. Von 2011 bis 2014 war er als Dozent an der Weltmusik-Fakultät der Universität Hildesheim tätig und schloss 2015 sein Elektrotechnik-Studium an der Leibniz Universität Hannover mit einem Master ab.

misaghjoolaee.com

Andrei Uskov — Gitarre

Andrei Uskov ist ein Gitarrist aus Belarus.

Räucherpflanzen

Kakao
Kakao

Der Kakaobaum (Theobroma cacao) ist ein kleiner, immergrüner Baum, der ursprünglich aus den Regenwäldern des Amazonasbeckens stammt. Seine großen Fruchtkapseln wachsen direkt am Stamm und den älteren Ästen und enthalten die Kakaobohnen, umgeben von einem süßen, weißen Fruchtfleisch.

Für die Maya und Azteken galt Kakao als heilige Pflanze – sein botanischer Name Theobroma bedeutet auf Griechisch „Speise der Götter". Aus den Bohnen wurde ein bitteres, gewürztes Getränk zubereitet, das bei rituellen Zeremonien, Hochzeiten und Opferungen getrunken wurde; die Bohnen selbst dienten zeitweise sogar als Zahlungsmittel.

Als Räucherwerk entfaltet Kakao ein warmes, erdig-schokoladiges Aroma mit einer feinen, leicht bitteren Tiefe. Ihm wird eine herzöffnende, erdende Wirkung nachgesagt, weshalb er bis heute in modernen Kakao-Zeremonien verwendet wird, um Zentrierung und emotionale Öffnung zu unterstützen.

Vanille
Vanille

Vanille (Vanilla planifolia) ist eine kletternde Orchideenliane, die ursprünglich aus Mexiko stammt – die einzige Orchideengattung, die weltweit für den Verzehr kultiviert wird. Ihre langen Schoten, die Vanilleschoten, entstehen nur nach aufwendiger Handbestäubung der Blüten und durchlaufen anschließend einen wochenlangen Reifungs- und Trocknungsprozess.

Erstmals kultiviert wurde Vanille vom Volk der Totonaken in Mexiko, später übernahmen die Azteken die Pflanze, um ihr Kakaogetränk zu aromatisieren. Spanische Eroberer brachten Vanille nach Europa, wo sie schnell zu einer begehrten Kostbarkeit wurde. Heute stammt der Großteil der weltweiten Produktion aus Madagaskar.

Verbrannt verströmt Vanille einen süßen, warmen Duft mit cremigen Untertönen. Ihr wird eine beruhigende, tröstende Wirkung zugeschrieben – ein Duft, der Stress lindern und eine behagliche, einladende Atmosphäre schaffen soll.

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Incense of Music 46 - Faber, Sawada, Strasfogel, Notte / Rajab

Incense of Music 46

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 24. Januar 2020, 20 Uhr

Erstes Set — Streichquartett (Kaleidoskop Ensemble):

Anna Faber: Violine

Mari Sawada: Violine

Daniella Strasfogel: Viola

Sophie Notte: Cello

Zweites Set:

Ziad Rajab: Oud, Gesang

Incense: Zypresse, Orangenblüte

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Programm, erstes Set: Maja Ratkje – „to F" (für Cello solo, 2011); Synne Skouen – „...à travers les paroles" (für Violine solo, 2007); Cecilie Ore – „Lex temporis" (für Streichquartett, 1992); Jane Birkin – „Lost Song", nach der Peer-Gynt-Suite Nr. 2, op. 55, in einem Arrangement von Serge Gainsbourg und Grégoire Simon

2020 hat begonnen, und wir sind stolz, die nächste Veranstaltung unserer Reihe anzukündigen. Am 24. Januar präsentieren wir ein Doppelkonzert in zwei Sets: zunächst ein Streichquartett (Anna Faber, Mari Sawada, Daniella Strasfogel, Sophie Notte), danach Ziad Rajab (Oud, Gesang) – ein Programm, das von zeitgenössischer skandinavischer Musik bis zu arabischen Maqams reicht. Wir freuen uns besonders, vier Künstlerinnen des Kaleidoskop Ensembles in unserer Reihe zu begrüßen und Ziad Rajab nach unserem wunderschönen Erlebnis beim Konzert 39 im Oktober 2019 zu einem weiteren magischen Abend wieder einzuladen. Begleitet wird der Abend von den Düften der Zypresse und der Orangenblüte.

Künstler:innen

Sophie Notte

Sophie Notte — Cello

Sophie Notte studierte Cello bei Konstantin Heidrich in Berlin sowie bei Valentin Radutiu und Natalie Clein in Rostock. Zuvor war sie Jungstudentin bei Ulrich Voss an der Musikhochschule Saarbrücken. Wertvolle kammermusikalische Impulse erhielt sie u.a. von Mitgliedern des Artemis Quartetts, von Mathieu Herzog, Valentin Erben und Konrad Elser. Sie war Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes und gewann beim Alice-Samter-Kammermusikwettbewerb den 2. Preis. Orchestererfahrung sammelte sie im WDR Funkhausorchester, der Jungen Deutschen Philharmonie sowie als Mitglied und Stimmführerin des Bundesjugendorchesters unter Dirigenten wie Simon Rattle, Kurt Masur und Kirill Petrenko. Sophie Notte lebt heute als freischaffende Musikerin in Berlin, spielte zuletzt mehrfach mit dem Solistenensemble Kaleidoskop und arbeitet zudem als Cellolehrerin.

Anna Faber

Anna Faber — Violine

Anna Faber, aufgewachsen am Bodensee, studierte bei Nora Chastain, Ana Chumachenco und David Takeno und schloss 2005 mit Auszeichnung ab. Sie lebte längere Zeit in London und arbeitete dort mit Ensembles wie der Britten Sinfonia, dem Chamber Orchestra of Europe und dem Ensemble Modern. Neben ihrer Tätigkeit als Stimmführerin beim Basler Kammerorchester ist sie Mitglied des Solistenensembles Kaleidoskop in Berlin, wo sie seit über zehn Jahren lebt. Seither arbeitete sie mit Künstler:innen wie Sasha Waltz, Laurent Chetouane sowie Susanne Kennedy & Georg Nussbaumer und trat als Musikerin und Performerin bei Festivals wie dem Sydney Festival, Wien Modern, Hitzacker, den Donaueschinger Musiktagen, dem Holland Festival und der Ruhrtriennale auf. Wenn sie nicht Violine spielt, singt und tanzt sie – oder packt das alte Akkordeon aus.

Mari Sawada

Mari Sawada — Violine

Mari Sawada wurde in Essen geboren und aufgewachsen. Im Alter von vier Jahren begann sie bei ihrer Mutter mit dem Violinspiel, später wurde Prof. Keiko Wataya ihre Lehrerin und eine wichtige Bezugsperson. Ihr Weg führte sie über Utrecht und Aachen nach Berlin, wo sie seither lebt. Seit 2007 spielt sie vor allem mit dem Solistenensemble Kaleidoskop in Berlin, dem sie sich sehr verbunden fühlt. Weitere prägende Menschen in ihrem musikalischen Werdegang waren Charles André Linale, Michael Vaiman, Joyce Tan und vor allem ihre Familie.

Daniella Strasfogel

Daniella Strasfogel — Viola

Daniella Strasfogel ist Geigerin, Geigenlehrerin und Performerin mit Sitz in Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des Solistenensembles Kaleidoskop in Berlin. 2018 initiierte sie im Rahmen der Kaleidoskop-Aktivitäten die Publikumsgesprächsreihe „The Artist Talk!", die den Austausch zwischen Künstler:innen und Publikum fördert. Im selben Jahr gründete sie zudem LOUDsoft, entstanden aus dem Impuls, mehrdimensionale musikalische Erlebnisse für und mit Familien zu schaffen.

daniellastrasfogel.com

Ziad Rajab — Oud, Gesang

Ziad Rajab wurde in Aleppo, Syrien, als Sohn einer syrischen Mutter und eines palästinensischen Vaters geboren. Sowohl seine Mutter als auch seine Großmutter spielten Oud, und von ihnen erhielt er seinen ersten Unterricht. Später studierte er bei Bahjat Durmosh und dem bedeutenden arabischen Musiktheoretiker (Maqam) Rashid al-Sufi. Sein professionelles Debüt gab er 1983 mit Sabab al-Arube, einer der Aleppo Fine Arts Association angeschlossenen Gruppe. Seit 1988 lebt er in Thessaloniki, Griechenland, wo er seinen eigenen musikalischen Weg verfolgt und u.a. beim WOMAD (2002), dem Samothraki World Music Festival (2005) und am Thessaloniki State Conservatory auftrat. International spielte er beim Helsinki Festival (1993), dem Moers Festival in Deutschland (2015) und weiteren internationalen Bühnen. Er hat mit zahlreichen Musiker:innen zusammengearbeitet, darunter Ross Daly, Yorgos Dalaras und Haig Yazdjian, und veröffentlichte mehrere eigene Alben, darunter „Mawjet Tarab" (2000). Seit 1994 baut und repariert Ziad Rajab zudem Ouds in seiner eigenen Werkstatt und gibt Oud-Unterricht für Anfänger:innen wie Fortgeschrittene.

ziad.gr

Der Alchemist

Pieter Bruegel der Ältere – „Der Alchemist" (1558), Kupferstich von Philipp Galle

Räucherpflanzen

Zypresse
Zypresse

Die Zypresse bezeichnet mehrere Nadelbaumarten der Familie Cupressaceae, am bekanntesten die schlanke, säulenförmige Mittelmeer-Zypresse. Sie wächst in felsigen, gut durchlässigen Böden gemäßigter Regionen und ist in Landschaften Südeuropas, des Nahen Ostens und Nordafrikas allgegenwärtig. Ihr dauerhaftes, verrottungsresistentes Holz machte sie historisch zu einem geschätzten Baumaterial für Schiffe, Möbel und sakrale Bauten.

Aufgrund ihrer Langlebigkeit – manche Bäume erreichen über tausend Jahre – und ihrer immergrünen Erscheinung gilt die Zypresse seit der Antike als Symbol der Unsterblichkeit und der Trauer. Sie prägt bis heute Friedhöfe und heilige Orte rund ums Mittelmeer und in der islamischen Welt, wo ihre stille, aufrechte Gestalt seit Jahrhunderten als Sinnbild für Erinnerung und den Übergang zwischen den Welten gelesen wird.

Als Räucherwerk verströmt Zypresse einen frischen, harzig-holzigen Duft, der an einen Nadelwald nach dem Regen erinnert – klar, erdend und ohne jede Schwere. Ihr Rauch wird traditionell zur Reinigung von Räumen, zur Unterstützung der Meditation und in Zeremonien des Gedenkens verwendet, wo er ein Gefühl von Trost und stiller Sammlung vermittelt.

Orangenblüte
Orangenblüte

Die Orangenblüte stammt von den Blüten des Orangenbaums (Citrus sinensis bzw. Citrus aurantium) – kleine, wachsartig-weiße Blüten von intensivem, süßem Duft, die im Frühling an den immergrünen Bäumen blühen, deren Ursprung in Asien liegt und die sich seit Jahrhunderten im gesamten Mittelmeerraum verbreitet haben.

In vielen mediterranen und nahöstlichen Kulturen ist Orangenblütenwasser seit langem fester Bestandteil der Küche, von nahöstlichem Gebäck bis zu französischen und spanischen Desserts. In der mediterranen Hochzeitstradition galt die Orangenblüte zudem lange als Symbol von Reinheit und Fruchtbarkeit und zierte Brautsträuße. Destilliert ergibt sie das kostbare Neroliöl, benannt nach einer italienischen Prinzessin von Nerola, das seit dem 17. Jahrhundert in der Parfümerie geschätzt wird.

Verbrannt entfaltet Orangenblüte einen zarten, süß-blumigen Duft mit einer feinen Zitrusfrische. Ihr wird eine zugleich belebende und beruhigende Wirkung nachgesagt, verbunden mit Gefühlen von Freude, Reinheit und Neuanfang.


Incense of Music 45 - card castle trio

Incense of Music 45

Card Castle Trio

Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 12. Dezember 2019, 20 Uhr

Antonis Anissegos: Klavier

Mike Majkowski: Bass

Christian Marien: Schlagzeug

Incense: Grapefruit, Rosmarin

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Wir freuen uns, am 12. Dezember ein ganz besonderes Konzert mit experimenteller Musik zu präsentieren: Card Castle ist ein Klaviertrio, das kurz nach dem Ende des Maya-Kalenders entstand. Der Name des Trios ist ein Anagramm von Kurt Vonneguts Romantitel „Cat's Cradle" (1963), der das Ende unserer Zivilisation durch den Abwurf der Bombe „Eis-Neun" beschreibt. Begleitet wird der Abend vom Duft aus Grapefruit und Rosmarin.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Konzert nicht empfohlen.

Künstler:innen

Antonis Anissegos

Antonis Anissegos — Klavier

Antonis Anissegos lebt seit 1998 in Berlin und arbeitet als Komponist, Pianist (Interpret/Improvisator) und Elektronikmusiker (alias „unu"). Zu seinen aktuellen Projekten zählen Trio IAMA, ΣΩΜΑ und Card Castle (mit Mike Majkowski und Christian Marien). Er arbeitete mit dem Berliner Ensemble, der Neuköllner Oper und Novoflot zusammen und ist seit 2015 häufiger Gast des Ensembles Adapter. Seit 2006 tritt er zusammen mit der Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki als Duo KAYA auf. Er begann im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen, studierte am Staatlichen Konservatorium Thessaloniki, an der Ferenc Liszt Akademie Budapest sowie in Wien und Köln Komposition, bevor er seinen Abschluss an der Berliner Akademie der Künste (UdK) machte. Seine Kompositionen wurden u.a. vom Ensemble Modern und Ensemble Mosaik aufgeführt, und er erschien auf über 60 Aufnahmen im Bereich der zeitgenössischen kreativen Musik.

enstase.com

Christian Marien

Christian Marien — Schlagzeug

Christian Marien (*1975 in Münster) ist zu Hause in einem breiten Spektrum musikalischer Umfelder und verbindet melodische Phrasierung mit einem klugen Sinn für Abstraktion, formales Bewusstsein mit improvisatorischem Instinkt sowie klangliche Expertise mit tief verwurzelten Grooves. Präparationen und Objekte an seinem Schlagzeug erweitern die musikalische Situation organisch. Marien studierte Musik in Amsterdam und Berlin, wo er seit 2000 lebt. Als zentrale Figur der Berliner Jazz- und Improvisationsszene leitet er u.a. gemeinsam Projekte wie Superimpose, The Astronomical Unit und I Am Three. Zudem ist er festes Mitglied zahlreicher weiterer Gruppen wie Z-Country Paradise und das Hannes Zerbe Jazz Orchester und teilt sich häufig die Bühne mit Musiker:innen wie Frank Gratkowski, Sofia Jernberg und Gebhard Ullmann.

christianmarien.de

Mike Majkowski

Mike Majkowski — Bass

Mike Majkowski (*1983) ist ein Kontrabassist aus Sydney, Australien. Er begann seine musikalische Laufbahn als Jazzbassist und spielte u.a. mit Mike Nock, Bob Mintzer und Vince Jones. Seither hat er ein aktives Interesse an explorativer und experimenteller Musik entwickelt und ist seit langem Teil der Sydneyer Improvisationsszene, wo er regelmäßig mit Jim Denley, Jon Rose und Chris Abrahams zusammenarbeitet. Er ist Gründungsmitglied des Splinter Orchestra, eines großformatigen elektroakustischen Improvisationsensembles, das 2002 entstand. Zu seinen aktuellen Projekten zählt das Klavier-Bass-Schlagzeug-Trio ROIL (mit Chris Abrahams und James Waples) sowie seine eigene Arbeit als Solist. Sein Solodebütalbum „Ink On Paper" erschien Ende 2009 beim portugiesischen Label Creative Sources.

Räucherpflanzen

Grapefruit
Grapefruit

Die Grapefruit (Citrus × paradisi) ist ein subtropischer Zitrusbaum, der für seine großen, säuerlichen bis halbsüßen Früchte bekannt ist. Sie ist eine immergrüne Hybride mit glänzenden, dunkelgrünen Blättern und großen, duftenden weißen Blüten. Die Schale der Frucht, deren Farbe von Gelb bis Rötlich-Rosa reicht, ist reich an ätherischen Ölen, aus denen ihr charakteristischer Duft gewonnen wird.

Anders als viele andere Räucherpflanzen blickt die Grapefruit nicht auf Jahrtausende ritueller Tradition zurück: Sie entstand erst im 18. Jahrhundert als zufällige Kreuzung zwischen Pampelmuse und Orange auf Barbados und verbreitete sich von dort über die Karibik und Florida zu einer der wichtigsten Zitrusfrüchte weltweit. Ihre Verwendung als Räucherwerk und in der Aromatherapie ist entsprechend jung – ein Kind der modernen Wellness- und Selbstfürsorgekultur, die auf der Suche nach frischen, energetisierenden Düften war.

Als Räucherwerk wirkt Grapefruit stark erhebend und klärend. Ihr lebendiges, spritziges Aroma verbindet eine intensive, herbe Süße mit einer leicht bitteren, grünen Note der Schale. Sie eignet sich hervorragend, um die Atmosphäre zu reinigen, schwere oder stagnierende Energie zu vertreiben und den Geist zu schärfen – ideal für die Arbeit, kreative Phasen oder um den Tag mit Fokus und Positivität zu beginnen.

Rosmarin
Rosmarin

Rosmarin ist ein immergrüner, ausdauernder Strauch, der in den trockenen, felsigen Küstengebieten des Mittelmeerraums beheimatet ist. Er ist wissenschaftlich unter dem Namen Salvia rosmarinus bekannt, was übersetzt „Tau des Meeres" bedeutet – ein poetischer Name, der seinen Lebensraum widerspiegelt. Seine nadelförmigen Blätter sind oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits silbrig-weiß und filzig, und entfalten beim Berühren einen intensiven Duft.

Schon in der Antike galt Rosmarin als Symbol des Erinnerns – im antiken Griechenland trugen Studierende Rosmarinkränze, um das Gedächtnis zu stärken, ein Glaube, der sich bis in Shakespeares „Hamlet" hält, wo Ophelia sagt: „Rosmarin, das ist zum Andenken." Im Mittelalter wurde er bei Hochzeiten als Zeichen der Treue und bei Beerdigungen als Zeichen des Gedenkens verwendet, und in vielen europäischen Haushalten hing ein Zweig über der Tür, um Krankheit und Unheil fernzuhalten.

Als Räucherwerk wird Rosmarin für seine kraftvollen reinigenden und belebenden Eigenschaften geschätzt. Beim Verglimmen entwickelt er einen robusten, klaren, kampferartigen Duft mit harzigen, an Kiefern erinnernden Noten und einem leicht pfeffrigen Unterton. Traditionell wird er verwendet, um einen Raum von negativer Energie zu befreien, die geistige Klarheit zu fördern und dem Geist neue Wachheit zu schenken.


Incense of Music 44 - Voutchkova, Zerang

Incense of Music 44

Ein multisensorisches Konzert – Dienstag, 10. Dezember 2019, 20 Uhr

Biliana Voutchkova: Violine

Michael Zerang: Perkussionen

Incense: Eichenmoos, Holunder

Studio Rainer Spehl, Brunnenstraße 152, 2. Hinterhof, 10115 Berlin

Nach ihrem ersten gemeinsamen Auftritt 2016 in Chicago hat das Duo bei zahlreichen Gelegenheiten gespielt und sein erstes Album aufgenommen, das 2020 erscheinen wird. Mit reduziertem Vokabular auf höchst ungewöhnliche und eigenständige Weise erschafft das Duo eine intime Welt symbiotischen Klangs.

Biliana Voutchkova, Michael Zerang

Foto: Photomusix / C. Marx

Künstler:innen

Biliana Voutchkova — Violine

Die bulgarische Geigerin Biliana Voutchkova lebt und arbeitet in Berlin als Solistin und mit renommierten Ensembles wie dem Solistenensemble Kaleidoskop, dem Splitter Orchester, zeitkratzer, dem Ensemble Modern und dem Duo Voutchkova/Thieke. Sie ist eine dynamische, durch und durch engagierte Performerin, Komponistin und Improvisatorin mit einer zutiefst persönlichen musikalischen Sprache. Ihre Arbeit umfasst ein denkbar breites Spektrum an Musik, Klang und Bewegung, und ihre Interessen führen sie in vielfältige interdisziplinäre Kollaborationen. Zu ihren jüngeren Projekten zählen Solotourneen durch Kolumbien, Chile, die USA, Australien, Japan, Korea und Taiwan, die Kuration ihres DARA String Festivals sowie langformatige Performances in der Sammlung Hoffmann Berlin. Biliana erhielt kürzlich das Kompositionsstipendium des Berliner Senats sowie Förderungen von INM Berlin, dem Musikfonds und dem Trust for Mutual Understanding, New York. Die Zeitschrift FreiStil beschrieb sie als „mutig, kompromisslos, letztlich erfolgreich".

bilianavoutchkova.net

Biliana Voutchkova, Michael Zerang

Foto: Photomusix / C. Marx

Michael Zerang — Perkussionen

Michael Zerang wurde in Chicago, Illinois, geboren und ist ein Amerikaner assyrischer Abstammung der ersten Generation. Seit 1976 ist er als professioneller Musiker, Komponist und Produzent tätig, mit Schwerpunkt auf improvisierter Musik, Free Jazz, zeitgenössischer Komposition, Puppentheater, experimentellem Theater und internationalen Musikformen. Als Perkussionist, Komponist und Kollaborateur umfasst seine Diskografie über hundert Titel; seit 1981 tourte er durch 35 Länder. Ab 2004 begann er mit Musiker:innen im Nahen Osten zu arbeiten und reiste zum Auftreten, Unterrichten und Studieren u.a. in den Jemen, den Libanon, nach Ägypten, Syrien, in die Türkei und nach Marokko. Ab 2007 spielte er über 100 Konzerte in Polen, meist in Zusammenarbeit mit polnischen Musiker:innen. Michael gründete 1985 die Link's Hall Performance Series in Chicago, deren künstlerischer Leiter er bis 1989 war und in deren Rahmen er über 300 Konzerte produzierte. Er hat drei Joseph Jefferson Awards für Original Music Composition in Theater erhalten, in Zusammenarbeit mit dem Redmoon Theater. Michael unterrichtete u.a. an der School of the Art Institute of Chicago sowie an der Northwestern University und gibt bis heute Workshops in improvisierter Musik und Perkussionstechnik.

michaelzerang.com

Vincent van Gogh – Pappeln bei Nuenen

Vincent van Gogh – „Pappeln bei Nuenen"

Räucherpflanzen

Eichenmoos
Eichenmoos

Eichenmoos (Evernia prunastri) ist streng genommen keine Pflanze, sondern eine Flechte – eine Symbiose aus Pilz und Alge –, die in Form graugrüner, verzweigter Büschel auf der Rinde von Eichen und anderen Laubbäumen in den gemäßigten Wäldern Europas wächst.

Eichenmoos zählt zu den ältesten und bedeutendsten Rohstoffen der Parfümerie und wurde schon in antiken ägyptischen Duftrezepturen verwendet. Seit François Coty 1917 seinen wegweisenden Duft „Chypre" schuf, ist Eichenmoos das namensgebende Herzstück der gesamten Chypre-Duftfamilie. Traditionell wurde es vor allem in den Eichenwäldern des ehemaligen Jugoslawiens und Frankreichs gesammelt.

Als Räucherwerk entfaltet Eichenmoos einen tiefen, erdigen, moosig-holzigen Duft mit einer feuchten, fast ledrigen Note – wie der Waldboden nach dem Regen. Er wirkt stark erdend und wird mit der Verbindung zu alten Wäldern und tiefer Verwurzelung assoziiert.

Holunder
Holunder

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein kleiner, sommergrüner Baum oder Strauch, der in weiten Teilen Europas heimisch ist. Im Frühsommer trägt er cremeweiße, flach ausgebreitete Blütendolden, aus denen im Herbst dunkelviolette bis schwarze Beeren reifen.

Kaum eine andere Pflanze ist so tief in der europäischen, besonders der germanischen und nordischen Volksüberlieferung verwurzelt wie der Holunder. Er galt als Schutzbaum, dem die „Holunder-" oder „Frau Holle" innewohnte – man bat den Baum traditionell um Erlaubnis, bevor man ihn beschnitt, aus Furcht, ihren Zorn zu erregen. Seine Blüten und Beeren wurden über Jahrhunderte in der Volksmedizin gegen Erkältungen verwendet und gelten bis heute als Stärkung für die Abwehrkräfte.

Als Räucherwerk verströmt Holunder einen süßen, zarten, blumigen Duft, wenn die Blüten verwendet werden, oder eine tiefere, fruchtigere Note bei Beeren oder Holz. In alten germanischen Vorstellungen wurde er mit Schutz, der Verbindung zu den Ahnengeistern und der Schwelle zwischen den Welten in Verbindung gebracht.


Incense of Music 43 - SUGAR and friends

Incense of Music 43

SUGAR and friends: Opoponax

Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 28. November 2019, 20 Uhr

Erster Teil:

Grégoire Simon: Viola, Elektronik

Zweiter Teil — SUGAR and friends:

Isabelle Klemt: Cello

David Eggert: Cello

Ole Brolin: Elektronik

Grégoire Simon: Viola, Elektronik

Incense: Zitrone, Opoponax

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Wir freuen uns sehr, ein weiteres Highlight der Reihe Incense of Music anzukündigen: SUGAR and friends gestalten einen ganz besonderen, zweigeteilten Abend zwischen Streichern und Elektronik. Zitrone und Opoponax sind die Düfte der Wahl. Höchster Genuss garantiert.

Künstler:innen

Grégoire Simon

Grégoire Simon — Viola, Elektronik

Grégoire Simon arbeitet zwischen Berlin und Paris als Performer (Bratsche und Violine), Produzent und Komponist. Nach seinem Studium der Violine und Bratsche wurde er 2012 von Pierre Boulez auf die Position des Solobratschisten im renommierten Ensemble Intercontemporain (Paris) berufen, wo er vier Spielzeiten lang spielte, unter anderem als Solist in der Pariser Philharmonie. Seit 2015 ist er regelmäßiger Gast als Solobratschist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Als eine Hälfte des Duos Yes Sœur! (mit Alexandre Bouvier) produziert er elektronische Kompositionen für Bühnenproduktionen, insbesondere für zeitgenössischen Tanz. Mit seinem hybriden, in Berlin beheimateten Projekt SUGAR baut Grégoire Simon Brücken zwischen Kammermusik und Popmusik, mit eigenen Kreationen, die beim Wien Modern Festival und im Rotersalon der Volksbühne Berlin präsentiert wurden.

David Eggert

David Eggert — Cello

Der kanadische Cellist David Eggert wuchs in einer musikalischen Familie auf und spielte schon früh Streichquartett und sang in Chören. Er studierte in Edmonton bei Tanya Prochazka, in Boston bei Lawrence Lesser, in Montreal bei Matt Haimovitz, in Salzburg bei Clemens Hagen und in Basel bei Rainer Schmidt. David Eggert gewann erste Preise beim internationalen Cellowettbewerb Antonio Janigro in Zagreb 2008, den Grand Prize beim Eckhardt-Gramatté-Wettbewerb für kanadische Musik 2006 sowie den Domnick-Cellopreis für neue Musik in Stuttgart 2014. Er trat seither als Solist und Kammermusiker weltweit auf, von St. Petersburg und Istanbul bis Boston und Wien. Seit 2015 unterrichtet er Cello, zeitgenössische Musik und Kammermusik an der Hochschule der Künste Bern. Er ist zudem in den Bereichen Musiktheater, elektroakustische Improvisation, historische Aufführungspraxis und mikrotonale Forschung aktiv und spielt auch Viola da Gamba.

Isabelle Klemt

Isabelle Klemt — Cello

Isabelle Klemt wurde 1985 in Filderstadt geboren und lebt in Berlin. Sie erhielt ihre Cello-Ausbildung an der UdK Berlin und der HKB Bern, ergänzt durch ein Kammermusikstudium in der Klasse des Artemis Quartetts sowie diverse Meisterkurse. Konzertreisen führten sie u.a. nach Japan, China, Korea, Brasilien, Bolivien, Chile und in zahlreiche europäische Länder. Neben verschiedenen Hörspiel- und Filmproduktionen wirkte sie an CD-Aufnahmen mit, darunter mit The Notwist und Agnes Obel. Seit 2009 spielt sie im Duo mit dem französischen Chansonnier Antoine Villoutreix und ist seit 2008 Cellistin des Andromeda Mega Express Orchestra. 2011 erhielt sie zudem ein einjähriges Engagement beim Berner Symphonieorchester.

Ole Brolin

Ole Brolin — Elektronik

Ole Brolin ist ein schwedischer Musiker und Klangkünstler mit Sitz in Berlin. Er ist Sound Designer für verschiedene Projekte des Solistenensemble Kaleidoskop und erforscht experimentelle Musik und Volkslieder mit selbstgebauter Elektronik, Sinuswellen und weißem Rauschen. Er war an verschiedenen Konstellationen, Performances und Installationen an Orten wie dem Schinkel Pavillon, der Ruhrtriennale und der Sammlung Hoffmann beteiligt. 2018 komponierte er die Musik für „Erschlägt die Armen" am Residenztheater München.

Räucherpflanzen

Zitrone
Zitrone

Die Zitrone (Citrus limon) ist ein kleiner, immergrüner Baum aus der Familie der Rautengewächse, dessen Ursprung vermutlich in der Region Assam im Nordosten Indiens liegt, als natürliche Kreuzung zwischen Bitterorange und Zitronatzitrone. Die glänzenden, ovalen Früchte reifen zu ihrem charakteristischen leuchtenden Gelb.

Über antike Handelsrouten gelangte die Zitrone zunächst nach Persien und in die arabische Welt, wo sie ab dem 10. Jahrhundert in frühislamischen Gärten als Zierpflanze kultiviert wurde, bevor sie sich zwischen 1000 und 1150 im gesamten Mittelmeerraum verbreitete. Die erste bedeutende europäische Kultivierung begann Mitte des 15. Jahrhunderts in Genua. Christoph Kolumbus brachte Zitronensamen 1493 in die Neue Welt, und Jahrhunderte später spielte der Zitronensaft eine zentrale Rolle in James Linds bahnbrechenden Experimenten zur Vorbeugung von Skorbut bei Seefahrern.

Als Räucherwerk verströmt Zitrone einen hellen, scharfen, unverkennbar frischen Zitrusduft. Sie wirkt stark belebend und reinigend, fördert geistige Klarheit und wird geschätzt, um einen Raum zu erfrischen und eine wache, optimistische Atmosphäre zu schaffen.

Opoponax
Opoponax

Opoponax ist ein Gummiharz – eine Mischung aus wasserlöslichem Gummi und alkohollöslichem Harz –, das heute hauptsächlich von Commiphora guidottii gewonnen wird, einem Baum aus der Boswellia- und Myrrhe-Verwandtschaft, beheimatet in den trockenen Regionen Ostafrikas, vor allem Somalia und Äthiopien. In der Parfümerie wird es oft auch als „süße Myrrhe" oder Bisabol-Myrrhe bezeichnet.

Der Name Opoponax stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet sinngemäß „Allheilmittel-Saft" – eine Anspielung auf die sagenumwobene Heilpflanze Panakes, die bereits von antiken Autoren wie Plinius und Dioskurides in ihren medizinischen Schriften beschrieben wurde, deren botanische Identität jedoch bis heute umstritten ist. Das moderne Opoponax der Parfümerie unterscheidet sich von dieser antiken Pflanze, trägt aber bis heute ihren geschichtsträchtigen Namen weiter.

Verbrannt entfaltet Opoponax einen warmen, süßen, balsamisch-würzigen Duft, verwandt mit Myrrhe, jedoch weicher und süßer in seinem Charakter. Er wird mit Geborgenheit, Wärme und einer sanften, umhüllenden Tiefe assoziiert.

Bartolomeo Bimbi – Melagoli, cedri e limoni

Bartolomeo Bimbi – „Melagoli, cedri e limoni" (1715)


Incense of Music 42 - SUGAR play Slow

Incense of Music 42

SUGAR play Slow, feat. Yannick Rafalimanana

Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 7. November 2019, 20 Uhr

Grégoire Simon: Violine, Synthesizer

Yannick Rafalimanana: Klavier

Ole Brolin: Sound Design, Elektronik

Incense: Petitgrain, Oud

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Teil 1 — Musik für Violine/Viola und Klavier: G. Ligeti – Hora Lunga für Viola solo; B. Bartók – Sonate für Violine und Klavier Nr. 2, Molto Moderato; F. Schubert – Fantasie für Violine und Klavier (Auszüge); J. S. Bach – Sonate für Viola da Gamba und Klavier in G-Dur; I. Strawinsky – Élégie für Viola solo; A. Webern – Stücke für Violine und Klavier; M. Feldman – Viola in My Life für Viola und Klavier

Teil 2 — Musik für Klavier und Synthesizer: O. Messiaen – Regard de la Vierge für Klavier; C. Debussy – Des pas sur la neige; O. Messiaen – Le Banquet Céleste; C. Debussy – La Cathédrale engloutie; O. Messiaen – Louange à l'éternité de Jésus

Künstler:innen

Grégoire Simon — Violine, Synthesizer

Grégoire Simon arbeitet zwischen Berlin und Paris als Performer (Bratsche und Violine), Produzent und Komponist. Nach seinem Studium der Violine und Bratsche wurde er 2012 von Pierre Boulez auf die Position des Solobratschisten im renommierten Ensemble Intercontemporain (Paris) berufen, wo er vier Spielzeiten lang spielte, unter anderem als Solist in der Pariser Philharmonie. Seit 2015 ist er regelmäßiger Gast als Solobratschist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München. Als eine Hälfte des Duos Yes Sœur! (mit Alexandre Bouvier) produziert er elektronische Kompositionen für Bühnenproduktionen, insbesondere für zeitgenössischen Tanz. Mit seinem hybriden, in Berlin beheimateten Projekt SUGAR baut Grégoire Simon Brücken zwischen Kammermusik und Popmusik, mit eigenen Kreationen, die beim Wien Modern Festival und im Rotersalon der Volksbühne Berlin präsentiert wurden.

Yannick Rafalimanana — Klavier

Der französische Pianist Yannick Rafalimanana hat eine internationale Konzertkarriere als Solist und Kammermusiker entwickelt. Jüngste Auftritte führten ihn in Säle auf der ganzen Welt, darunter die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie Hamburg, die Wigmore Hall, das Konzerthaus Berlin, die Kölner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus, die Shanghai Symphony Orchestra Chamber Hall und das Kennedy Center in Washington. Er hat mit unzähligen Künstlern Kammermusik gemacht, darunter Kim Kashkashian, Steven Isserlis, Noah Bendix-Balgley, Arnold Steinhardt und Itzhak Perlman. Geboren in Lille, studierte er am dortigen Konservatorium sowie am Pariser Conservatoire, bevor er am New England Conservatory in Boston bei Vivian Weilerstein seinen Abschluss machte. Von 2015 bis 2018 lehrte er Kammermusik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2022 gründete er in seinem Berliner Viertel die Konzertreihe „Yannick's Salon".

yannickrafalimanana.com

Ole Brolin — Sound Design, Elektronik

Ole Brolin ist ein schwedischer Musiker und Klangkünstler mit Sitz in Berlin. Er ist Sound Designer für verschiedene Projekte des Solistenensemble Kaleidoskop und erforscht experimentelle Musik und Volkslieder mit selbstgebauter Elektronik, Sinuswellen und weißem Rauschen. Er war an verschiedenen Konstellationen, Performances und Installationen an Orten wie dem Schinkel Pavillon, der Ruhrtriennale und der Sammlung Hoffmann beteiligt. 2018 komponierte er die Musik für „Erschlägt die Armen" am Residenztheater München.

Räucherpflanzen

Petitgrain
Petitgrain

Petitgrain ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und grünen Zweigen des Bitterorangenbaums (Citrus aurantium ssp. amara) gewonnen wird. Anders als Neroliöl, das aus den Blüten desselben Baumes destilliert wird, oder Bitterorangenöl, das aus der Schale der Früchte gepresst wird, stammt Petitgrain ausschließlich aus dem grünen Blattwerk. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen heute in Paraguay und Frankreich.

Der Name geht auf das französische „petit grain" – „kleines Korn" – zurück und bezieht sich auf eine ältere Destillationsmethode, bei der die kleinen, noch unreifen Früchte des Baumes verwendet wurden, bevor man zur heutigen Praxis überging, stattdessen Blätter und Zweige zu destillieren. In der Parfümerie der südfranzösischen Stadt Grasse wurde Petitgrain seit langem als ökonomischere Alternative zum kostbaren Neroliöl geschätzt, mit einem verwandten, aber eigenständigen Charakter.

Als Räucherwerk entfaltet Petitgrain einen grünen, holzig-orangenen Duft mit einer feinen, leicht bitteren Frische – zurückhaltender und weniger süß-blumig als Neroli, dafür erdender. Er wird geschätzt für sein ausgewogenes Zusammenspiel von Ruhe und Klarheit und in der modernen Aromatherapie zur Stressreduktion eingesetzt, ohne dabei einschläfernd zu wirken.

Oud
Adlerholz (Oud)

Adlerholz stammt nicht von einer bestimmten Baumart, sondern von der Gattung Aquilaria, die in den Regenwäldern Südostasiens wächst. Das Besondere ist nicht der Baum selbst, sondern ein rätselhafter Abwehrprozess in seinem Kernholz: Wird der Baum durch einen bestimmten Schimmelpilz, Verletzung oder Insektenbefall gestresst, produziert er als Reaktion ein dunkles, dichtes, harzdurchtränktes Holz – genau dieses veränderte Holz ist das begehrte Adlerholz. Da der Prozess Jahrzehnte dauern kann und die Wildbestände vieler Aquilaria-Arten heute gefährdet sind, gehört natürlich gereiftes Adlerholz zu den seltensten und teuersten Naturmaterialien der Welt.

Seit Jahrtausenden wird Adlerholz in religiösen Zeremonien des Buddhismus, Hinduismus und Islam verräuchert – man glaubte, sein Rauch reinige die Luft, beruhige den Geist und öffne den Zugang zur spirituellen Welt. Zugleich ist es seit langem eng mit Reichtum und Status verknüpft: als kostbares Geschenk zwischen Herrschern, als Bestandteil höfischer Duftkultur im Nahen Osten und als Basisnote der bis heute begehrten „Oud"-Parfums.

Verbrannt entfaltet Adlerholz ein außergewöhnlich vielschichtiges Aroma – tief, holzig und gereift, mit Nuancen von Honig, Amber und Leder sowie einem feinen, fast animalischen Unterton. Es wird meist in kleinen Holzspänen auf Räucherkohle verbrannt, wobei sich sein Duft nur langsam und in wechselnden Facetten entfaltet.


Incense of Music Festival at Pandatheater

Solos and Mixtures, Incense of Music 39-41

A multisensorial festival from 10th to 12th of October

We have the big pleasure to announce a very special music and incense festival happening from 10th to 12th October (Thursday to Saturday) at Pandatheater in Berlin Prenzlauer Berg. In three evenings we will experience twelve great artists from all around the world  playing mostly solo concerts of various nature and style.  We will listen to European  and Arabic classical, to jazz, experimental and free improvised music. Additionally we will burn incense mixtures specially conceived for the occasion. Each mixture will contain eight different fragrances.  A multisensorial challenge of highest ambition. For guests who are particularly sensitive to smoke, this event is not recommended.

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Incense of Music 38 - Braun/ Eftychidou, Bräumer, Klewer

Incense of Music 38

Ein multisensorisches Konzert – Donnerstag, 26. September 2019, 20 Uhr

Arne Braun: Gitarre

Sofia Eftychidou: Bass

Simon Bräumer: Schlagzeug

Pascal Klewer: Trompete

Incense: Orange, Styrax

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Künstler:innen

Arne Braun — Gitarre

Arne Braun, geboren 1995 in Jakobstad, Finnland, ist ein finnischer Musiker mit der E-Gitarre als Hauptinstrument. Er lebt in Berlin, wo er in verschiedenen Bands und Projekten aktiv ist und sowohl dort als auch in anderen deutschen Städten spielt. Neben Deutschland und Finnland, wo er regelmäßig auftritt, hat er auch in Island, Frankreich, Schweden, Italien und den Niederlanden gespielt. Zu den bemerkenswerten Festivals, bei denen er aufgetreten ist, zählen das Reykjavik Jazz Festival, das Umbria Jazz Festival, das Pori Jazz Festival und MaerzMusik. Er schloss kürzlich sein Studium am Jazz-Institut Berlin (UdK/Hanns Eisler) ab, wo er Unterricht bei Greg Cohen, Kurt Rosenwinkel, Kalle Kalima, Chris Dahlgren, Jim Black, John Hollenbeck, Marc Muellbauer und weiteren erhielt. In den letzten fünf Jahren hatte er die Gelegenheit, mit einigen seiner Lieblingsmusiker wie Morgan Ågren, Jim Black, Pat Mastelotto, Greg Cohen und vielen weiteren zu spielen und aufzutreten.

Sofia Eftychidou — Bass

Sofia Eftychidou (*21.09.1994) ist eine griechische Bassistin mit Wohnsitz in Köln. Geboren wurde sie in Volos, Griechenland, wo sie im Alter von zehn Jahren mit dem Klavier ihre ersten musikalischen Schritte machte. Mit 14 Jahren wechselte sie zur E-Bassgitarre, wenige Jahre später begann sie, Kontrabass zu spielen. Zunächst studierte sie klassische Musik unter Anleitung von Vassilis Papavassiliou in Athen und spielte bald in Orchestern und Ensembles. Mit 18 Jahren zog sie nach Berlin, wo sie sich entschied, Jazz zu spielen, und Unterricht bei Bassist Marc Muellbauer nahm. Nach drei Jahren zog sie nach Köln, um an der Hochschule für Musik und Tanz Köln unter Anleitung von Dieter Manderscheid und Jonas Burgwinkel zu studieren. Neben ihrem Trio „Bräumer / Klewer / Eftychidou" spielt sie in verschiedenen Projekten, die sie an zahlreiche europäische Veranstaltungsorte geführt haben.

Simon Bräumer — Schlagzeug

Simon Bräumer wurde 1997 geboren und wuchs in einer musikalischen Familie im Odenwald auf. Mit sechs Jahren begann er, Schlagzeug zu spielen. Jazz spielte von früh an eine wichtige Rolle für ihn. Mit zwölf Jahren gab er seine ersten Jazz-Gigs, kurz darauf begann er, an Projekten des Landesjugendjazzorchesters Hessen mitzuwirken, was ihn auf Tourneen nach Lettland, Litauen, Kanada und China sowie auf die Bühne mit der Grammy-Preisträgerin Dee Dee Bridgewater führte. Simon Bräumer studiert Jazz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Michael Küttner und Jonas Burgwinkel sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London bei James Maddren und Tom Farmer. Er ist Sideman in verschiedenen Jazzformationen und Schlagzeuger der Big Band von Pascal Klewer.

Pascal Klewer — Trompete

Pascal Klewer, geboren 1997 in Groß-Gerau, begann im Alter von acht Jahren mit der Trompete. Nach einem Schwerpunkt auf klassischer Musik konzentrierte er sich mit 13 Jahren auf Jazz. Seit 2014 ist er Mitglied im Landesjugendjazzorchester Hessen, seit 2018 im Bundesjugendjazzorchester. Er hat in zahlreichen Ensembles gespielt, darunter die Klassische Philharmonie Bonn, mehrere Landesjugendjazzorchester, das Cologne Contemporary Jazz Orchestra, das Subway Jazz Orchestra, Shaikh9 sowie weitere Bands. Er tourte durch ganz Europa, China, Kanada und Bolivien und spielte in renommierten Häusern wie der Elbphilharmonie Hamburg, der Philharmonie Köln und dem Konzerthaus Köln sowie mit Grammy-Preisträger:innen wie Dee Dee Bridgewater, Dianne Schuur und Randy Brecker. 2015 zog er nach Köln, um an der Hochschule für Musik und Tanz bei Andy Haderer, Jürgen Friedrich und Niels Klein zu studieren. Als Bandleader gehören zu seinen Hauptprojekten das deutsch-griechische Trio Bräumer/Klewer/Eftychidou (Co-Leitung) sowie seine eigene Big Band, die Pascal Klewer Bigband. Mit seiner Big Band kuratiert er eine Konzertreihe in Köln, in der er renommierte Künstler:innen wie Peter Brötzmann oder Kit Downes mit seiner eigenen Big Band und eigenen Kompositionen zusammenbringt.

Räucherpflanzen

Orange
Orange

Die Orange (Citrus sinensis) ist der Fruchtbaum, der vermutlich in Südostasien bzw. im südlichen China als natürliche Kreuzung zwischen Pomelo und Mandarine entstand. Er trägt glänzende, immergrüne Blätter und die rundliche, orange Frucht, deren duftreiche Schale den Räucherstoff liefert.

Über Handelsrouten arabischer Kaufleute und später der Kreuzfahrer gelangte die Orange bis zum Mittelalter in den Mittelmeerraum. In zahlreichen Kulturen ist sie bis heute mit Wohlstand und Glück verbunden – im chinesischen Neujahrsbrauch etwa werden Orangen verschenkt, als Symbol für Gold und gutes Gelingen. Ihre Schale mit den leuchtenden ätherischen Ölen fand seit jeher breite kulinarische und medizinische Verwendung.

Als Räucherwerk entfaltet Orange einen hellen, fröhlichen, süß-zitrusartigen Duft. Er wirkt belebend und energetisierend, ohne die herbe Schärfe der Grapefruit, und wird mit Freude, Wärme und Fülle assoziiert – oft verwendet, um trüber Stimmung entgegenzuwirken und eine einladende Atmosphäre zu schaffen.

Styrax
Styrax

Styrax, auch Storax genannt, ist das Harz des Orientalischen Amberbaums (Liquidambar orientalis), eines kleinen, sommergrünen Baumes, der im Südwesten der Türkei beheimatet ist. Wird die Rinde verletzt, tritt ein zähflüssiger, gräulich-brauner Balsam aus, der als Harz gehandelt wird.

Styrax wurde seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum und Nahen Osten gehandelt und bereits von antiken Autoren wie Dioskurides und Plinius als Heil- und Räucherstoff beschrieben. Historisch war er fester Bestandteil kirchlicher Weihrauchmischungen in christlichen, jüdischen und islamischen Traditionen und wird seit Jahrhunderten auch als Fixativ in der Parfümerie geschätzt.

Als Räucherwerk entfaltet Styrax einen warmen, süßen, balsamisch-vanilligen Duft mit einer ledrigen, ambraartigen Tiefe. Er wird mit Erdung, Trost und geistiger Sammlung assoziiert und häufig mit anderen Harzen gemischt, um Kompositionen eine anhaltende Wärme und Süße zu verleihen.


Incense of Music 37 - Schroeteler

Incense of Music 37

Music For Possibilities (Drum Solo)

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 30. August 2019, 20 Uhr

Daniel Schröteler: Schlagzeug (Solo)

Incense: Aralia Racemosa, Galbanum

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Nach der Sommerpause ist Incense of Music zurück und freut sich, Daniel Schröteler mit „Music For Possibilities" (Schlagzeug-Solo) zu präsentieren. Spontan nutzt Daniel die Gelegenheit, um Skizzen und Klanglandschaften für Solo-Schlagzeug vorzustellen. Wir räuchern in zwei unterschiedlichen Sets Aralia Racemosa und Galbanum.

Künstler:innen

Daniel Schröteler

Daniel Schröteler — Schlagzeug

Daniel Schröteler (geboren am 17. August 1974 in Düren) ist ein deutscher Jazzschlagzeuger. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt er sein erstes Schlagzeug und studierte von 1990 bis 1997 Jazz an der Hogeschool voor de Kunsten (ArtEZ) in Arnheim. Ab 2000 unterrichtete er Schlagzeug und Rhythmik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, von 2002 bis 2003 auch in Arnheim. Seit 2003 arbeitet er als freischaffender Musiker. Schröteler ist Mitglied verschiedener Bands, darunter das Christian-Weidner-Trio, das Henning-Berg-Quartett, das Werner-Neumann-Quartett, die Matthias-Haus-Ensembles sowie die Gruppen Supdiver (mit Niels Klein, Frank Wingold und Dietmar Fuhr), TITZ (von Christoph Titz) und Talking Jazz (mit Till Brönner, Dieter Ilg, Charlie Mariano und Martin Sasse). Zudem arbeitete er im Duo mit Antonis Anissegos, mit Hayden Chisholms The Inflictor und mit Marla Glen. Mit Philipp Gropper, Philip Zoubek und Petter Eldh gründete er die Band Tau. Seit 2016 gehört er zu Tobias Christls Wilderern. Er trat bei Jazzfestivals in Deutschland auf, u.a. beim Leverkusener Jazztage und dem Moers Festival, sowie in Maastricht, Bilbao und Benoni (Südafrika), und tourte im Auftrag des Goethe-Instituts durch die Niederlande, Spanien und Afrika.

schroeteler.org

Räucherpflanzen

Aralia Racemosa
Aralia Racemosa

Aralia racemosa, auch als Amerikanische Narde bekannt, ist eine großblättrige, mehrjährige Staude, die in den Wäldern des östlichen und mittleren Nordamerikas beheimatet ist. Sie trägt ein dickes, aromatisches Wurzelgeflecht, große gefiederte Blätter und unscheinbare, grünlich-weiße Blütenrispen.

Die Wurzel wurde von verschiedenen indigenen Völkern Nordamerikas seit langem in der traditionellen Medizin genutzt, etwa bei Atemwegsbeschwerden, zur Wundbehandlung und als allgemein stärkendes Mittel. Frühe europäische Siedler:innen verwendeten sie zudem als Ersatz für die eigentliche Narde und für Sarsaparille in Kräutertonika.

Als Räucherwerk entfaltet die Wurzel von Aralia racemosa einen warmen, erdigen, leicht süßlich-würzigen Duft. Sie wirkt erdend und beruhigend und wird in indigenen Traditionen mit Heilung und Schutz assoziiert.

Galbanum
Galbanum

Galbanum ist das Harz von Ferula gummosa, einer hoch wachsenden mehrjährigen Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, die in den Bergregionen Irans und Zentralasiens beheimatet ist. Aus Einschnitten in die Wurzeln und den unteren Stängel tritt ein milchiger Saft aus, der zu einem gelblich-braunen, gummiartigen Harz erstarrt.

Galbanum gehört zu den ältesten bekannten Räucherstoffen und wird bereits im Buch Exodus als eine der heiligen Zutaten des Ketoret-Räucherwerks genannt, das im Tempel Jerusalems verbrannt wurde. Der mittelalterliche Gelehrte Raschi deutete den bitteren Charakter von Galbanum in dieser Mischung als bewusste Erinnerung an unbußfertige Sünder. Auch im alten Ägypten und in der griechisch-römischen Medizin – u.a. bei Hippokrates und Plinius – fand es als Heilmittel Verwendung. In der modernen Parfümerie prägte Galbanum ab Mitte des 20. Jahrhunderts die sogenannte „grüne" Duftfamilie und ist bis heute Bestandteil bekannter Düfte wie Chanel No. 19 und Guerlains Vol de Nuit.

Anders als viele süße oder harzige Räucherstoffe entfaltet Galbanum einen scharfen, grünen, fast bitter-krautigen Duft mit Anklängen von frisch geschnittenem Gras, Petersilie, Kiefernnadeln, Pfeffer und einer leicht moschusartigen, pudrigen Tiefe. Diese ungewöhnliche, unverwechselbare „grüne" Note macht es in der Parfümerie zu einer geschätzten Kopfnote und wird traditionell mit Schutz und energetischer Reinigung in Verbindung gebracht.


Unterdessen in Japan...

Journal — Orte

Unterdessen, in Japan …

Feldnotizen · 15. Juni 2019

Über Ranjatai, das am meisten verehrte Stück Adlerholz Japans, aufbewahrt — und nur selten angeschnitten — im Shōsōin-Schatzhaus von Nara.

Ranjatai (蘭奢待), das kaiserliche Adlerholz-Stück im Shōsōin, Nara — Archiv incenseofmusic.com

Im Shōsōin-Schatzhaus von Nara liegt ein rund anderthalb Meter langes Stück Adlerholz, bekannt seit mindestens dem achten Jahrhundert als Ranjatai. Kaiser, Shōgune und mindestens ein moderner Staatsmann durften im Lauf der Jahrhunderte jeweils einen kleinen Span davon abschneiden — so selten und so verehrt ist dieses Holz.

Sein Duft, sanft erwärmt statt verbrannt, soll von kaum zu beschreibender Komplexität sein: irgendwo zwischen Honig, Leder und Regen auf warmem Stein. Kōdō, der japanische „Weg des Räucherns", ist genau um diese Art der Aufmerksamkeit entstanden — einen Duft zu „hören", wie es die Tradition nennt, statt ihn nur zu riechen.


Incense of Music 36 - BassX3

Incense of Music 36

BassX3

Ein multisensorisches Konzert – Mittwoch, 12. Juni 2019, 20 Uhr

Gebhard Ullmann: Bassklarinette, Bassflöte

Chris Dahlgren: Kontrabass

Christian Weber: Kontrabass

Incense: Lavendel, Myrrhe

Ausland, Lychener Straße 60, 10437 Berlin

Wir sind überaus stolz, für Incense of Music Nr. 36 BassX3 präsentieren zu dürfen – ein weltweit einzigartiges Trio am unteren Ende des Tonumfangs improvisierter Kammermusik. Alle drei sind bekannte Improvisatoren und Komponisten; ihre erste CD mit dem Titel „bassX3" erschien 2005 bei Drimala Records. Zeit also für etwas Jazz und viel Freiheit. Wir unterstützen mit Lavendel und Myrrhe – „Ich stand auf, meinem Geliebten zu öffnen, und meine Hände troffen von Myrrhe" (Hoheslied 5,5).




Künstler:innen

Gebhard Ullmann
Foto: Oli Potratz

Gebhard Ullmann — Bassklarinette, Bassflöte

Gebhard Ullmann (*2. November 1957 in Bad Godesberg) ist ein deutscher Saxophonist (Tenor und Sopran), Bassklarinettist, Bassflötist und Komponist. Er studierte Medizin und Musik in Hamburg und zog 1983 nach Berlin. Seither hat er mehr als 50 CDs als Bandleader oder Co-Leader für renommierte Labels wie Soul Note (Italien), Leo Records (UK), Between The Lines (Deutschland), CIMP (USA), NotTwo Records (Polen), Clean Feed (Portugal) und Unit Records (Schweiz) veröffentlicht. Seit vielen Jahren gilt er als eine der führenden Persönlichkeiten der Berliner und internationalen Musikszene und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Julius Hemphill Composition Award in zwei Kategorien (1999), dem Preis der Deutschen Phonoakademie (1983), einem der ersten SWF-Jazzpreise (1987) sowie dem ersten Berliner Jazzpreis (2017). Seit 2005 wird er regelmäßig im Downbeat Critics Poll gelistet, 2015 erstmals in drei Kategorien. Er tourte durch Europa, Afrika, den Nahen Osten, Kanada, Neuseeland, die USA, Südostasien, Mexiko und China und spielte bei den meisten renommierten Jazzfestivals der Welt. Zu seinen aktiven Bands zählen Basement Research, das kooperative Ensemble Conference Call, das Clarinet Trio (mit Jürgen Kupke und Michael Thieke), BassX3 (mit Chris Dahlgren und Clayton Thomas), das Berliner Quartett Gulf of Berlin sowie sein Duo mit der Sängerin Almut Kühne und The Chicago Plan. Seit Mitte der 1990er Jahre unterrichtete er über zehn Jahre lang Saxophon und Ensemblespiel an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin. Seit 2014 ist er Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker.

gebhard-ullmann.com

Chris Dahlgren

Chris Dahlgren — Kontrabass

Chris Dahlgren wurde am 13. November 1961 in New York geboren. Mit sechs Jahren begann er auf dem Cello, wechselte später zum Bass. Seine ersten Improvisationsexperimente auf dem Cello zogen bereits den Zorn seines Grundschul-Musiklehrers auf sich, der rief: „Verschwinde hier, Dahlgren – du wirst nie Musiker werden!" Er erhielt seinen Bachelor in Jazzstudien vom Cincinnati Conservatory of Music (1986) und einen Master in Komposition/Experimenteller Musik von der Wesleyan University (2003). Chris studierte Komposition bei La Monte Young, Anthony Braxton, Alvin Lucier und Christian Wolff sowie Bass bei Barry Green, François Rabbath und Dave Holland, unter anderen. Mitte der 1980er Jahre, als Hausbassist des Blue Wisp Jazz Club in Cincinnati, Ohio, hatte Chris die Gelegenheit, direkt von einigen der größten amerikanischen Jazzmeister zu lernen, darunter Herb Ellis, Red Rodney, John von Ohlen, Art Lande, Charles Tolliver und Joe Lovano. In dieser Zeit etablierte er sich auch als Komponist und eigenständige Stimme am Bass, war Mitbegründer der Band Ekimi sowie des Labels Krysdahlark. 1993 kehrte Chris in seine Heimatstadt New York zurück und war elf Jahre lang aktiv mit eigenen Bands (Slow Commotion, Best Intentions) sowie in der Downtown-Szene tätig. Von 2001 bis 2009 war er festes Ensemblemitglied bei Anthony Braxton. Seit 2004 lebt er in Berlin, wo er mit bedeutenden europäischen Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen auftritt, komponiert und zusammenarbeitet. 2006 begann Chris, Viola da Gamba zu spielen, und führt das Instrument seither in den Bereich der improvisierten Musik ein. 2008 gründete er seine Band LEXICON, deren Debütalbum 2010 bei Jazzwerkstatt erschien. Seit 2003 unterrichtet und coacht Chris Ensembles in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler und am Jazz-Institut Berlin. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen für Komposition vom National Endowment for the Arts, dem Ohio Arts Council und dem Headlands Arts Center (USA) sowie Kompositionsaufträge von Privatpersonen und Institutionen.

chrisdahlgren.com

Christian Weber
Foto: Juan-Carlos Hernández

Christian Weber — Kontrabass

Christian Weber ist ein Schweizer Kontrabassist, der ausgiebig durch Europa, den Nahen Osten, Asien und Nordamerika getourt ist – u.a. in der Schweiz, Österreich, Deutschland, England, Irland, Polen, Israel, China, Taiwan, Belgien, Italien, Slowenien, Kuwait, Kroatien, Tschechien, den Niederlanden, Serbien, Spanien, Japan, Russland, den USA und Kanada. Er zählt zu den festen Größen der europäischen Improvisationsmusikszene und hat mit einer beeindruckend langen Liste international renommierter Musiker:innen zusammengearbeitet, darunter Han Bennink, John Butcher, Michael Griener, Charlotte Hug, Peter Kowald, Rudi Mahall, Phil Minton, Evan Parker, Irène Schweizer, Elliott Sharp, Otomo Yoshihide, Michael Zerang und Nate Wooley.

christianweber.org

Räucherpflanzen

Lavendel
Lavendel

Lavendel (Lavandula angustifolia, auch Echter Lavendel genannt) ist ein immergrüner, stark duftender Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Er stammt ursprünglich aus den trockenen, sonnigen Regionen rund um das Mittelmeer. Die schmalen, graugrünen Blätter sind filzig behaart, und von Juni bis August blüht er in charakteristischen ährenförmigen Blütenständen in Violett-, Blau- oder Rosatönen. Lavendel wird etwa 30 bis 60 Zentimeter hoch und zieht Bienen und Schmetterlinge an.

Der Name Lavendel geht vermutlich auf das lateinische lavare, „waschen", zurück – die Römer duftierten damit ihr Badewasser und schätzten die Pflanze hoch: Zur Römerzeit konnte ein Pfund Lavendelblüten so viel kosten wie der Monatslohn eines Landarbeiters. Später wurde Lavendel zu einem festen Bestandteil mittelalterlicher Klostergärten, ebenso als Heilpflanze wie als Duftpflanze angebaut. In kleinen Säckchen getragen sollte er pestübertragende Insekten fernhalten, wurde auf Böden gestreut, um Räume zu erfrischen, und über Jahrhunderte von Kräuterkundigen gegen Kopfschmerzen, Nervosität und Schlaflosigkeit eingesetzt. In vielen europäischen Volkstraditionen galt Lavendel zudem als Schutzpflanze, die man in Bettwäsche und Wiegen legte, um böse Träume und negative Einflüsse abzuwehren.

Getrocknete Lavendelblüten verströmen beim Verbrennen einen süß-blumigen, beruhigenden Duft mit balsamischen Untertönen. Sein Rauch ist leichter und luftiger als der harzreicher Räucherstoffe, wird traditionell bei Stress, Unruhe und Kopfschmerzen eingesetzt und bis heute genutzt, um den Geist zu beruhigen und einen erholsamen Schlaf zu fördern.

Myrrhe
Myrrhe

Myrrhe stammt von kleinen, dornigen Bäumen der Gattung Commiphora, die in den trockenen, kargen Regionen Nordostafrikas und des Nahen Ostens beheimatet sind – vor allem in Somalia, Jemen und Äthiopien. Das wertvolle Harz ist nicht das Holz oder der Saft, sondern ein duftendes Gummiharz, das natürlich aus der Rinde austritt, um Wunden zu schließen. Harzsammler machen gezielte Schnitte, um diese wertvolle Absonderung zu fördern, die über mehrere Wochen zu tränenförmigen, rötlich-braunen Körnern erstarrt.

Myrrhe wird seit über 4.000 Jahren entlang derselben Handelsrouten transportiert, die einst Arabien, Ägypten und den Mittelmeerraum verbanden. Bereits der altägyptische Pharao Sahure aus der 5. Dynastie ließ eine der frühesten belegten Expeditionen ins Land Punt am Horn von Afrika unternehmen, um große Mengen Myrrhe und Weihrauch zu beschaffen. Die alten Ägypter verwendeten sie zur Einbalsamierung und bei Tempelriten; sie wurde als Opfergabe im Judentum, im frühen Christentum und im Islam verräuchert und gilt in der Bibel als eines der drei Geschenke der Weisen an das Jesuskind – neben Gold und Weihrauch. Im Neuen Testament wird zudem berichtet, dass Jesus vor der Kreuzigung Wein mit Myrrhe angeboten wurde und sein Leichnam nach der Kreuzigung mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe eingehüllt wurde.

Beim Verbrennen entfaltet Myrrhe ein reiches, komplexes Aroma, das gleichzeitig erdig, bitter-süß und leicht medizinisch ist. Im Gegensatz zu blumigen Düften verleiht sie eine tiefe, erdende Basisnote und wird bis heute für Meditation, Tempelzeremonien und Momente verwendet, die Schwere und Stille verlangen statt Leichtigkeit.


Incense of Music 35 - Kakaliagou, Schmoliner

Incense of Music 35

Kakaliagou/Schmoliner — Nabelóse

Ein multisensorisches Konzert – Sonntag, 12. Mai 2019, 17 Uhr

Ingrid Schmoliner: Klavier, Stimme

Elena Kakaliagou: Waldhorn, Stimme

Incense: Wacholder, Cedrus Deodara

Salon Dreiklang, Paul-Robeson-Straße 47, 10439 Berlin

„Flüstern, Drones, Hexen und ein Trauermarsch…" Ein Liederzyklus, neu und alt, aus Griechenland und Österreich. Tiefe See, tiefe Berge. Willkommen.

Als Ableger des Trios PARA präsentiert das Duo Kakaliagou/Schmoliner die LP „Nabelóse", einen komponierten Liederzyklus auf Basis von Volksweisen und Erzählungen aus Griechenland und dem Alpenraum, durchsetzt mit erweiterten Spieltechniken auf Klavier, Horn und Stimme. Das Album entstand während ihrer gemeinsamen Zeit als Artists in Residence in St. Johann in Tirol und erschien im März 2017 bei Corvo Records Berlin, gefolgt von erfolgreichen Konzerten an Orten wie Ausland Berlin, Tonhalle Hannover und Bunker Ulmenwall Bielefeld. Die Musik des Duos Kakaliagou/Schmoliner ist zudem im Dokumentarfilm „Araf" von Didem Pekün zu hören, der 2018 und 2019 bei verschiedenen Festivals nominiert wurde. Zusätzlich räuchern wir Wacholder und Cedrus Deodara.

Künstler:innen

Ingrid Schmoliner
Foto: Thomas Plattner

Ingrid Schmoliner — Klavier, Stimme

Die österreichische Musikerin, Komponistin und Pädagogin Ingrid Schmoliner tritt in verschiedenen internationalen und interdisziplinären Projekten auf. Sie ist Gründerin der Konzertreihe Raum_4 und kuratiert das Festival für zeitgenössische Musik New_Adits in Kärnten. Schmoliner erweitert die Klangsprache der aktuellen Avantgarde-Musik auf unverwechselbare Weise durch markante Klavierpräparationen und vielschichtige Kombinationen ihrer kompositorischen Muster.

ingridschmoliner.klingt.org

Elena Kakaliagou
Foto: Thomas Plattner

Elena Kakaliagou — Waldhorn, Stimme

Elena Margarita Kakaliagou ist eine griechisch-österreichische Waldhornistin und Performerin, die derzeit in Berlin lebt. Sie begann mit Klavierunterricht, bevor sie im Alter von 18 Jahren zum Waldhorn wechselte. Nach ihrem Studium in Athen bei Vangelis Skouras setzte sie ihre Ausbildung an der KUG Graz bei Hector McDonald fort. Unter der Anleitung von Erja Joukamo-Ampuja erwarb Elena 2010 ihren Master in Waldhorn und Kammermusik an der Sibelius-Akademie Helsinki. Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie Stipendien von Klangforum, der Impuls Academy und dem Ensemble Modern, mit Lehrern wie Mike Svoboda und Bill Forman. Elenas Spezialgebiet ist frei improvisierte und zeitgenössische Musik neben klassischer Kammermusik. Sie hat Uraufführungen mit Ensembles wie Ensemble Linea, Schallfeld und dem KNM Berlin bei Festivals wie Ultraschall Berlin, MaerzMusik, Randspiele, Musica Nova (Finnland), Lá-bas (Finnland), Musica (Frankreich), Warschauer Herbst, New Adits (Österreich), Ultima (New York), Kaleidophon (Österreich) und Sound Live Tokyo aufgeführt. Sie arbeitete u.a. mit Riikka Innanen, Phill Niblock, James Andean, Ingrid Schmoliner, Katharina Klement, CC Hennix, Robin Hayward, Simon Martin, Matias Guerra und Thomas Noll zusammen. Elena ist Mitbegründerin des in Helsinki ansässigen Rank Ensemble, des österreichischen Trios PARA, des Duos Kakaliagou/Schmoliner sowie des Duos Guerra/Kakaliagou und Mitglied von Zinc & Copper, zeitkratzer und dem Ensemble von CC Hennix.

elenakakaliagou.com

Räucherpflanzen

Wacholder
Wacholder

Der Gemeine Wacholder ist ein genügsamer, meist niedrig wachsender Nadelstrauch mit dem größten natürlichen Verbreitungsgebiet aller Gehölze weltweit – von der Arktis bis in gemäßigte Gebirgsregionen Nordamerikas, Europas und Asiens. Seine nadelförmigen Blätter stehen zu dritt in Quirlen, und seine beerenartigen, blau-violett bereiften Zapfen reifen über rund achtzehn Monate heran. Das langsam wachsende, dichte Holz ist für seinen angenehmen Duft und seine dekorative Maserung geschätzt.

In vielen Kulturen Nord- und Mitteleuropas gilt Wacholderrauch traditionell als Mittel zur Reinigung von Räumen und zum Schutz vor negativen Einflüssen, eine Verwendung, die dem Weihrauch verwandt ist und ihm den volkstümlichen Namen „Deutscher Sandarak" eintrug. Im kaschubischen Brauchtum Nordpolens jagen am Ostermontag traditionell Jungen die Mädchen und schlagen ihnen sanft mit Wacholderzweigen auf die Beine, um ihnen Glück in der Liebe zu bringen. Die herben, blau-schwarzen Zapfen, bekannt als Wacholderbeeren, würzen bis heute Fleischgerichte und Gin – dessen Name sich vom altfranzösischen Wort für Wacholder ableitet.

Verräuchert entfaltet Wacholder einen klaren, harzig-frischen Duft mit einer feinen, an die Beeren erinnernden Süße – belebend und zugleich erdend.

Cedrus Deodara
Cedrus Deodara

Cedrus deodara, auch Himalaya-Zeder genannt, ist ein großer, immergrüner Nadelbaum, beheimatet im westlichen Himalaya – im östlichen Afghanistan, in Nordpakistan und Nordindien sowie in Tibet und West-Nepal, in Höhenlagen zwischen 1.500 und 3.200 Metern. Sie ist die höchstwachsende der echten Zedern und erreicht Wuchshöhen von 40 bis 50, ausnahmsweise bis zu 60 Metern, mit einer kegelförmigen Krone aus waagerechten Ästen und charakteristisch überhängenden Zweigspitzen. Ihr Holz ist besonders duftend und harzreich.

Ihr Sanskrit-Name „Devadaru" – zusammengesetzt aus deva, „Gott", und daru, „Holz" – bedeutet „Holz der Götter". Im Hinduismus gilt der Baum als heilig und wird in zahlreichen Legenden erwähnt sowie mit Shiva in Verbindung gebracht. Wegen seines insekten- und fäulnisresistenten, aromatischen Holzes wurde er über Jahrhunderte für den Bau von Tempeln und heiligen Gebäuden im gesamten Himalaya-Raum verwendet. Sein ätherisches Öl findet zudem seit langem in der ayurvedischen Medizin Anwendung.

Als Räucherwerk entfaltet Cedrus deodara einen warmen, holzigen, süß-balsamischen Duft, verwandt mit gewöhnlichem Zedernholz, jedoch weicher im Charakter. Er wird mit spiritueller Erdung, Meditation und der Schaffung heiliger Räume assoziiert und ist bis heute Teil hinduistischer und buddhistischer Ritualpraxis im Himalaya.


Dammar im PaNdA (Have a look above at: 'Past concerts')

Vateria indica (Weißer Dammar), aus: William Roxburgh (1751-1815) u. Joseph Banks (1743-1820), Plants of the coast of Coromandel vol. 3 plate 288

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Incense of Music 34 - Younes, Hlal, Nasser

Incense of Music 34

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 3. Mai 2019, 20 Uhr

Mohannad Nasser: Oud

Mevan Younes: Buzuq

Ayman Hlal: Geige

Incense: Lorbeer, Dammar

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Es ist uns eine besondere Ehre, bei Incense of Music 34 das Trio Younes (Buzuq) / Nasser (Oud) / Hlal (Geige) vorstellen zu dürfen. Wir räuchern dazu Lorbeer und Dammar.

Für Leute, die rauchempfindlich sind, ist diese Veranstaltung nicht zu empfehlen.

Künstler:innen

Mohannad Nasser — Oud

Der syrische Oudist und Komponist Mohannad Nasser hat sich durch langjährige Erfahrung im Musizieren als innovativer Musiker herausgebildet. Seine Kompositionen werden vom Publikum als „zart, heiter und magisch" beschrieben. Sein tiefes Verlangen, seine Auffassung von Musik zu vermitteln, führte dazu, dass er sein Bildungsprojekt „Contemporary today, Heritage tomorrow" als Master am renommierten Berklee College of Music absolvierte. Am Berklee College spielte Mohannad mit dem international bekannten Gitarristen Al Di Meola das Stück „Mediterranean Sundance". Seine musikalische Vision basiert auf der traditionellen arabischen Musik mit einem starken Geschmack orientalischer Wurzeln. Mohannads Weg mit der Oud begann während seines Studiums am Higher Institute of Music in Damaskus, wo er sein Wissen in traditioneller orientalischer Musik vertiefte und zugleich klassische westliche Musik erforschte. Im Laufe seiner Karriere erweiterte er die Möglichkeiten der Oud, indem er sie an verschiedene Musikstile anpasste, darunter klassische Musik, Jazz, brasilianische Musik und Flamenco. 2015 stand Mohannad, wie die meisten syrischen Künstler:innen, aufgrund des Konflikts in Syrien einer harten, täglichen Gefahr gegenüber und zog daher in den Libanon, um Musikpädagoge zu werden. Er wurde von mehreren internationalen Organisationen ausgebildet, die Flüchtlingskindern Musikunterricht anbieten – eine Erfahrung, die ihn dazu inspirierte, die nächste Generation von Musiker:innen zu ermutigen, ihre eigene Stimme zu finden. 2017 veröffentlichte Mohannad das erste Album seines Oumi Ensembles, „Imaginary Dance", und startete sein Soloprojekt „L'Oud Whispers". Er erhielt mehrere Preise bei internationalen Oud-Wettbewerben und spielt seine Musik auf der ganzen Welt.

Mevan Younes

Mevan Younes — Buzuq

Der in der multikulturellen Stadt Al-Hasaka im Norden Syriens geborene Musiker Mevan Younes hat sich auf ein traditionelles orientalisches Instrument spezialisiert: den Buzuq. Bereits im Alter von sieben Jahren begann seine musikalische Ausbildung bei seinem Vater, bei der er zunächst vorwiegend kurdische Musik erlernte. Später setzte Mevan seine musikalische Ausbildung am Hochinstitut für Musik in Damaskus fort und schloss sein Studium 2011 unter der Leitung von Professor Askar Ali Akbar ab. Während dieser Zeit begann er auch mit der Arbeit als Buzuq-Lehrer. Mevan ist Mitglied des Syrian Arab National Orchestra und war bereits Gast bei zahlreichen Veranstaltungen wie dem Morgenland Festival in Osnabrück oder dem Roskilde Festival in Dänemark. Engagements bei internationalen Events führten Mevan in verschiedene Länder wie die Türkei, Tunesien, Ghana, Kurdistan, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Seit 2015 lebt Mevan Younes in der Region Berlin, wo er seine musikalische Ausbildung weiterverfolgte und in verschiedenen Bands und Ensembles aktiv ist, u.a. im Ugarit Trio und im Berlin Orient Ensemble.

mevanyounes.com

Ayman Hlal — Geige

Ayman Hlal ist Geiger und Komponist. Er studierte Musikpädagogik an der Al-Baath-Universität in Homs, Syrien. Er experimentiert mit einer breiten Vielfalt an Musikrichtungen, darunter orientalische Musik, Flamenco und Jazz. Er spielt mit verschiedenen Orchestern und Bands, u.a. „Orphe" (Orient-World-Musik) und Azulio (Flamenco-Musik), und war Konzertmeister des Nai-Orchesters in Wien.

Räucherpflanzen

Lorbeer
Lorbeer (Laurus Nobilis)

Der Echte Lorbeer ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus dem Mittelmeerraum, der Wuchshöhen von bis zu zehn Metern erreichen kann. Seine ledrigen, glänzend dunkelgrünen Blätter tragen einen kräftigen, würzigen Duft und enthalten ätherische Öle mit entzündungshemmenden Eigenschaften.

Im antiken Griechenland war der Lorbeer dem Gott Apollo geweiht. Der Legende nach wurde die Nymphe Daphne von ihrem Vater, dem Flussgott Peneios, in einen Lorbeerstrauch verwandelt, um den Nachstellungen Apollos zu entkommen – dieser trug fortan aus Kummer über die unerwiderte Liebe einen Kranz aus Lorbeerzweigen. Aus seinen Zweigen geflochtene Kränze krönten später die Sieger sportlicher und dichterischer Wettkämpfe, und siegreiche römische Feldherren zogen mit einem Lorbeerkranz (Corona triumphalis) in Rom ein; später übernahmen auch die römischen Kaiser dieses Zeichen. Die Tradition wirkt bis heute nach – im englischen Titel des „poet laureate", im Silbernen Lorbeerblatt, Deutschlands höchster Sportauszeichnung, und in den Laureus World Sports Awards. In der Bibel gilt Lorbeer als Sinnbild von Wohlstand und Ruhm, in der christlichen Tradition symbolisiert er die Auferstehung Christi.

Als Räucherwerk entfaltet Lorbeer einen warmen, würzig-harzigen Duft mit einer feinen, leicht süßlichen Schärfe. Die getrockneten Blätter werden traditionell verbrannt, um Räume energetisch zu klären und eine feierliche, konzentrierte Atmosphäre zu schaffen – ein Duft, der Klarheit und einen Hauch von Erhabenheit vermittelt.

Dammar
Dammar

Dammar-Harz wird von großen tropischen Regenwaldbäumen gewonnen, vor allem aus den Gattungen Shorea, Hopea und Canarium, die in Südostasien beheimatet sind, insbesondere in Indien, Indonesien, Malaysia, auf den Philippinen und in Papua-Neuguinea. Als wichtigste Quelle gilt der Baum Shorea wiesneri, doch auch zahlreiche weitere Arten liefern das Harz, das je nach Herkunft von klar-hell und gelblich bis hin zu dunklem, schwarzgrauem Sumatra-Dammar reicht. Das Harz tritt als Schutzreaktion auf Verletzungen aus der Rinde aus und erstarrt zu Tränen oder Klumpen mit einem charakteristisch glasigen, muscheligen Bruch – anders als viele andere Harze dunkelt es dabei kaum nach, was ihm vermutlich auch seinen Namen gab, der aus dem Malaiischen für „Träne", „Licht" oder „Fackel" stammen könnte.

Neben seiner Verwendung als Räucherwerk diente Dammar historisch als Rohstoff für Lacke und Firnisse und wird bis heute in der Kunstrestaurierung geschätzt, wo seine Klarheit und Schutzwirkung beim Versiegeln von Gemälden und Holzobjekten zum Einsatz kommt. In Südostasien gehört das Verräuchern von Dammar seit langem zu Reinigungsritualen, die die Atmosphäre klären und positive Energie einladen sollen.

Verbrannt entfaltet Dammar einen hellen, zitrusartigen Duft mit Noten von Zitrone und Limette, unterlegt von einer warmen, leicht vanilleartigen Süße und einem sauberen, harzigen Unterton, der eher an frischen Baumsaft als an tiefes, altes Holz erinnert. Es gilt als „leichteres" Harz im Vergleich zu Weihrauch oder Myrrhe und wird gerne mit anderen Harzen gemischt, um komplexeren Kompositionen eine helle Kopfnote zu verleihen.


Incense of Music 33 - Manlio Maresca Manual for Errors

Incense of Music 33

Manlio Maresca & Manual for Errors Quartet

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 19. April 2019, 20 Uhr

Manlio Maresca: Gitarre

Eldar Tsalikov: Altsaxophon

Igor Spallati: Kontrabass

Ugo Alunni: Schlagzeug

Incense: Peumus Boldus, Sandelholz

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Incense of Music Nr. 33 bringt einen italienischen Jazzgitarristen und seine von Fehlern inspirierte Band zusammen mit Düften aus Chile und Australien, Boldo und Sandelholz. Eine globale Idee, ein Ort – das Panda Theater – und ein Abend für die Sinne. Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.

Die Verherrlichung von Fehlern bildet die Grundlage von Manlio Marescas Berliner Band, die eine raffinierte musikalische Fehlerhaftigkeit zelebriert. Der italienische Gitarrist leitet Manual for Errors, ein Projekt mit Eldar Tsalikov (Altsaxophon), Igor Spallati (Kontrabass) und Ugo Alunni (Schlagzeug). In dem kompositorischen Bereich, in dem er arbeitet, wird der Spielraum für Fehler zur Grundlage einer revolutionären kreativen Entdeckung. Spontane musikalische Eingebungen bestimmen eine präzise Erforschung des „Klangfehlers" innerhalb einer klar definierten Jazzstruktur.



Manlio Maresca

Künstler:innen

Manlio Maresca — Gitarre

Manlio Maresca, geboren 1977 bei Rom, gründete 2001 die Band Neo und später Squartet, mit denen er durch ganz Europa tourte. 2010 unternahm er mit Neo eine USA-Tournee, während der er im Electrical Audio Studio in Chicago mit dem Toningenieur Steve Albini (Shellac, Pixies, Nirvana) das Album „Neoclassico" aufnahm. 2006 arbeitete er mit Steve Piccolo, von 2008 bis 2015 mit Joe Lally zusammen. 2012 gründete er das Trio Andymusic, das zunächst den Dichter und Schauspieler Remo Remotti begleitete und 2016 u.a. beim Torino Jazz Fringe Festival, Fano Jazz by the Sea und Urbino Jazz Festival auftrat. 2013 wurde er Mitglied der Orchestra Operaia von Massimo Nunzi, mit Gästen wie Gabriele Coen, Fabrizio Bosso, Javier Girotto, Niccolò Fabi, Paolo Fresu und Greg Hutchinson. Die Verherrlichung des Fehlers steht im Zentrum seines Albums „Hardcore Chamber Music" (2016, Auand Records) mit dem Quintett Manual For Errors. 2017/18 zog Manlio nach Berlin und begann mit Musiker:innen der dortigen Szene zusammenzuarbeiten, darunter Igor Spallati, Ugo Alunni, Eldar Tsalikov und Mikaele Pellegrino, und entwickelte sein Soloprojekt „Manual for Errors Panic Solo". 2019 spielte er mit James Chance and the Contortions und tourte durch Europa.

Eldar Tsalikov — Altsaxophon

Eldar Tsalikov (*1993 in Rostow am Don, Russland) wuchs in einer Musikerfamilie auf und begann im Alter von acht Jahren an der nach Kim Nasaretow benannten Kinder-Jazzschule Saxophon zu lernen. 2011 zog er nach Berlin und begann sein Studium am Jazz-Institut Berlin bei Peter Weniger, Greg Cohen und John Hollenbeck, wobei er die Klarinette als Zweitinstrument hinzunahm; 2018 schloss er mit dem Master als Arrangeur und Komponist ab. Tsalikov gewann mehrere internationale Wettbewerbe, darunter den IV. Internationalen Jazz-Wettbewerb St. Petersburg, das Internationale Jazz-Festival der Ukraine in Kiew und den VIII. Internationalen Jazz-Wettbewerb Odessa, sowie 2014 den JIB-Jazz-Preis. Er hat mit Musiker:innen wie Greg Cohen, Joey Baron, Laurie Anderson, Elias Stemeseder und Anna Webber zusammengearbeitet und leitet zudem seine eigene Gypsy-Swing-Gruppe „Eldar Tsalikov FO'tet".

Igor Spallati — Kontrabass

Igor Spallati (*16. August 1985) wuchs in Perugia auf und begann seine musikalische Ausbildung auf der Klarinette, bevor er über den E-Bass zum Kontrabass fand. Mit 19 Jahren vertiefte er sein klassisches Kontrabassstudium bei Silvio Bruni (2005–2009) und schloss seine klassische Ausbildung als Privatstudent am Istituto Musicale „Briccialdi" in Terni ab, bevor er ein Studium an der Akademie Walter Stauffer in Cremona bei Franco Petracchi abbrach, um 2010 an das Jazz-Institut Berlin aufgenommen zu werden. Dort studierte er bei Greg Cohen, John Hollenbeck, Kurt Rosenwinkel und David Friedman und schloss 2014 ab. 2011 war er der erste Gewinner des Savoy Award of Excellence. Er hat mit Größen wie Joe Chambers, Billy Hart, Nasheet Waits, Jorge Rossy, Fred Hersch, Ambrose Akinmusire, Pietro Tonolo, Gabriele Mirabassi, Dado Moroni und Joe Hisaishi zusammengearbeitet und ist Mitglied des Rosen Quintetts.

Ugo Alunni — Schlagzeug

Ugo Alunni ist ein Schlagzeuger aus Perugia, Italien. Er besuchte das Conservatorio di Musica „Francesco Morlacchi" in Perugia (2000–2004) und zog anschließend nach New York, um an der Collective School of Music (2005–2006) weiterzustudieren. Seit 2010 lebt er in Berlin, wo er am Jazz-Institut Berlin unter der Leitung von John Hollenbeck, Kurt Rosenwinkel, Greg Cohen und David Friedman studierte und 2016 abschloss. Er hat mit Musiker:innen wie Rossano Emili, der Perugia Jazz Orchestra, Pietro Tonolo, Joe Chambers, Dan Kinzelman, Alessandro Lanzoni, Elias Stemeseder, Phil Donkin, Uli Kempendorff und Julia Hülsmann gespielt.

Räucherpflanzen

Peumus Boldus
Peumus Boldus (Boldo)

Peumus boldus, gemeinhin als Boldo bekannt, ist die einzige Art der Gattung Peumus aus der Familie der Monimiaceae. Der Baum ist im zentralen Chile endemisch, zwischen dem 33. und 40. südlichen Breitengrad, und prägt gemeinsam mit anderen einheimischen Gehölzen den charakteristischen hartlaubigen Wald der Region. Seine Blätter tragen einen kräftigen, holzigen, leicht bitteren Geschmack und einen kampferartigen Duft.

Boldo ist in weiten Teilen Südamerikas – Chile, Argentinien, Bolivien, Peru, Paraguay, Uruguay und Brasilien – ein fester Bestandteil der Volksmedizin, in Stadt wie Land. Die Blätter werden ähnlich wie Lorbeerblätter beim Kochen verwendet und häufig zu Mate oder anderen Tees hinzugegeben, um deren Geschmack abzumildern; viele Familien halten dafür eine eigene Boldo-Pflanze zu Hause.

Als Räucherwerk entfaltet Boldo einen holzig-kampferartigen, leicht bitteren Duft. Er wird traditionell mit innerer Klärung und Beruhigung assoziiert, im Einklang mit seiner langen Geschichte als sanftes Volksheilmittel in Südamerika.

Sandelholz
Sandelholz

Sandelholz bezeichnet das schwere, gelbliche, feinkörnige Holz mehrerer Bäume der Gattung Santalum. Anders als die meisten aromatischen Hölzer behält es seinen Duft über Jahrzehnte. Die Bäume sind halbparasitär – verwandt mit der europäischen Mistel – und benötigen mindestens 15 Jahre, um wirtschaftlich nutzbares, duftreiches Kernholz zu entwickeln. Die bekanntesten Arten sind das Indische Sandelholz (Santalum album) und das Australische Sandelholz (Santalum spicatum), beheimatet in Indien, Nepal, Sri Lanka, Australien, Indonesien und weiteren pazifischen Regionen.

Sandelholz zählt zu den heiligsten Substanzen zahlreicher Weltreligionen. Im Hinduismus und Ayurveda gilt es als heilig und wird mit Shiva und der Göttin Lakshmi in Verbindung gebracht; zu Paste verrieben (Chandanam) ist es zentraler Bestandteil von Ritualen, Tempeldiensten und Meditation und wird Gläubigen auf Stirn und Hals aufgetragen. Im Jainismus begleitet Sandelholzpaste tägliche Andachten und Einäscherungszeremonien. Im Buddhismus gilt sein Duft als Unterstützung für Wachheit während der Meditation und gehört zu den beliebtesten Räucherstoffen für Buddha-Opfergaben, ebenso in chinesischen, japanischen und koreanischen Traditionen. Zoroastrier legen Sandelholzzweige in das heilige Feuer ihrer Tempel, um es am Brennen zu halten.

Verbrannt entfaltet Sandelholz einen weichen, warmen, cremig-holzigen Duft von großer Beständigkeit. Es wird seit Jahrhunderten als Fixativ in der Parfümerie geschätzt und gilt in vielen spirituellen Traditionen als Mittel, das den Geist der Göttlichkeit näherbringt.


Incense of Music 32 - Oscar Bohórquez

Incense of Music 32

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 12. April 2019, 20 Uhr

Oscar Bohórquez: Violine

Incense: Artemisia Vulgaris, Habichtskraut

PANDA Theater in der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Die Sonaten und Partiten für Violine solo (BWV 1001–1006) sind ein Zyklus von sechs Werken Johann Sebastian Bachs – drei Sonate da chiesa in vier Sätzen und drei Partiten in Tanzsatzform. Der Zyklus war bis 1720 vollendet, wurde jedoch erst 1802 von Nikolaus Simrock in Bonn veröffentlicht und blieb selbst danach lange kaum beachtet, bis der gefeierte Geiger Joseph Joachim begann, die Werke öffentlich aufzuführen. Heute gehören Bachs Sonaten und Partiten zu den zentralen Werken des Violinrepertoires. Wir freuen uns sehr, Oscar Bohórquez präsentieren zu dürfen, der auf seiner Giovanni-Battista-Guadagnini-Violine „Grande Dame" von 1770 drei der Sonaten dieses Zyklus spielen wird. Wir begleiten seine musikalische Reise mit dem Räuchern von Artemisia Vulgaris und Habichtskraut.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.

Künstler:innen

Oscar Bohórquez

Oscar Bohórquez — Violine

Oscar Bohórquez studierte von 1998 bis 2002 am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Professor Aaron Rosand und von 2002 bis 2008 an der Universität für Musik Wien bei Professor Günter Pichler vom Alban Berg Quartett. Seitdem führten ihn Konzertreisen an bedeutende Häuser in ganz Deutschland, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, die Beethovenhalle Bonn, die Alte Oper Frankfurt, die Liederhalle Stuttgart, das Gewandhaus Leipzig und die Philharmonie Berlin. In den vergangenen Jahren trat Oscar Bohórquez in der Alten Oper Frankfurt mit Chefdirigent Sebastian Weigle und dem Museumsorchester sowie in der Meistersingerhalle Nürnberg mit den Nürnberger Symphonikern unter Alexander Shelley auf, ebenso auf zahlreichen lateinamerikanischen Konzertreisen durch Peru, Uruguay, Chile, Argentinien, Mexiko und Brasilien, u.a. mit Bartóks 2. Violinkonzert sowie den Konzerten von Tschaikowsky, Brahms und Mendelssohn. Solistische und kammermusikalische Tätigkeiten führten ihn durch Europa, die USA und Lateinamerika, darunter die New Yorker Konzertreihe „Strad for Lunch", das Festival „Música em Trancoso" in Brasilien, das Kronberg Festival sowie das Winnenden Kammermusikfestival in Deutschland. Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Cellisten Claudio Bohórquez, und dem Pianisten Gustavo Beytelmann bildet Oscar das Patagonia Express Trio, mit dem er das Album „Tribute to Piazzolla" mit Werken von Piazzolla, Ellington und Beytelmann einspielte. Oscar Bohórquez spielt eine Giovanni-Battista-Guadagnini-Violine „Grande Dame" von 1770, die zuvor Günter Pichler vom Alban Berg Quartett gehörte, sowie einen Dominique-Peccatte-Bogen von 1845.

Räucherpflanzen

Artemisia Vulgaris
Artemisia Vulgaris (Beifuß)

Artemisia vulgaris, im Deutschen als Beifuß bekannt, im Englischen u.a. als „mugwort" oder „St. John's plant", ist eine hochwüchsige, mehrjährige krautige Pflanze mit holziger Wurzel, die 1 bis 2 Meter hoch wird. Sie ist im gemäßigten Europa, in Asien, Nordafrika und Alaska heimisch.

Beifuß trägt den Namen der griechischen Göttin Artemis und ist sowohl in der westlichen als auch in der östlichen Kräutertradition tief verwurzelt. Ihm wird nachgesagt, das Träumen zu fördern – sowohl im natürlichen Schlaf als auch im schamanischen „Journeying" – und er wird traditionell als Schutzkraut verwendet, um negative Energien fernzuhalten. In vielen europäischen Volksbräuchen, etwa rund um die Johannisnacht, band man Beifußkränze oder verbrannte die Pflanze, um böse Geister zu vertreiben; auch als Reisebegleiter zum Schutz unterwegs war er beliebt.

Als Räucherwerk entfaltet Beifuß einen erdigen, leicht bitteren, salbeiartig-krautigen Duft. Er wird bis heute eng mit Traumarbeit, Intuition und spirituellem Schutz assoziiert und ist in modernen volkstümlichen wie neopaganen Praktiken für Traumkissen und rituelle Reinigung beliebt.

Habichtskraut
Habichtskraut

Habichtskraut (Hieracium) ist eine Gattung aus der Familie der Korbblütler, eng verwandt mit Löwenzahn, Wegwarte und Lattich. Mit über 10.000 beschriebenen Arten und Unterarten – nach strengerer Auffassung rund 800 – zählt sie zu den artenreichsten Pflanzengattungen überhaupt und ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis heimisch. Die kleinen, gelben, löwenzahnähnlichen Blüten sitzen auf schlanken Stängeln über einer Blattrosette.

Der Name geht auf eine antike Legende zurück: Plinius der Ältere berichtete, Habichte würden den Saft der Pflanze nutzen, um ihre Sehkraft zu schärfen – daher der Name „Habichtskraut" im Deutschen wie im Englischen (Hawkweed). Anders als klassische Räucherpflanzen blickt das Habichtskraut nicht auf eine lange rituelle Räuchertradition zurück; seine Verwendung als Räucherwerk ist eher jüngeren Datums und speist sich vor allem aus dieser Legende von geschärfter Wahrnehmung.

Verbrannt entfaltet Habichtskraut einen leichten, leicht bitter-grünen, krautigen Duft. Im Einklang mit der Habichtslegende wird es mit Klarheit, Weitblick und geschärfter Wahrnehmung assoziiert.


Incense of Music 31 - Chris Dahlgren Band

Incense of Music 31

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 15. März 2019, 20 Uhr

Chris Dahlgren: Gesang, Gitarre, Viola da Gamba, Komposition

Evi Filippou: Perkussion, Backing Vocals

Arne Braun: E-Gitarre

Sidney Werner: Bass, Backing Vocals

Incense: Elemi, Weißer Salbei

Ausland, Lychener Straße 60, 10437 Berlin

Incense of Music, eine Reihe mit Fokus auf höchste musikalische Qualität, setzt ihre intime, multisensorische Reise ins Unbekannte fort und präsentiert die Musik und Songs von Chris Dahlgren, unterstützt von seiner Band – Evi Filippou an Perkussion und Backing Vocals, Arne Braun an der E-Gitarre und Sidney Werner am Bass. Zwischen eigenwilligem Songwriting und improvisatorischer Freiheit entfaltet sich ein Abend, der Dahlgrens unverwechselbare Klangwelt lebendig werden lässt. Selbstverständlich begleitet von den Duftmolekülen zweier ausgewählter Pflanzen: Elemi und Weißer Salbei. Es wird ein wunderbarer Abend.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.


Künstler:innen

Chris Dahlgren

Chris Dahlgren — Gesang, Gitarre, Viola da Gamba, Komposition

Chris Dahlgren wurde am 13. November 1961 in New York geboren. Mit sechs Jahren begann er auf dem Cello, wechselte später zum Bass. Seine ersten Improvisationsexperimente auf dem Cello zogen bereits den Zorn seines Grundschul-Musiklehrers auf sich, der rief: „Verschwinde hier, Dahlgren – du wirst nie Musiker werden!" Er erhielt seinen Bachelor in Jazzstudien vom Cincinnati Conservatory of Music (1986) und einen Master in Komposition/Experimenteller Musik von der Wesleyan University (2003). Chris studierte Komposition bei La Monte Young, Anthony Braxton, Alvin Lucier und Christian Wolff sowie Bass bei Barry Green, François Rabbath und Dave Holland, unter anderen. Mitte der 1980er Jahre, als Hausbassist des Blue Wisp Jazz Club in Cincinnati, Ohio, hatte Chris die Gelegenheit, direkt von einigen der größten amerikanischen Jazzmeister zu lernen, darunter Herb Ellis, Red Rodney, John von Ohlen, Art Lande, Charles Tolliver und Joe Lovano. In dieser Zeit etablierte er sich auch als Komponist und eigenständige Stimme am Bass, war Mitbegründer der Band Ekimi sowie des Labels Krysdahlark. 1993 kehrte Chris in seine Heimatstadt New York zurück und war elf Jahre lang aktiv mit eigenen Bands (Slow Commotion, Best Intentions) sowie in der Downtown-Szene tätig. Von 2001 bis 2009 war er festes Ensemblemitglied bei Anthony Braxton. Seit 2004 lebt er in Berlin, wo er mit bedeutenden europäischen Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen auftritt, komponiert und zusammenarbeitet. 2006 begann Chris, Viola da Gamba zu spielen, und führt das Instrument seither in den Bereich der improvisierten Musik ein. 2008 gründete er seine Band LEXICON, deren Debütalbum 2010 bei Jazzwerkstatt erschien. Seit 2003 unterrichtet und coacht Chris Ensembles in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler und am Jazz-Institut Berlin. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen für Komposition vom National Endowment for the Arts, dem Ohio Arts Council und dem Headlands Arts Center (USA) sowie Kompositionsaufträge von Privatpersonen und Institutionen.

chrisdahlgren.com

Evi Filippou

Evi Filippou — Perkussion, Backing Vocals

Evi Filippou (GR, *1993) begann im Alter von sieben Jahren mit dem Schlagzeugunterricht. 2009 gab sie mit einem Stipendium der Friends of Music ihre ersten Recitals in Athen. Zwei Jahre später schloss sie mit dem ersten Preis ab und zog nach Berlin, um ihr Bachelorstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler zu beginnen. Sie trat u.a. mit dem Bolschoi-Ballett-Orchester, dem Cyprus Symphony Orchestra und dem Orchester des Konzerthauses Berlin auf. Evi ist Gründungsmitglied des Opera Lab Berlin, eines unabhängigen, auf Musiktheater spezialisierten Ensembles, mit dem sie ein Stück von Salvatore Sciarrino an der Staatsoper Berlin uraufführte. 2015 spielte sie ein Solokonzert in der Reihe „Welcome Young Artists!" in Athen. Gemeinsam mit dem Saxophonisten Hayden Chisholm gründete sie ein Duo, das zeitgenössische sowie eigene Kompositionen spielt; sie touren weltweit und veröffentlichten ihr gemeinsames Album „Blowslap". Evi ist zudem in zahlreichen Pop-, Jazz- und Theaterprojekten aktiv.

Arne Braun

Arne Braun — E-Gitarre

Arne Braun, geboren 1995 in Jakobstad, Finnland, ist ein finnischer Musiker mit der E-Gitarre als Hauptinstrument. Er lebt in Berlin, wo er in verschiedenen Bands und Projekten aktiv ist und sowohl dort als auch in anderen deutschen Städten spielt. Neben Deutschland und Finnland, wo er regelmäßig auftritt, hat er auch in Island, Frankreich, Schweden, Italien und den Niederlanden gespielt. Zu den bemerkenswerten Festivals, bei denen er aufgetreten ist, zählen das Reykjavik Jazz Festival, das Umbria Jazz Festival, das Pori Jazz Festival und MaerzMusik. Er schloss kürzlich sein Studium am Jazz-Institut Berlin (UdK/Hanns Eisler) ab, wo er Unterricht bei Greg Cohen, Kurt Rosenwinkel, Kalle Kalima, Chris Dahlgren, Jim Black, John Hollenbeck, Marc Muellbauer und weiteren erhielt. In den letzten fünf Jahren hatte er die Gelegenheit, mit einigen seiner Lieblingsmusiker wie Morgan Ågren, Jim Black, Pat Mastelotto, Greg Cohen und vielen weiteren zu spielen und aufzutreten.

Sidney Werner

Sidney Werner — Bass, Backing Vocals

Sidney Werner wurde 1993 in Berlin geboren. Mit zwölf Jahren begann er, zu seinen Lieblingsaufnahmen E-Bass zu spielen, und studierte später Kontrabass am Jazz-Institut Berlin bei Greg Cohen und Marc Muellbauer.

Im Laufe der Jahre ist er zu einem gefragten Sideman in den unterschiedlichsten musikalischen Stilen geworden – vom Jazz über die Begleitung von Singer-Songwritern bis hin zu experimentelleren Vorhaben – und bringt dabei stets ein starkes Fundament sowie ein individuelles Gespür für den jeweiligen musikalischen Kontext mit.

Er hat mit Projekten wie dem „Far East Trio", Chris Dahlgrens „Dhalgren", „Natalie Greffel" und „Hund und Hybris" ausgiebig gespielt und ist getourt, und war sechs Jahre lang das Rückgrat des „Omniversal Earkestra", mit dem er jeden Montag in verschiedenen Berliner Clubs auftrat.

In letzter Zeit widmet er sich verstärkt eigenen Bass-Experimenten, seinem Soloprojekt „Billy the Mountain" sowie seinem Noise-/Experimental-Duo „Wirecutter" mit Michael Hoppe, dessen Debütalbum „little faith" (Boomslang Records) am 24. Februar 2023 erscheint.

sidwerner.com

Räucherpflanzen

Elemi
Elemi

Elemi ist das Harz von Canarium luzonicum, einem tropischen, immergrünen Baum aus der Familie der Balsambaumgewächse – derselben Familie, der auch Weihrauch und Myrrhe entstammen. Die Gattung Canarium umfasst rund 100 tropische und subtropische Baumarten, die von Westafrika über Süd- und Südostasien bis zu den pazifischen Inseln verbreitet sind; die Bäume können 40 bis 50 Meter Höhe erreichen. Aus Einschnitten in die Rinde tritt ein weiches, blassgelbes, honigähnliches Harz aus, aus dem durch Wasserdampfdestillation das ätherische Elemi-Öl gewonnen wird.

Der Name Elemi soll auf eine arabische Redewendung zurückgehen, die sinngemäß „wie oben, so unten" bedeutet – eine Abkürzung des hermetischen Prinzips „Wie oben, so unten", das auf eine besondere, erhabene Wirkung auf Gemüt und Geist verweist. Elemi wurde seit langem in der traditionellen Medizin Südostasiens sowie im alten Ägypten verwendet, unter anderem bei der Einbalsamierung. In der europäischen Pharmazie war es über Jahrhunderte ein geschätzter Bestandteil wundheilender Balsame und Salben und wird bis heute in der Kräutermedizin bei Bronchitis, Katarrh, hartnäckigem Husten sowie zur Hautpflege eingesetzt. Kommerziell findet das Harz zudem Verwendung in Lacken, Firnissen und bestimmten Drucktinten.

Als Räucherwerk entfaltet Elemi einen frischen, scharfen, zitrusartig-harzigen Duft mit Anklängen an Kiefernnadeln – heller und zitroniger als klassischer Weihrauch. Er wird mit geistiger Klarheit und einer belebenden, erfrischenden Wirkung assoziiert.

Weißer Salbei
Weißer Salbei

Weißer Salbei (Salvia apiana), auch Bienensalbei oder heiliger Salbei genannt, ist ein immergrüner, mehrjähriger Strauch, der im Südwesten der USA und im Nordwesten Mexikos beheimatet ist, insbesondere in den Küstengebüschen Südkaliforniens und Baja Californias am Rand der Wüsten Mojave und Sonora. Er erreicht typischerweise Wuchshöhen von 1,3 bis 1,5 Metern und hat weißlich-grüne, immergrüne Blätter, die dicht mit Härchen bedeckt sind und aromatische Öle enthalten – eine Anpassung an die Trockenheit seines Lebensraums. Im Frühling wachsen über dem Laub mehrere, mitunter rosafarbene Blütenstängel mit weißen bis blasslavendelfarbenen Blüten, die Bienen stark anziehen – daher der Artname „apiana". Die Pflanze wächst auf trockenen Hängen in Küstengebüsch, Chaparral und Gelbkiefernwäldern bis in etwa 1.500 Meter Höhe.

Für zahlreiche indigene Völker Kaliforniens ist Weißer Salbei seit Generationen eine heilige Pflanze mit eigenen Namen in den jeweiligen Sprachen, etwa qaashil (Luiseño), shlhtaay (Kumeyaay), kasiile (Tongva), we'wey (Chumash) und qas'ily (Cahuilla). Die Samen waren ein Hauptbestandteil von Pinole, einem traditionellen Grundnahrungsmittel; die Cahuilla ernteten sie in großen Mengen und mischten sie mit Weizenmehl und Zucker zu Brei oder Gebäck, während Chumash und andere Völker auch Blätter und Stängel verzehrten. Einige Stämme nutzten die Samen, um Fremdkörper aus dem Auge zu entfernen, andere brauten aus der Wurzel einen Tee, den Cahuilla-Frauen zur Stärkung nach der Geburt tranken. Die Blätter werden von zahlreichen indigenen Völkern zudem seit langem in Reinigungszeremonien und spirituellen Praktiken verräuchert. In den letzten Jahrzehnten führte die wachsende kommerzielle Nachfrage zu Übererntung wilder Bestände, weshalb viele indigene Gemeinschaften und Naturschützer inzwischen darum bitten, ausschließlich kultivierte statt wild gesammelte Pflanzen zu verwenden und die Pflanze respektvoll zu behandeln.

Die getrockneten Blätter werden traditionell zu Räucherbündeln gebunden und verbrannt, wobei sie einen stark aromatischen, krautigen und kampferartigen Duft mit einer leicht süßlichen Note entwickeln. Dem Rauch werden reinigende Eigenschaften zugeschrieben, die negative Energien aus Räumen vertreiben und geistige Klarheit sowie Entspannung fördern sollen.

Weitere Videos



Unser Wappentier des Monats: Incensella

Mottenzunge
Staudinger 1859
www.biodiversitylibrary.org

Incense of Music 30 - Anissegos, Dahlgren

Incense of Music 30

Ein multisensorisches Konzert – Freitag, 16. November 2018, 19 Uhr

Antonis Anissegos: Klavier

Chris Dahlgren: Viola da Gamba

Incense: Myrrh, Frankincense

Salon Dreiklang, Paul-Robeson-Straße 47, 10439 Berlin

Zwei Musiker, zwei sehr unterschiedliche Instrumente, ein gemeinsamer Klangraum: Antonis Anissegos am Klavier und Chris Dahlgren an der Viola da Gamba treffen sich für Incense of Music Nr. 30 zu einem intimen Dialog zwischen zeitgenössischer Komposition und freier Improvisation. Im kleinen, persönlichen Rahmen des Salon Dreiklang entsteht ein Abend von besonderer Nähe, begleitet vom warmen, erdenden Duft von Myrrhe und Weihrauch – zwei der ältesten und kostbarsten Räucherstoffe der Menschheitsgeschichte.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.


Künstler:innen

Antonis Anissegos

Antonis Anissegos — Klavier

Antonis Anissegos lebt seit 1998 in Berlin und arbeitet als Komponist, Pianist (Interpret/Improvisator) und Elektronikmusiker (alias „unu"). Zu seinen aktuellen Projekten zählen Trio IAMA, ΣΩΜΑ und Card Castle (mit Mike Majkowski und Christian Marien). Er arbeitete mit dem Berliner Ensemble, der Neuköllner Oper und Novoflot zusammen und ist seit 2015 häufiger Gast des Ensembles Adapter. Seit 2006 tritt er zusammen mit der Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki als Duo KAYA auf. Er begann im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen, studierte am Staatlichen Konservatorium Thessaloniki, an der Ferenc Liszt Akademie Budapest sowie in Wien und Köln Komposition, bevor er seinen Abschluss an der Berliner Akademie der Künste (UdK) machte. Seine Kompositionen wurden u.a. vom Ensemble Modern und Ensemble Mosaik aufgeführt, und er erschien auf über 60 Aufnahmen im Bereich der zeitgenössischen kreativen Musik.

enstase.com

Chris Dahlgren

Chris Dahlgren — Viola da Gamba

Chris Dahlgren wurde am 13. November 1961 in New York geboren. Mit sechs Jahren begann er auf dem Cello, wechselte später zum Bass. Seine ersten Improvisationsexperimente auf dem Cello zogen bereits den Zorn seines Grundschul-Musiklehrers auf sich, der rief: „Verschwinde hier, Dahlgren – du wirst nie Musiker werden!" Er erhielt seinen Bachelor in Jazzstudien vom Cincinnati Conservatory of Music (1986) und einen Master in Komposition/Experimenteller Musik von der Wesleyan University (2003). Chris studierte Komposition bei La Monte Young, Anthony Braxton, Alvin Lucier und Christian Wolff sowie Bass bei Barry Green, François Rabbath und Dave Holland, unter anderen. Mitte der 1980er Jahre, als Hausbassist des Blue Wisp Jazz Club in Cincinnati, Ohio, hatte Chris die Gelegenheit, direkt von einigen der größten amerikanischen Jazzmeister zu lernen, darunter Herb Ellis, Red Rodney, John von Ohlen, Art Lande, Charles Tolliver und Joe Lovano. In dieser Zeit etablierte er sich auch als Komponist und eigenständige Stimme am Bass, war Mitbegründer der Band Ekimi sowie des Labels Krysdahlark. 1993 kehrte Chris in seine Heimatstadt New York zurück und war elf Jahre lang aktiv mit eigenen Bands (Slow Commotion, Best Intentions) sowie in der Downtown-Szene tätig. Von 2001 bis 2009 war er festes Ensemblemitglied bei Anthony Braxton. Seit 2004 lebt er in Berlin, wo er mit bedeutenden europäischen Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen auftritt, komponiert und zusammenarbeitet. 2006 begann Chris, Viola da Gamba zu spielen, und führt das Instrument seither in den Bereich der improvisierten Musik ein. 2008 gründete er seine Band LEXICON, deren Debütalbum 2010 bei Jazzwerkstatt erschien. Seit 2003 unterrichtet und coacht Chris Ensembles in Berlin an der Musikhochschule Hanns Eisler und am Jazz-Institut Berlin. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen für Komposition vom National Endowment for the Arts, dem Ohio Arts Council und dem Headlands Arts Center (USA) sowie Kompositionsaufträge von Privatpersonen und Institutionen.

chrisdahlgren.com

Räucherpflanzen

Myrrhe
Myrrhe

Myrrhe stammt von kleinen, dornigen Bäumen der Gattung Commiphora, die in den trockenen, kargen Regionen Nordostafrikas und des Nahen Ostens beheimatet sind – vor allem in Somalia, Jemen und Äthiopien. Das wertvolle Harz ist nicht das Holz oder der Saft, sondern ein duftendes Gummiharz, das natürlich aus der Rinde austritt, um Wunden zu schließen. Harzsammler machen gezielte Schnitte, um diese wertvolle Absonderung zu fördern, die über mehrere Wochen zu tränenförmigen, rötlich-braunen Körnern erstarrt.

Myrrhe wird seit über 4.000 Jahren entlang derselben Handelsrouten transportiert, die einst Arabien, Ägypten und den Mittelmeerraum verbanden. Bereits der altägyptische Pharao Sahure aus der 5. Dynastie ließ eine der frühesten belegten Expeditionen ins Land Punt am Horn von Afrika unternehmen, um große Mengen Myrrhe und Weihrauch zu beschaffen. Die alten Ägypter verwendeten sie zur Einbalsamierung und bei Tempelriten; sie wurde als Opfergabe im Judentum, im frühen Christentum und im Islam verräuchert und gilt in der Bibel als eines der drei Geschenke der Weisen an das Jesuskind – neben Gold und Weihrauch. Im Neuen Testament wird zudem berichtet, dass Jesus vor der Kreuzigung Wein mit Myrrhe angeboten wurde und sein Leichnam nach der Kreuzigung mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe eingehüllt wurde.

Beim Verbrennen entfaltet Myrrhe ein reiches, komplexes Aroma, das gleichzeitig erdig, bitter-süß und leicht medizinisch ist. Im Gegensatz zu blumigen Düften verleiht sie eine tiefe, erdende Basisnote und wird bis heute für Meditation, Tempelzeremonien und Momente verwendet, die Schwere und Stille verlangen statt Leichtigkeit.

Weihrauch
Weihrauch

Weihrauch stammt von kleinen, sommergrünen Bäumen der Gattung Boswellia, die in den trockenen Regionen Somalias, Jemens, Omans und weiterer Teile des Horns von Afrika sowie der Arabischen Halbinsel und Indiens wachsen. Aus Einschnitten in die Rinde tritt ein milchiger Saft aus, der an der Luft zu aromatischen, tränenförmigen Harzstücken erstarrt – den sogenannten „Weihrauchtränen".

Weihrauch zählt zu den ältesten und kostbarsten Räucherstoffen der Menschheitsgeschichte und wurde seit über 5.000 Jahren entlang der legendären Weihrauchstraße gehandelt, die Arabien mit dem Mittelmeerraum verband. Er spielte eine zentrale Rolle in den religiösen Riten des alten Ägyptens und Mesopotamiens sowie im Judentum, Christentum und Islam – im Neuen Testament gilt er als eines der drei Geschenke der Weisen an das Jesuskind. Über Jahrhunderte wurde er so hoch geschätzt, dass sein Wert dem von Gold gleichkam.

Als Räucherwerk entfaltet Weihrauch einen warmen, harzigen Duft mit feinen Noten von Zitrus und Kiefer. Er gilt vielen als der archetypische Räucherstoff schlechthin und wird bis heute mit Reinigung, Gebet und der Schaffung heiliger Räume in zahlreichen religiösen Traditionen weltweit verbunden.


Mazterfly without Mauerpark

We would have never met Mazterfly without Mauerpark. Go there this Sunday for a picknick, anticipate the emptyness of this place without music, participate in the protests if you can and enjoy the late summer's sun. Better don't take part in the karaoke. Afterwards, not far away, join us in ausland, Lychener Str. 60, 10437 Berlin, 20:30 p.m., for an olfactoric pilgrimage into sound.

https://www.youtube.com/watch?v=uc_0UUfJSSI


Waldrodung in Deutschland

Journal — Notizen

Waldrodung in Deutschland

Feldnotizen · 15. September 2018

Eine kurze, persönliche Notiz aus den Tagen der Proteste im Hambacher Forst.

Hans Holbein der Jüngere, Detail aus Totentanz (1538)

Es sieht schlecht aus für den Orang-Utan. Leider auch für die Bechsteinfledermaus. Angesichts der rücksichtslosen Vernichtung unseres ökologischen Erbes im Hambacher Forst aus Gründen purer Gewinnsucht gehen mir im Dialog mit meinen fernöstlichen Freunden langsam die Argumente aus…


Besuch auf Godenholm

Journal — Literatur

Besuch auf Godenholm

Feldnotizen · 15. Juli 2018

Eine Passage aus Ernst Jüngers Novelle von 1952, in der Räucherrauch zu etwas wird, das eher Vision ist als Duft.

AntanO, Incense stick, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

„Das Licht begann zu knistern; ein blauer Faden stieg vom Leuchterrand empor. Ich betrachtete ihn erst mit Erstaunen, dann mit Entzücken, als ob mir eine neue Kraft des Auges zuteil geworden sei. In ihr enthüllten sich die Spiele dieses nach Honig duftenden Rauches, der sich auf schlankem Stiel erhob und dann in zarter Krone verästelte. Es war, als ob ihn meine Einbildung geschaffen hätte – ein blasses Seeliliengespinst in Tiefen, die kaum vom Schlag der Brandung zitterten. (…) Nun traf ein Lufthauch die Vision und drehte sie geschmeidig um die Achse wie eine Tänzerin. (…) Die Strahlen und Gitter der Wunderblume schwenkten in neue Ebenen, in neue Felder ein. Myriaden von Molekülen beugten sich der Harmonie. Hier wirkten die Gesetze nicht mehr unter dem Schleier der Erscheinung; der Stoff war so ätherisch, daß er sie offen spiegelte. Wie einfach und zwingend das alles war. Die Zahlen, Maße und Gewichte traten aus der Materie hervor. Sie warfen die Gewänder ab. (…) Dem müßte eine Anschauung entsprechen, der sich Bereiche offenbarten, zu denen sonst nur die Musik vordringt – zur schwerelosen Zone zwischen sinnlicher und geistiger Wirklichkeit. (…)“

Ernst Jünger, Besuch auf Godenholm
Klett-Cotta, Sämtliche Werke in 18 Bd., Stuttgart 1978

Crinoidea (Haeckel)

Sweet Flag today!

Mistahimaskwa (Big Bear), 1885

"Sweet Flag (Acorus calamus), also called sweet calomel, grows in damp places in the north and south temperate regions. A member of the arum family, Araceae, it is one of the two species of Acorus. There is some indirect evidence that Indians of northern Canada, who employ the plant as a medicine and a stimulant, may chew the rootstock as an hallucinogen."

Hallucinogenic Plants, Richard Evan Schultes,

Illustrated by Elmer W. Smith, p. 73

 

https://www.holybooks.com/wp-content/uploads/Hallucinogenic-Plants-A-Golden-Guide.pdf


Galbanum in der Naturalis Historia

Journal — Quellen

Galbanum in der Naturalis Historia

Feldnotizen · 31. Mai 2018

Was Plinius der Ältere im ersten Jahrhundert über das Harz Galbanum schrieb — im lateinischen Original, mit Übersetzung.

Ferula gummosa (Galbanum-Steckenkraut) — Illustration: Köhler's Medizinal-Pflanzen (1887), gemeinfrei, via Wikimedia Commons

De galbano diximus. neque umidum neque aridum probatur et quale docuimus. per se bibitur ad tussim veterem, suspiria, rupta, convulsa, inponitur ischiadicis, lateris doloribus, panis, furunculis, corpori ab ossibus recedenti, strumis, articulorum nodis, dentium quoque doloribus. inlinitur et cum melle capitis ulceribus. purulentis infunditur auribus cum rosaceo aut nardo. odore comitialibus subvenit et vulva strangulante vel in stomachi defectu. abortus non exeuntes trahit adpositu vel suffitu, item ramo hellebori circumlitum atque subiectum. serpentes nidore urentium fugari diximus. fugiunt et perunctos galbano. medetur et a scorpione percussis. bibitur et in difficili partu gabae magnitudine in cyatho vini, vulvasque conversas corrigit, cum murra autem et vino mortuos partus extrahit. adversatur et venenis, maxime toxicis, cum murra et vino.

Gaius Plinius Secundus, 77–78 p.Ch.n.

Eine grobe Übersetzung: „Vom Galbanum haben wir bereits gesprochen. Weder die feuchte noch die trockene Sorte gilt als gut, sondern nur jene von der zuvor beschriebenen Beschaffenheit. Pur getrunken hilft es gegen hartnäckigen Husten, Atemnot, innere Risse und Krämpfe; äußerlich aufgelegt lindert es Ischias, Seitenschmerzen, Geschwülste, Furunkel, Knochenabszesse, Kropf, geschwollene Gelenke und sogar Zahnschmerzen. Mit Honig vermischt wird es auf Kopfgeschwüre gestrichen. Mit Rosenöl oder Narde vermengt, tropft man es in eiternde Ohren. Sein Geruch soll bei epileptischen Anfällen, einer „erstickenden" Gebärmutter oder Magenschwäche helfen. Aufgelegt oder verräuchert zieht es eine zurückgehaltene Fehlgeburt heraus, besonders wenn es um einen Nieswurz-Zweig gewickelt wird. Wie schon erwähnt, vertreibt der Rauch von brennendem Galbanum Schlangen — auch wer damit eingerieben ist, meiden sie. Es soll ebenso Skorpionstiche lindern. Getrunken, in Bohnengröße, in einem Becher Wein, erleichtert es schwierige Geburten und richtet eine verlagerte Gebärmutter; mit Myrrhe und Wein vermischt, treibt es eine abgestorbene Leibesfrucht aus. Mit Myrrhe und Wein zusammen soll es auch gegen Gifte wirken, besonders gegen Giftstoffe."


Jacobson's organ

Journal — Wissenschaft

Das Jacobson-Organ

Feldnotizen · 15. März 2018

Eine kurze Notiz zum vomeronasalen Organ — und was davon beim Menschen übrig ist.

P.Fernandes (Trebaruna), Detalhe boca Fred, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Das Jacobson-Organ, auch Vomeronasales Organ (VNO) genannt, ist wie die Riechschleimhaut Bestandteil des olfaktorischen Systems. Es korrespondiert evolutionsgeschichtlich den Riechgruben von Fischen. Bei Menschen entsteht das Organ zwar im Mutterleib, bildet sich aber noch vor der Geburt zurück. Bis zum achten Monat ist ein zum Organ gehöriger Nerv nachweisbar. Als ein Rudiment des VNO beim Menschen gilt der Knorpel Cartilago vomeronasalis; dieser liegt hinter dem Knochenvorsprung unten in der Mitte der Nasenöffnung, der Spina nasalis anterior.

Ob das VNO beim Menschen noch eine Funktion erfüllt, gilt als umstritten. Bei der abgebildeten Katze ist der Eingang zum Jacobson-Organ gaumenseitig hinter den Schneidezähnen zu erkennen.


Jahai!

Journal — Sprache

Jahai!

Feldnotizen · 2. März 2018

Ein Dutzend Wörter für Gerüche, die es im Deutschen nicht gibt — über die Sprache der Jahai, Jäger und Sammler auf der Malaiischen Halbinsel.

Taman Negara, Malaysia — Foto: Vyacheslav Argenberg, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

„Es gilt weithin als ausgemacht, dass Menschen schlecht darin sind, Gerüche zu benennen. Das hat Forschende dazu veranlasst anzunehmen, dass Geruchsvorstellungen den Sprachzentren des Gehirns schlicht nicht zugänglich seien. Aber stimmt das wirklich? Die Psychologin Asifa Majid von der Radboud-Universität Nijmegen und der Linguist Niclas Burenhult von der Universität Lund, Schweden, haben auf der Malaiischen Halbinsel neue Belege für eine eigene Geruchssprache gefunden.“

Radboud University Nijmegen, „Odors Expressible in Language, as Long as You Speak the Right Language“, ScienceDaily, 3. Januar 2014.

„Im Jahai gibt es rund ein Dutzend verschiedener Wörter, um unterschiedliche Geruchsqualitäten zu beschreiben. Ltpɪt etwa bezeichnet den Duft verschiedener Blüten und reifer Früchte, von Durian, Parfüm, Seife, Adlerholz und Binturong (Marderbär), unter anderem. Cŋɛs, ein weiteres Geruchswort, steht für den Geruch von Benzin, Rauch, Fledermauskot und Fledermaushöhlen, bestimmter Tausendfüßler-Arten, der Wurzel von wildem Ingwer und mehr. Diese Begriffe beziehen sich auf unterschiedliche Geruchsqualitäten und sind abstrakt — auf dieselbe Weise, wie Blau und Violett abstrakt sind.“

Asian Scientist Magazine, „Odors Expressible In Malay Hunter-Gatherer Language“, Januar 2014.

Siehe auch: Süddeutsche Zeitung, „Explosion der Düfte“.


Kay Karl

https://www.youtube.com/watch?v=-2nAugjV9pA


Palo Santo

Palo Santo, Heiliges Holz, ist ein Sammelbegriff für verschiedene harzreiche Hölzer Mittel- und Südamerikas, die für Räucherungen verwendet werden. Besonders begehrt sind von altersher die in Peru und Ecuador gewachsenen Hölzer der Art Bursera graveolens. Diese Pflanze gehört zu den Balsambaumgewächsen und ist ein Verwandter von Weihrauch und Myrrhe. Wir verräuchern sie durch einfaches Anglühen eines größeren Holzstücks mit der Flamme.

Palo Santo dient zur Reinigung von Körper und Haus. Die Inka setzten es gegen Atemwegs- und Ohrenentzündungen ein und mischten es mit Mate und den Federn des Nandu.

Bursera graveolens wirkt psychisch stimulierend und leicht euphorisierend, gewährt Schutz vor Zauberei und bösen Geistern. Neben ihren ohren- und atemwegsbefreienden Qualitäten wird die Pflanze traditionell zur Reinigung von der mala energia eingesetzt. Die Naporuna im Amazonastiefland von Ecuador verwenden sie bis heute als Mittel gegen mal aire, die Krankheit des springenden Bauchnabels.


Incense of Music 18 - Damaskus Berlin, Ugarit Trio bei Zeig Dich!

Incense of Music 18

Ugarit — Syrische Klassik trifft auf barockes Cello

Ein olfaktorisches Konzert – Samstag, 27. Mai 2017, 13 Uhr

Damaskus-Berlin: Nabil Hilaneh (Oud), Maria Magdalena Wiesmaier (Cello)

Ugarit Trio: Nabil Hilaneh (Oud), Mevan Younes (Buzuq), Mohamad Fityan (Nay, Kawala), George Saade (Perkussion, Gast)

Incense: Wacholder, Weihrauch

St. Elisabethkirche, Berlin Mitte — letzter Tag von „Zeig Dich!", Evangelischer Kirchentag 2017

Zum Abschluss von „Zeig Dich!" beim Evangelischen Kirchentag 2017 gastiert Incense of Music ein letztes Mal in der St. Elisabethkirche in Berlin Mitte mit „Ugarit" – einem Programm, das den Bogen von den ältesten erhaltenen Notenschriften der Menschheit bis zur Gegenwart spannt. Während das Ugarit Trio sich auf neue und alte Musik aus Syrien konzentriert, schlägt die Musik des Duos Damaskus-Berlin mit eigenen Kompositionen die Brücke zwischen arabischer und europäischer Musik. Es erklingen Solos, Duos und Trios, beginnend bei den ersten Notationen aus der antiken Stadt Ugarit, über europäischen Barock bis hin zu neuen Kompositionen und freien Improvisationen. Dazu verräuchern wir Wacholder und Weihrauch.

Das Programm des Abends:

J. S. Bach, Prélude in C-Dur, BWV 1009, für Violoncello solo

Ugarit, Ugarit Trio

Hijaz Kar, Damaskus-Berlin

Nay-Solo-Improvisation, Mohamad Fityan

Teufels Tanz, Ugarit Trio

Nawa Ather, Damaskus-Berlin

Buzuq-Solo-Improvisation, Mevan Younes

Ghazala, Ugarit Trio

Oud-Solo-Improvisation, Nabil Hilaneh

Tahmil Hijaz, Damaskus-Berlin und Ugarit Trio

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.










Zeig Dich! Programm
Zeig Dich! Programm

Künstler:innen

Nabil Hilaneh — Oud

Nabil Hilaneh ist ein syrischer Oud-Spieler, der in Berlin lebt und sowohl im Duo Damaskus-Berlin als auch im Ugarit Trio auftritt. Gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern des Ugarit Trios studierte er am Higher Institute of Music in Damaskus, bevor er als einer der führenden Vertreter syrischer Musik international zu touren begann. Mit dem Duo Damaskus-Berlin verbindet er in eigenen Kompositionen arabische und europäische Musiktraditionen.

Maria Magdalena Wiesmaier — Cello

Maria Magdalena Wiesmaier ist eine deutsche Cellistin, die gemeinsam mit dem Oud-Spieler Nabil Hilaneh das Duo Damaskus-Berlin bildet. In ihren eigenen Kompositionen sucht sie die Verbindung zwischen der arabischen Musiktradition der Oud und dem europäischen Repertoire des Violoncellos – von barocker Musik bis zu zeitgenössischen Neuschöpfungen.

Mevan Younes — Buzuq

Mevan Younes wurde 1990 in Damaskus, Syrien, geboren und begann im Alter von zwölf Jahren, Buzuq zu spielen. Er studierte am Higher Institute of Music in Damaskus und war Mitglied mehrerer bedeutender Ensembles, u.a. des Syrian National Ensemble for Arabic Music. Jünger von Meistern wie Ahmad Al Khatib und Mohanad Nasser, entwickelte er einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der traditionelle syrische Musik mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet. Seit seiner Ankunft in Berlin 2015 ist er aktiver Teil der dortigen Musikszene und tritt regelmäßig mit verschiedenen Ensembles auf, die arabische und westliche Musiktraditionen miteinander verweben.

Mohamad Fityan — Nay, Kawala

Mohamad Fityan (*1. August 1984 in Aleppo, Syrien) ist ein syrischer Musiker und Komponist, bekannt für seine herausragende Beherrschung von Nay und Kawala. Er studierte bei Mohamad Kassas und Berj Kassis und schloss sein Studium am Higher Institute of Music in Damaskus 2009/2010 ab. Bereits 2002 und 2003 wurde er beim Contest of Syrian Youth Musicians als bester Nay-Spieler bzw. bester Dirigent ausgezeichnet, und 2005 spielte er als erster Nay-Solist beim Eröffnungskonzert des Syrian Jazz Big Band Orchestra in der Zitadelle von Damaskus. Bis 2013 war er Solist im Syrian Arabic Music Orchestra und der Syrian Jazz Big Band. 2014 floh Fityan vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und kam nach Berlin, wo er seither lebt und arbeitet. Er trat mit zahlreichen internationalen Orchestern auf, darunter die Berliner Symphoniker, das Brüsseler Jazz-Orchester und das Ensemble Sarband, und gründete 2016 mit drei deutschen Musikern seine eigene Band „Fityan", deren erste EP „Oriental Space" erschien. Neben seiner Konzerttätigkeit ist Fityan auch als Musiklehrer aktiv und schrieb 2016 das erste dreisprachige Unterrichtsprogramm für Nay und Kawala.

George Saade — Perkussion (Gast)

George Saade ist als Gastperkussionist Teil des Ugarit Trios und begleitet auf arabischer Perkussion die Verschmelzung traditioneller syrischer Musik mit zeitgenössischen Kompositionen.

Räucherpflanzen

Wacholder
Wacholder

Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist ein immergrüner Nadelstrauch oder kleiner Baum aus der Familie der Zypressengewächse mit dem größten natürlichen Verbreitungsgebiet aller Gehölze der Nordhalbkugel – von Nordamerika über Europa bis nach Nordasien. Seine nadelartigen, stechenden Blätter und die charakteristischen blauschwarzen, beerenartigen Zapfen sind unverwechselbar.

Wacholder zählt zu den ältesten bekannten Räucherstoffen Europas und wurde bereits in der Antike zur Reinigung von Krankenzimmern und zur Abwehr von Seuchen verbrannt. In vielen europäischen Kulturen galt er als Schutzpflanze gegen böse Geister und wurde zu Neujahr und an anderen Schwellenmomenten des Jahres verräuchert. Auch in der traditionellen Medizin nordamerikanischer indigener Völker sowie im Alpenraum spielte Wacholder eine wichtige Rolle bei Reinigungsritualen und zur Desinfektion.

Als Räucherwerk entfaltet Wacholder einen frischen, herb-harzigen, leicht holzigen Duft mit einer waldigen Kühle. Er wird traditionell mit Reinigung, Schutz und dem Vertreiben negativer Energien assoziiert und gilt als kraftvoller, erdender Begleiter für Übergänge und Neuanfänge.

Weihrauch
Weihrauch

Weihrauch stammt von kleinen, sommergrünen Bäumen der Gattung Boswellia, die in den trockenen Regionen Somalias, Jemens, Omans und weiterer Teile des Horns von Afrika sowie der Arabischen Halbinsel und Indiens wachsen. Aus Einschnitten in die Rinde tritt ein milchiger Saft aus, der an der Luft zu aromatischen, tränenförmigen Harzstücken erstarrt – den sogenannten „Weihrauchtränen".

Weihrauch zählt zu den ältesten und kostbarsten Räucherstoffen der Menschheitsgeschichte und wurde seit über 5.000 Jahren entlang der legendären Weihrauchstraße gehandelt, die Arabien mit dem Mittelmeerraum verband. Er spielte eine zentrale Rolle in den religiösen Riten des alten Ägyptens und Mesopotamiens sowie im Judentum, Christentum und Islam – im Neuen Testament gilt er als eines der drei Geschenke der Weisen an das Jesuskind. Über Jahrhunderte wurde er so hoch geschätzt, dass sein Wert dem von Gold gleichkam.

Als Räucherwerk entfaltet Weihrauch einen warmen, harzigen Duft mit feinen Noten von Zitrus und Kiefer. Er gilt vielen als der archetypische Räucherstoff schlechthin und wird bis heute mit Reinigung, Gebet und der Schaffung heiliger Räume in zahlreichen religiösen Traditionen weltweit verbunden.


Incense of Music 16 - Elemi Quartett bei Zeig Dich!

Incense of Music 16

Love in Numbers — Das Elemi-Quartett spielt Werke von Hayden Chisholm

Ein olfaktorisches Konzert – Donnerstag, 25. Mai 2017, 16 Uhr

Christian Weidner: Altsaxophon

Philip Gerschlauer: Altsaxophon

Moritz Köther: Altsaxophon

Bastian Duncker: Altsaxophon

Komposition: Hayden Chisholm

Incense: Elemi, Myrrhe

St. Elisabethkirche, Berlin Mitte — erster Abend von „Zeig Dich!", Evangelischer Kirchentag 2017

Zum Auftakt von „Zeig Dich!" beim Evangelischen Kirchentag 2017 gastiert Incense of Music mit dem Elemi-Quartett in der St. Elisabethkirche in Berlin Mitte. Das Quartett – vier Altsaxophone – spielt das Werk „Love in Numbers" von Hayden Chisholm sowie weitere Stücke des neuseeländischen Komponisten, der sich intensiv mit Obertönen beschäftigt, darunter eine Weltpremiere: „Elegie", eigens für diesen Anlass komponiert. Chisholm selbst tritt an diesem Abend nicht als Musiker auf, doch seine Klangwelt aus mikrotonalen Verschiebungen und schwebenden Obertonstrukturen durchzieht das gesamte Programm. Dazu verräuchern wir Elemi und Myrrhe.

Incense of Music ist eine olfaktorische Konzertreihe, in der simultan zur erklingenden Musik exquisites Räucherwerk verbrannt wird. Klänge und Gerüche durchdringen sich synästhetisch und interagieren auf eine Weise, die den sinnlichen Fokus der Hörer:innen und Musiker:innen verstärkt und das gemeinsame spirituelle Gewahrsein unterstützt. Denn im Moment ihres Verlöschens gibt die Pflanze etwas an uns weiter. Ihre Essenz wird in das geistig-körperliche Wesen des Menschen hineingetragen, hinübergespielt. Unsichtbar wie die Töne strömen die Duftmoleküle auf uns ein. Sie teilen sich uns mit, indem sie unseren Geist verändern.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.




Zeig Dich! Programm
Zeig Dich! Programm

Künstler:innen

Christian Weidner — Altsaxophon

Christian Weidner (*4. März 1976 in Kassel) begann im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen und entdeckte mit zwölf Jahren das Altsaxophon und den Jazz. Früh sammelte er Erfahrungen im Landesjugendjazzorchester Hessen und im Bundesjazzorchester (BuJazzO). Mit 18 Jahren wurde er von Gunter Hampel engagiert, mit dem er bis 2002 acht Jahre zusammenarbeitete, und spielte zudem im Deutsch-Französischen Jazzensemble unter der Leitung von Albert Mangelsdorff. 1996 gewann er mit dem von ihm geleiteten Naima Jazzquintett den Bundeswettbewerb „Jugend jazzt". Weidner studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, als Erasmus-Austauschstudent an der Königlichen Musikhochschule Stockholm und schließlich an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin, wo er 2002 abschloss; zu seinen Lehrer:innen zählten Jeff Clayton, John Ruocco, Joakim Milder und Kenny Werner. Seit 1999 lebt er in Berlin und war seither in zahlreichen international renommierten Projekten aktiv, darunter „Royce" mit Simon Stockhausen, Frank Gratkowskis mikrotonales Saxophonquartett „Fo[u]r Alto", das legendäre Trio „Der Rote Bereich" von Frank Möbus sowie das Robert Landfermann Quintet. Weidner erhielt zweimal den Senatspreis der Stadt Berlin (2001 und 2004) und ist heute Professor an der HMDK Stuttgart.

Philip Gerschlauer — Altsaxophon

Philipp Gerschlauer (*30. September 1986 in Lich) begann im Alter von sieben Jahren mit dem Saxophonspiel, inspiriert durch die Muppet-Show-Figur Zoot, und nahm mit zehn Jahren zusätzlich Klavierunterricht. Bereits mit 16 Jahren wurde er Jungstudent für klassisches Saxophon an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und war von 2004 bis 2010 Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Hessen. Nach einem Studium in Mainz wechselte er 2009 ans Jazz-Institut Berlin, um bei Peter Weniger zu studieren, und zog 2012 nach New York, um an der New York University seinen Master bei Tony Moreno, Chris Potter und Stefon Harris abzuschließen. Gerschlauer gilt als einer der weltweit führenden mikrotonalen Saxophonisten und hat die Oktave auf seinem Instrument in 128 Töne unterteilt. Seit 2018 lernt er zusätzlich Kirchenorgel, um beide Instrumente simultan zu spielen. Tourneen führten ihn u.a. nach Russland, Japan, in die USA, nach China, Jordanien, Syrien, Palästina, Israel und in den Libanon. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Moritz Köther — Altsaxophon

Moritz Köther entdeckte seine Liebe zur Musik und zum Saxophon erst im Alter von 16 Jahren – zuvor verbrachte er seine Zeit vor allem auf dem Skatepark. Von 2007 bis 2009 studierte er an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Frank Haunschild, bevor er von 2009 bis 2013 am Jazz-Institut Berlin bei Peter Weniger und Kurt Rosenwinkel weiterstudierte und mit dem Bachelor abschloss. Er ist eine der aktivsten Persönlichkeiten der Berliner Jazzszene und hat mit Musiker:innen wie Johnny Griffin, Kurt Rosenwinkel, Till Brönner und Wanja Slavin gespielt und aufgenommen. Zu seinen eigenen Projekten zählen das Duo Hjortron mit dem Schweizer Gitarristen Anatole Buccella und die Band Hypnochrome. Er ist als international gefragter Tourneemusiker unterwegs, mit Konzerten von der Mercedes-Benz-Arena in Berlin bis zum Bürgermeisteramt in Singapur.

Bastian Duncker — Altsaxophon

Bastian Duncker wurde 1989 in Kiel geboren und spielt verschiedene Blasinstrumente, hauptsächlich Alt- und Baritonsaxophon. Von 2007 bis 2012 studierte er am Jazz-Institut Berlin bei Peter Weniger, Greg Cohen und Claudio Puntin. 2012/2013 war er Artist in Residence bei „musicmatters" in Colombo, Sri Lanka. Seit 2014 ist er fester Bestandteil der Hausband des Berliner Plattenlabels Philophon und ein aktiver Teil der Berliner Jazzszene. Auftritte und Veröffentlichungen hatte er u.a. mit Stella Chiweshe, Gunter Hampel, Hayden Chisholm, Guy One & the Polyversal Souls, Hailu Mergia, John Hollenbeck, Idris Ackamoor & the Pyramids und James Wylie. Konzerttourneen und Workshops führten ihn u.a. nach Algerien, Ghana, Nigeria, Togo, Benin, in die Elfenbeinküste, nach Mexiko, Sri Lanka und Indien.

Hayden Chisholm

Hayden Chisholm — Komposition

Hayden wuchs in New Plymouth, Neuseeland, auf. Seine vielfältigen multi-instrumentalen und kompositorischen Studien sowie seine Reiselust führten ihn früh an Hochschulen in der Schweiz, Griechenland, Indien, Jugoslawien und Japan, bevor er als Saxophonist bei Frank Gratkowski an der Musikhochschule Köln sein Saxophonstudium abschloss. Durch seine enge Verbindung mit Nils Wograms Root 70 wurde er in den 1990er Jahren dort zu einer Lokalgröße mit überregionaler Strahlkraft. Ab 1995 unternahm er Konzerttourneen durch Indien, Europa, Afrika und Lateinamerika, unter anderem mit dem Pianisten John Taylor. Seit 2002 arbeitet Chisholm mit der Aktionskünstlerin Rebecca Horn zusammen und komponierte die Musik zum Dokumentarfilm „Moon Mirror Journey". Chisholm ist als Protagonist im Dokumentarfilm „Sound of Heimat – Deutschland singt" (2012) von Arne Birkenstock und Jan Tengeler zu sehen. 2013 wurde ihm für seine „einzigartige Klangästhetik" der SWR-Jazzpreis verliehen. Chisholm gilt zudem als Entwickler einer neuen mikrotonalen Sprache für Saxophon in den 1990er Jahren und gründete 2011 die Moontower Foundation Music Edition.

haydenchisholm.net

Räucherpflanzen

Elemi
Elemi

Elemi ist das Harz von Canarium luzonicum, einem tropischen, immergrünen Baum aus der Familie der Balsambaumgewächse – derselben Familie, der auch Weihrauch und Myrrhe entstammen. Die Gattung Canarium umfasst rund 100 tropische und subtropische Baumarten, die von Westafrika über Süd- und Südostasien bis zu den pazifischen Inseln verbreitet sind; die Bäume können 40 bis 50 Meter Höhe erreichen. Aus Einschnitten in die Rinde tritt ein weiches, blassgelbes, honigähnliches Harz aus, aus dem durch Wasserdampfdestillation das ätherische Elemi-Öl gewonnen wird.

Der Name Elemi soll auf eine arabische Redewendung zurückgehen, die sinngemäß „wie oben, so unten" bedeutet – eine Abkürzung des hermetischen Prinzips „Wie oben, so unten", das auf eine besondere, erhabene Wirkung auf Gemüt und Geist verweist. Elemi wurde seit langem in der traditionellen Medizin Südostasiens sowie im alten Ägypten verwendet, unter anderem bei der Einbalsamierung. In der europäischen Pharmazie war es über Jahrhunderte ein geschätzter Bestandteil wundheilender Balsame und Salben und wird bis heute in der Kräutermedizin bei Bronchitis, Katarrh, hartnäckigem Husten sowie zur Hautpflege eingesetzt. Kommerziell findet das Harz zudem Verwendung in Lacken, Firnissen und bestimmten Drucktinten.

Als Räucherwerk entfaltet Elemi einen frischen, scharfen, zitrusartig-harzigen Duft mit Anklängen an Kiefernnadeln – heller und zitroniger als klassischer Weihrauch. Er wird mit geistiger Klarheit und einer belebenden, erfrischenden Wirkung assoziiert.

Myrrhe
Myrrhe

Myrrhe stammt von kleinen, dornigen Bäumen der Gattung Commiphora, die in den trockenen, kargen Regionen Nordostafrikas und des Nahen Ostens beheimatet sind – vor allem in Somalia, Jemen und Äthiopien. Das wertvolle Harz ist nicht das Holz oder der Saft, sondern ein duftendes Gummiharz, das natürlich aus der Rinde austritt, um Wunden zu schließen. Harzsammler machen gezielte Schnitte, um diese wertvolle Absonderung zu fördern, die über mehrere Wochen zu tränenförmigen, rötlich-braunen Körnern erstarrt.

Myrrhe wird seit über 4.000 Jahren entlang derselben Handelsrouten transportiert, die einst Arabien, Ägypten und den Mittelmeerraum verbanden. Bereits der altägyptische Pharao Sahure aus der 5. Dynastie ließ eine der frühesten belegten Expeditionen ins Land Punt am Horn von Afrika unternehmen, um große Mengen Myrrhe und Weihrauch zu beschaffen. Die alten Ägypter verwendeten sie zur Einbalsamierung und bei Tempelriten; sie wurde als Opfergabe im Judentum, im frühen Christentum und im Islam verräuchert und gilt in der Bibel als eines der drei Geschenke der Weisen an das Jesuskind – neben Gold und Weihrauch. Im Neuen Testament wird zudem berichtet, dass Jesus vor der Kreuzigung Wein mit Myrrhe angeboten wurde und sein Leichnam nach der Kreuzigung mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe eingehüllt wurde.

Beim Verbrennen entfaltet Myrrhe ein reiches, komplexes Aroma, das gleichzeitig erdig, bitter-süß und leicht medizinisch ist. Im Gegensatz zu blumigen Düften verleiht sie eine tiefe, erdende Basisnote und wird bis heute für Meditation, Tempelzeremonien und Momente verwendet, die Schwere und Stille verlangen statt Leichtigkeit.


Cedrus libani (Libanonzeder)

Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) wächst vor allem entlang der Mittelmeerküste Süd- und Südwestanatoliens, im Libanon, dessen Wahrzeichen sie ist, und auf den Höhenlagen des Dschebel Aansariye in Syrien. Sie ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 30 bis 50 Meter erreicht und über 1.000 Jahre alt werden kann.

Die größte und älteste Zeder Deutschlands (gepflanzt ca. 1720, Stammumfang 5,20 Meter) steht in Weinheim. Auf der Pfaueninsel wachsen übrigens eine berühmte Libanonzeder (ein Mitbringsel Wilhelm II. aus dem Osmanischen Reich) und eine alte Winterlinde (die sogenannte „Doppellinde“) unweit voneinander.

Schon das frisch geschnittene Holz der Libanonzeder duftet aromatisch. In Babylonien unter Hammurabi und in Ägypten kannte man Verfahren, um das ätherische Öl aus dem Kernholz des Baumes zu gewinnen. Herodot und Diodor zufolge wurde es u. a. zur Einbalsamierung der Toten verwendet.

Wie der Löwe in der Welt der Tiere so war die Zeder der „Prinz der Bäume“. Das Kopfende des Kreuzes, an dem Jesus Christus gehängt wurde, bestand nach der biblischen Symbolik aus Zedernholz (Quer- und Fußbalken aus Zypresse und Olive). In der Ikonographie des christlichen Mittelalters ist die Zeder der Mutter Gottes zugeordnet. Den Propheten galt sie als Symbol der Unvergänglichkeit. Und im Libanon sollen in der Tat noch uralte Exemplare aus der Zeitenwende stehen.

Das ursprünglich natürliche Verbreitungsareal ist im Libanon heute durch Übernutzung nur noch 2.000 Hektar groß. Für die Erzgewinnung im jordanischen Fenan kam es schon in vorbiblischer Zeit zu einer maßlosen Rodung der Zedernwälder. Hesekiel warnt vor dem Raubbau. Zum Bau seines Tempels schickte König Salomo angeblich zehntausende Israeliten in den Libanon, um König Hiram von Tyrsos beim Holzfällen zu unterstützen. Phönizier, Ägypter und später Griechen benutzen die Zeder zum Flottenbau.

Das 67m lange Opferschiff Ramses III. ist ebenfalls aus Libanonzeder gebaut. Legendär ist auch die Reise Wen-Amons nach Byblos, um dort Zedernholz für die Barke des Amon-Re zu organisieren. Thutmosis III. importierte aus der Region Syrien-Palestina (Retenu genannt) die Duftessenz „Khor“, die auf vielen Inschriften genannt wird und hinter der sich (u.a.) auch der Duft der Libanonzeder verbergen könnte. Und ismaelitische Kaufleute brachten verschiedene Duft- und Räucheressenzen aus Gilead nach Ägypten.

Der mythische Vogel Benu, der sich zur Dämmerung in Gestalt eines Falken niederläßt, um in der Morgenröthe als Reiher wiedergeboren zu werden, steht in Verbindung mit der Zeder. In hellenistischer Zeit erschien dieser Vogel wieder als Phönix, der, wenn er das Alter fühlt, aus Balsam und Weihrauch sein Nest zusammenträgt, um sich dort zu verbrennen.


Die Hundenase reagiert im Vergleich zu einigen Primaten recht unempfindlich auf fruchtige Düfte...

 


Incense of Music 14 - Sugar & Yes Soeur!

Incense of Music 14

Sugar & Yes Soeur!

Ein olfaktorisches Konzert – Montag, 17. April 2017, 20 Uhr

Alexandre Bouvier: Live Electronics

Grégoire Simon: Live Electronics

Boram Lie: Cello

David Eggert (Gast): Cello

Incense: Grapefruit, Galbanum

Palais im Roten Salon, Volksbühne Berlin – Link Volksbühne

Sugar und Yes Soeur! sind zwei Formationen aus Berlin und Paris, die mit Klängen zwischen Pop und Klassik experimentieren. Live und im Studio interagieren sie mit computergenerierten und klassisch-instrumental erzeugten Strukturen. Sugar versteht sich als hybrides psychedelisches Projekt zwischen klassisch geprägter Kammermusik und Popband. Yes Soeur! legt den Fokus auf live-elektronische Musik und narrative Formen; ihr Repertoire reicht von konzertanten Aufführungen bis hin zu tanzbarem Clubsound. Yes Soeur! sind in der zeitgenössischen französischen Tanzszene sehr gefragt und arbeiten aktuell mit verschiedenen renommierten Choreograf:innen und Tanzkompanien zusammen: „Lâche" von Cie 2minimum (2015), „School of Moon" von der Kompanie Shonen (2016, Ballet National de Marseille), „Turning" von Alessandro Sciarroni (2016, Opéra de Lyon).

Für Incense of Music stehen Sugar und Yes Soeur! erstmalig gemeinsam auf der Bühne. Man kann auf eine vielfältige sinnliche Klangreise gespannt sein. Simultan zum Konzert werden Grapefruit (Citrus paradisi) und Galbanum (Ferula erubescens bzw. galbaniflua) verräuchert.

Für Gäste, die besonders empfindlich auf Rauch reagieren, wird dieses Ereignis nicht empfohlen.



Yes Soeur!
Sugar

Künstler:innen

Grégoire Simon — Live Electronics

Grégoire Simon, 1986 in Paris geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Paris. Er studierte Violine am Conservatoire National de Paris (CNSM) sowie Viola an der Universität der Künste Berlin. Zwischen 2012 und 2015 war er Mitglied des Ensemble Intercontemporain Paris. Seit 2011 spielt er im Andromeda Mega Express Orchestra. Neben seiner Tätigkeit als Instrumentalist experimentiert Grégoire Simon als Musikproduzent mit seinem elektroakustischen Duo Yes Soeur!.

Boram Lie — Cello

Boram Lie, in Marburg geboren, studierte an der Universität der Künste Berlin und dem Conservatoire de Musique Genève. Sie ist Ensemblemitglied des Solistenensemble Kaleidoskop, spielt im Brandt Brauer Frick Ensemble und beim Sugar Ensemble. Sie arbeitet in verschiedenen musikalisch-performativen Bereichen als Cellistin und Performerin und ist auch dramaturgisch tätig. Mit dem Solistenensemble Kaleidoskop arbeitete sie mit Künstler:innen wie Sasha Waltz, Georg Nussbaumer, FC Bergmann, Sabrina Hölzer und dem Andromeda Mega Express Orchestra und wurde zu zahlreichen renommierten Festivals eingeladen, u.a. dem Sydney Festival, dem Holland Festival, den Operadagen Rotterdam, dem Kunstfest Weimar und den Donaueschinger Musiktagen.

Alexandre Bouvier — Live Electronics

Alexandre Bouvier ist Komponist und Sound-Designer aus Paris. Er unterrichtet als Professor für Computer-aided Music an der Académie de Pierrefitte-sur-Seine und geht Lehraufträgen in den Bereichen Elektroakustik und computerunterstützte Komposition nach (CRD Dieppe, CRR Aubervilliers, CRR Paris, Université de Technologie Rouen). Als DJ und Produzent elektronischer Musik arbeitet er mit verschiedenen Künstler:innen und Formationen zusammen, darunter Shonen, 2minimum, Gaëtan Brun Picard, Jann Gallois, Cie du point d'assemblage, Mike Sens, Benjamin Kauman und Joachim Serreau.

David Eggert — Cello (Gast)

Der Cellist David Eggert wurde in Edmonton, Kanada, geboren. Er gewann erste Preise beim Eckhardt-Gramatté-Wettbewerb für kanadische Musik 2006, beim Internationalen Cello-Wettbewerb Antonio Janigro in Zagreb 2008 und 2014 beim Domnick-Cello-Preis für Neue Musik in Stuttgart. Er gastierte solistisch und als Kammermusiker in Europa, Nordamerika und Asien und unterrichtet seit 2015 an der Hochschule der Künste Bern. David Eggert widmet sich intensiv der zeitgenössischen Musik und brachte zahlreiche Uraufführungen auf die Bühne, u.a. in Zusammenarbeit mit den Komponisten Tristan Murail, Manos Tsangaris, Helmut Lachenmann, Heinz Holliger und Klaus Huber.

Räucherpflanzen

Incense of Music verräuchert grundsätzlich keinen Weihrauch tierischen Ursprungs – das war stets Teil unserer Leitprinzipien. Leider mussten wir von dieser Regel für dieses eine Konzert abweichen, und wir sind stolz auf unsere Flexibilität. Denn Galbanum enthält, fast jeder Art und Qualität, eine ganze Reihe sogenannter „Fußreste" – darunter Käfer und andere Insekten, die an einem verträumten Tag im klebrigen Saft der Pflanze hängen geblieben sind. Auch sie werden, natürlich, mitverräuchert …

Galbanumpflanze
Galbanum

Galbanum ist das Harz von Ferula galbaniflua (bzw. Ferula erubescens), einer Doldenpflanze aus der Verwandtschaft der Riesenfenchel, die vor allem in Persien und östlich des Aralsees vorkommt. Heute wird das Harz überwiegend in den Bergen Nordirans gewonnen – etwa 80 Tonnen jährlich – und enthält einen wasserlöslichen Gummianteil, alkohollösliche Harze und ätherisches Öl.

Handelsrouten

Traditionell wurde Galbanum über die Häfen der Levante gehandelt; in schwierigen Zeiten verlagerte sich der Handel jedoch auf jahrhundertealte Ausweichrouten, etwa nach Kochin an der Malabarküste Südindiens. Kochin wurde zu einem Knotenpunkt des interkontinentalen Gewürz- und Räucherwarenhandels, nachdem ein Tsunami im Jahr 1341 dort ein natürliches Hafenbecken geschaffen hatte.

Planta de Cochim

Planta de Cochim, Bocarro, 1635

Nach Gründung des Vizekönigtums Portugiesisch-Indien wurde Galbanum zunehmend auch zwischen Indien und Lissabon verschifft, statt ausschließlich über die levantinischen Mittelmeerhäfen. Es zählte zwar nicht zu den kostbarsten orientalischen Gewürzen wie Pfeffer, Zimt, Nelke oder Muskatnuss, fand in Europa jedoch als sogenanntes „Mutterharz" therapeutischen Einsatz – krampflösend bei Menstruationsbeschwerden, wehenfördernd und im Wochenbett.

Carrack Madre de Deus

Carrack Madre de Deus

Der Geruch der rohen Galbanum-Masse gilt als rau und erdig; manche Autoren beschreiben ihn geradezu als unangenehm. Im babylonischen Talmud (Kareithoth 6b) heißt es dazu sinngemäß, Galbanum habe einen schlechten Geruch und sei dennoch unter den Zutaten des heiligen Räucherwerks aufgeführt worden. Tatsächlich ist Galbanum gleichwertiger Bestandteil des im Buch Exodus (30:34) überlieferten Rezepts für das heilige Rauchopfer „Ketoret". Der Legende nach war die Fackel des Prometheus aus dem verholzten Stamm eines verwandten Riesenfenchels gefertigt, und Plinius behauptete in seiner Naturkunde, Galbanum, vermischt mit Bärenklau, könne allein durch Berührung Giftschlangen töten.

Armada portugaise

Armada portugaise

Pedro Álvares Cabral

Pedro Álvares Cabral

Handelsroute

Seine ganze Tiefe entwickelt Galbanum erst beim Verräuchern oder in der Parfümkomposition, wo es als lebendige, „grüne" Kopfnote oder als erdige Basisnote in Verbindung mit Moschus oder Kiefer eingesetzt wird – bekannt u.a. aus Düften wie Chanel No. 19, Guerlains Vol de Nuit und Balmains Vent Vert.

Grapefruit
Grapefruit

Die Grapefruit (Citrus × paradisi) ist ein subtropischer Zitrusbaum, der vermutlich in Südostasien bzw. im südlichen China als natürliche Kreuzung zwischen Pomelo und Mandarine entstand. Er trägt glänzende, immergrüne Blätter und die rundliche, orange Frucht, deren duftreiche Schale den Räucherstoff liefert.

Über Handelsrouten arabischer Kaufleute und später der Kreuzfahrer gelangte die Orange bis zum Mittelalter in den Mittelmeerraum. In zahlreichen Kulturen ist sie bis heute mit Wohlstand und Glück verbunden. Die Grapefruit selbst entstand erst um 1750, vermutlich auf Barbados, als spontane Kreuzung aus Pomelo und Orange und gelangte 1823 nach Florida, wo sie seit 1875 kommerziell angebaut wird. Ihre Sorten unterteilen sich grob in weißfleischige und rotfleischige Varianten – Letztere gehen auf die 1929 patentierte amerikanische Sorte Ruby Red zurück, aus der später Selektionen wie Rio Red und Star Ruby mit noch tieferer Rotfärbung hervorgingen. Die unter dem Namen Sweetie bekannte Frucht, botanisch Oroblanco, ist eine 1958 in Kalifornien entstandene Kreuzung aus Pomelo und Grapefruit.

Als Räucherwerk entfaltet Grapefruit einen hellen, fröhlichen, süß-zitrusartigen Duft. Er wirkt belebend und energetisierend und wird mit Freude, Wärme und Fülle assoziiert – oft verwendet, um trüber Stimmung entgegenzuwirken und eine einladende Atmosphäre zu schaffen.

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Acorus calamus (Kalmus)

Journal — Pflanzen

Kalmus und der Duft, der unter der Erde wartet

Feldnotizen · 18. März 2016

Ein Sumpfgewächs, das die alten Ägypter zu Parfüm verarbeiteten, und das europäische Apotheker hundert Jahre lang mit der Schwertlilie verwechselten, bevor jemand den Namen richtig zuordnete.

Acorus calamus (Kalmus) — Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kalmus wächst unauffällig an den Rändern von Teichen und langsamen Flüssen, ein bescheidener Bestand schwertförmiger Blätter, der aus dem Schlamm aufsteigt. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, entfaltet sich jedoch ein süßer, warmer, leicht zitrusartiger Duft, der alles andere als bescheiden ist. Der Duft sitzt im Rhizom, einem knorrigen unterirdischen Stängel von der Dicke eines Fingers, außen braun, innen weiß, das die Pflanze aus den Flusstälern Kasachstans — ihrer vermutlichen Heimat — in Feuchtgebiete auf fast jedem Kontinent getragen hat.

Diesen Duft kannten schon die Ägypter. Ein Parfümrezept, das auf dem Chester-Beatty-Papyrus überliefert ist und rund dreizehnhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung entstand, führt das Rhizom unter seinen Zutaten auf — eine der ältesten Duftrezepturen, die sich bis heute lesen lassen. Nach Europa gelangte die Pflanze auf Umwegen: Kräuterbücher aus dem späten 15. Jahrhundert erwähnen sie, verwechselten sie aber jahrzehntelang mit der einheimischen Schwertlilie, der sie oberflächlich ähnelt — ein Irrtum, der überraschend lange bestehen blieb. Bis zum späten 16. Jahrhundert hatte sie England erreicht, geschätzt sowohl für ihren Duft als auch für die bittersüß kandierte Wurzel.

Außerhalb Europas fand die Pflanze eigenständige Traditionen: in der chinesischen, nepalesischen und indischen Heilkunde ebenso wie bei nordamerikanischen Gemeinschaften wie den Chipewyan, die junge Stängel und Rhizom sowohl als Nahrung als auch als Heilmittel zubereiteten. Ihr wichtigster Duftstoff, Beta-Asaron, ist zugleich der Grund, warum die USA die Pflanze 1968 aus Lebensmitteln und Getränken verbannten — europäische Bitter, die sie noch in kleinen Mengen verwenden, bewegen sich im Vergleich dazu in einer Art Grauzone.

Was von alldem, dreitausend Jahre später, übrig bleibt, ist im Grunde dieselbe Geste: ein Rhizom brechen und den Duft aufsteigen lassen. Eine kleine, hartnäckige Kontinuität — von der Parfümwerkstatt eines ägyptischen Duftmeisters bis zum Sumpf am Rand eines namenlosen Sees —, die der Weihrauch, anders als fast alles sonst, offenbar zu bewahren weiß.


Cedrus libani (Libanonzeder)

Journal — Pflanzen

Die Libanon-Zeder und die Erinnerung an einen Wald

Feldnotizen · 11. März 2016

Ein Baum, alt genug, um im ältesten erhaltenen Epos der Weltliteratur vorzukommen — und heute so selten, dass seine eigenen Sämlinge per DNA-Test von Nachahmungen unterschieden werden müssen.

Cedrus libani, die Libanon-Zeder — Foto: Zeynel Cebeci, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Libanon-Zeder kann vierzig Meter Höhe erreichen; ihre waagerechten Äste breiten sich mit der Zeit zu jener breiten, flachen Krone aus, die einen ausgewachsenen Baum schon von Weitem unverwechselbar macht. Sie wächst nur in der Höhe — zwischen etwa dreizehnhundert und dreitausend Metern, in den Bergen des Libanon, im Westen Syriens und im südlichen Zentralanatolien, wo kühle Winter genug Regen und Schmelzwasser bringen, um einen Baum zu tragen, der Jahrhunderte alt werden kann. Eine verwandte Form auf dem Troodos-Gebirge Zyperns wird meist als eigene Varietät geführt.

Kaum ein Baum trägt so viel überlieferte Geschichte mit sich. Im Gilgamesch-Epos zieht der Held zu einem sagenhaften Zedernwald, der von einem Ungeheuer bewacht wird; spätere babylonische Fassungen der Erzählung verlegen diesen Wald in den Libanon selbst. Auch die hebräische Bibel kehrt immer wieder zum Baum zurück — Salomo lässt Zedernholz für den Tempel in Jerusalem beschaffen, und die Psalmen vergleichen den Gerechten mit einer Zeder, die im Libanon gedeiht. Phönizische Schiffsbauer fällten sie für Rümpfe, die bis nach Ägypten, Griechenland und Rom gelangten; noch heute steht der Baum auf der libanesischen Flagge — die eine Pflanze, die eine moderne Nation ins Zentrum ihres eigenen Wappens gestellt hat.

Diese lange Nutzung hat ihren Preis. Die Libanon-Zeder gilt inzwischen als gefährdet, ihre alten Wälder auf eine Handvoll geschützter Reste geschrumpft — darunter die Zedern Gottes bei Bscharre, ein Reservat, das mehr oder weniger deshalb überdauert hat, weil es seit Jahrhunderten bewacht wird. Die Türkei pflanzt heute über fünfzig Millionen junge Zedern pro Jahr auf einer Fläche von rund dreihundert Quadratkilometern, und Forscher der American University of Beirut haben DNA-Verfahren entwickelt, um schlicht zu bestätigen, dass ein bestimmter Sämling tatsächlich Cedrus libani ist — jung lassen sich verschiedene Zedernarten sonst kaum unterscheiden.

Was im Räucherwerk verbrannt wird, ist ein kleines, unscheinbares Stück desselben Holzes, aus dem einst Tempel und Schiffe gebaut wurden und das einem Epos seinen zentralen Wald gab — ein harziger, trockener, leicht rauchiger Duft, der, und sei es nur aus der Ferne, etwas von einem Baum in sich trägt, der alt genug wurde, um die Reiche zu überdauern, die ihn einst fällten.